{"id":372,"date":"2021-03-12T12:24:09","date_gmt":"2021-03-12T12:24:09","guid":{"rendered":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=372"},"modified":"2021-03-12T12:39:43","modified_gmt":"2021-03-12T12:39:43","slug":"christian-reichsgraf-zu-rantzau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=372","title":{"rendered":"Christian Reichsgraf zu Rantzau"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_1614-1663-767x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-362\" width=\"237\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_1614-1663-767x1024.jpg 767w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_1614-1663-225x300.jpg 225w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_1614-1663-768x1026.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_1614-1663-1150x1536.jpg 1150w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_1614-1663-1533x2048.jpg 1533w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_1614-1663-300x401.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_1614-1663-850x1135.jpg 850w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_1614-1663.jpg 1749w\" sizes=\"auto, (max-width: 237px) 100vw, 237px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christian_zu_Rantzau_(Statthalter)\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Christian Rantzau<\/a> (* 2. Mai 1614 auf Schloss Hadersleben; \u2020 8. November 1663 in Kopenhagen) wurde zum Begr\u00fcnder der Freien Reichsgrafschaft Rantzau, die von 1650 bis 1726 auf dem n\u00f6rdlichen Gebiet des heutigen Kreises Pinneberg existierte. Sie umfasste das damalige Amt Barmstedt, also die heutigen St\u00e4dte Barmstedt und Elmshorn incl. der umliegenden D\u00f6rfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Christian Rantzau war vom d\u00e4nischen K\u00f6nig und Herzog Friedrich III. gleich nach dessen Regierungsantritt 1648 zum k\u00f6niglichen Statthalter f\u00fcr seine holsteinischen und schleswigschen Anteile an den Herzogt\u00fcmern ernannt worden. Bereits seine Vorfahren hatten das Amt des k\u00f6niglichen Statthalters besessen. Der Vater Gerd Rantzau (1558-1627) war schon gestorben, als er 13 Jahre alt war. Sein Name als Enkel des ber\u00fchmten und reichen Humanisten Heinrich Rantzau und Urenkel des &#8222;K\u00f6nigsmachers&#8220; Johann Rantzau hatte ihm neben der <a href=\"http:\/\/www.deutsche-biographie.de\/sfz104344.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">uradligen Abstammung<\/a> (<a href=\"http:\/\/www.rantzau-online.de\/stammbaum\/stammbaum\/stammbaumuebersicht.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stammbaum der Rantzau<\/a>) von vornherein beste Voraussetzungen f\u00fcr eine staatliche Karriere verschafft. Er war von 1627 &#8211; 1629 auf der Ritterakademie Soroe, machte seine Kavalierstour durch die Niederlande und Frankreich, wurde 1635 Begleiter Christians IV. auf seiner Norwegen-Reise. 1640 erhielt er sein erstes Amt als holsteinischer Landrat und Amtmann in Rendsburg, w\u00e4hrend des Torstensson-Krieges stieg er auf zum Generalkriegskommissar in Kopenhagen, wobei sein Schloss Breitenburg bei Itzehoe 1643 zum zweiten Mal gepl\u00fcndert wurde. Seit 1645 war er au\u00dferdem zum Dompropsten zu Hamburg ernannt worden, ohne dass er daf\u00fcr irgendwelche Verpflichtungen hatte. Durch die Heirat mit der Tochter Detlev Rantzaus auf Panker kam zu seinem Allodialbesitz Breitenburg und Rantzau in Wagrien\/Ostholstein, Lindewitt und Giesingholm auch noch Neuendorf (westlich von Elmshorn) und Drage (nordwestlich von Itzehoe) hinzu.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"862\" height=\"576\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Rantzau-Wappen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-369\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Rantzau-Wappen.jpg 862w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Rantzau-Wappen-300x200.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Rantzau-Wappen-768x513.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Rantzau-Wappen-850x568.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 862px) 100vw, 862px\" \/><figcaption>Rantzau-Wappen am Grafenstuhl in der Heiligen-Geist-Kirche, Barmstedt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf der von Johann Rantzau erbauten und von Heinrich zum Renaisssanceschloss ausgebauten Breitenburg bei Itzehoe hatte auch Christian Rantzau seinen Stammsitz. Dieser befand sich noch im Wiederaufbau nach den Brandschatzungen des Torstensson-Krieges 1643-45 N\u00e4heres zur Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der neue K\u00f6nig und Herzog Friedrich III. (1609*\/1648-1670) ernannte ihn gleich nach seiner Thronbesteigung zum Geheimen Rat und Statthalter der Herzogt\u00fcmer, die er von Gl\u00fcckstadt aus regieren konnte, machte ihn bald auch noch zum Amtmann in der Steinburg, in der N\u00e4he der Breitenburg, ab 1650 auch in S\u00fcderdithmarschen und auf Langeland. Er war so zu einem der einflussreichsten und reichsten M\u00e4nner im d\u00e4nischen K\u00f6nigreich und v. a. in den Herzogt\u00fcmern geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Amt Barmstedt Diese Darstellung der sp\u00e4teren Reichsgrafschaft Rantzau stellt einen Ausschnitt aus der Karte des F\u00fcrstentums Stormarn dar, die der Husumer Kartograph<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johannes_Mejer_(Kartograf)\" target=\"_blank\"> Johannes Mejer<\/a> im Auftrag des d\u00e4nischen Statthalter Christian Rantzau vor dem Kauf 1650 angefertigt hatte. Man erkennt, dass das Amt Barmstedt in etwa dem Einzugsgebiet der Kr\u00fcckau und dem Oberlauf der Krempau (H\u00f6rner D\u00f6rfer) entspricht. Der Unterlauf der Kr\u00fcckau bildet die Grenze zwischen der Bilenbarger Marsch und Seester. Als Kirchen sind Barmstede und Elmeshorn eingetragen. Zwei M\u00fchlen liegen an der Kr\u00fcckau, eine bei Barmstede (Bullenhoff) und eine \u00f6stlich von Elmeshorn an einem kleinen Stausee.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Amt Barmstedt war von 1322 bis 1640 Teil der Schauenburgischen Grafschaft Holstein-Pinneberg gewesen. Der Amtmann auf dem Haus Barmstedt hatte dem Drosten auf Schloss Pinneberg unterstanden. Nach dem Aussterben der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grafen_von_Schauenburg_und_Holstein\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schauenburger Grafenfamilie<\/a>, die seit Adolf I. im Hochmittelalter Holstein und zeitweise auch das Herzogtum Schleswig beherrscht hatten, erkl\u00e4rte der d\u00e4nische K\u00f6nig Christian IV., Holstein-Pinneberg sei ein heimgefallenes Reichslehen und ein Teil des Herzogtums Holstein. Er nahm daraufhin die gr\u00e4flichen L\u00e4ndereien in Besitz und lie\u00df sich von den Eingesessenen huldigen. Herzog Friedrich III. von Holstein-Gottorp machte aber ebenso wie die Mutter des verstorbenen Schauenburgers, die nachweisen konnte, dass es ein erblicher Familienbesitz sei, die gleichen Anspr\u00fcche geltend. Am 7. Dez. 1640 kam es zu einem Vergleich: K\u00f6nig und Herzog kauften der Grafenmutter die Grafschaft ab. Der K\u00f6nig erhielt 3\/5 (wegen der bisherigen Unkosten), der Herzog 2\/5 des Territoriums. Alles zusammen soll mit 800.000 Talern veranschlagt worden sein. Der k\u00f6nigliche Teil wurde als Herrschaft Pinneberg nicht mit dem Herzogtum Holstein verbunden, sondern gesondert verwaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Amt Barmstedt nebst Elmshorn, veranschlagt zusammen f\u00fcr 150.000 Taler und 10.000 in bar, kam an den Gottorfer Herzog. Das 2. F\u00fcnftel erhielt der Herzog 1642 auf dem Kieler Umschlag mit 160.000 Talern ausgezahlt. Jeder Landesherr lie\u00df seinen Anteil durch einen Drosten verwalten und setzte zur Aufsicht \u00fcber die Kirchen einen Probsten ein. Entgegen der Forderung der Holsteinischen Landst\u00e4nde wurde die ehemalige Grafschaft Holstein-Pinneberg nicht dem Herzogtum Holstein einverleibt, sondern blieb im Einvernehmen beider Herrscher ein f\u00fcr sich bestehender Landesteil (bis 1806), \u00e4hnlich dem Bistum L\u00fcbeck. Drost \u00fcber den herzoglichen Anteil Barmstedt und Elmshorn wurde Anthon von Wietersheim. Die Kirchenaufsicht hatte vorher beim Superintendanten Johann Gisenius in Rinteln gelegen. Der Herzog setzte jetzt seinen holsteinischen Probsten Paul Sperling ein. Die Bauern hatten neben den Abgaben Hand- und Spanndienste zu leisten, was bedeutete, dass jeder an einigen Tagen der Woche auf den herrschaftlichen L\u00e4ndereien zu arbeiten hatte. Leibeigenschaft wie auf den ostholsteinischen G\u00fctern gab es hier nicht. (Rauert)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"826\" height=\"526\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_SkizzeRantzauUmbau.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-371\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_SkizzeRantzauUmbau.jpg 826w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_SkizzeRantzauUmbau-300x191.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_SkizzeRantzauUmbau-768x489.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 826px) 100vw, 826px\" \/><figcaption>Entwurfszeichnung von 1653 zum Umbau des Hauses Barmstedt, m\u00f6glicherweise eigenh\u00e4ndig durch den Grafen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Durch den Kauf- und Permutationsakt vom 28.12.1649 erwarb der d\u00e4nische Statthalter Christian Rantzau vom Gottorfer Herzog Friedrich III. zum Preis von 201.000 Speciestalern das Amt Barmstedt und lie\u00df dort ein Schloss errichten. Nach dem Plan des Drosten Kielmannsegge und des Statthalters Rantzau wurde das Amt mit allen \u201eGerechtigkeiten\u201c gegen Rantzaus G\u00fcter in Wagrien und Koxb\u00fcll (Amt Husum) + 101.000 Taler getauscht. Sp\u00e4ter kaufte er das Stammgut Rantzau der Familie in Wagrien zur\u00fcck. Durch diesen Kauf kam er in den Besitz eines reichsrechtlich unabh\u00e4ngigen Lehens, das allerdings noch vom Kaiser gebilligt werden musste. Er lie\u00df sich am 5. Januar 1650 von seinen neuen Untertanen auf dem Haus Barmstedt, jetzt Haus Rantzau und bald Schloss Rantzau huldigen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_MuenzenGrafChristian.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-367\" width=\"338\" height=\"492\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_MuenzenGrafChristian.jpg 703w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_MuenzenGrafChristian-206x300.jpg 206w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_MuenzenGrafChristian-300x437.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/><figcaption>M\u00fcnzen des Grafen Christian Rantzau<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>1650 konnte Christian Rantzau als Gesandter seines K\u00f6nigs Friedrich III. in Wien stellvertretend die Belehnung mit dessen Herzogtum Holstein durch den deutsch-r\u00f6mischen K\u00f6nig Ferdinand III. entgegennehmen und f\u00fcr sich selbst erreichen, dass dieser die Vertauschung und den Verkauf der Gebiete (Gottorf &#8211; Rantzau) best\u00e4tigte. Der Kaiser erhob ihn mit Datum vom 16. und 20. November 1650 zum freien Reichsgrafen (Comitiv und Pallatinat), gleichzeitig auch sein Amt Barmstedt zur Deutschen Freien Reichsgrafschaft, einem Miniatur-F\u00fcrstentum, von denen es damals im Heiligen R\u00f6mischen Reich etliche gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit war dieses kleine Gebiet, das nur aus den Kirchspielen Barmstedt und Elmshorn incl. der umliegenden D\u00f6rfer bestand, direktes Lehen des Reiches und weder den beiden holsteinischen Herz\u00f6gen noch einer anderen Instanz als dem Reich untergeordnet, wenn auch Teil des nieders\u00e4chsischen Kreises. Die Erbfolge wurde nach der Primogenitur (nur der erstgeborene Sohn tritt das Erbe an) bestimmt, es sei denn der Erstgeborene sei unf\u00e4hig zu regieren. Ebenfalls wurden Abfindungsregeln festgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Er nahm alle Hoheitsrechte wahr, lie\u00df Portugal\u00f6ser und Thaler pr\u00e4gen, hob Gelehrte in den Adelsstand und hielt einen f\u00fcrstlichen Hofstaat. Daf\u00fcr lie\u00df er das Schloss Rantzau bauen, das bis 1804, wenn auch ver\u00e4ndert und erweitert, stand. F\u00fcr die Untergeh\u00f6rigen schaffte er die vielen Hoftage und Fuhren ab, verpachtete stattdessen s\u00e4mtliche Hofl\u00e4ndereien und traf Vereinbarungen \u00fcber die zu leistenden Dienste und Fuhren. In Elmshorn stiftete er in seinem letzten Lebensjahr ein gro\u00dfes Armenhaus, aus dem sp\u00e4ter der Pr\u00e4bendenstift wurde. Die kirchliche Aufsicht in der neuen Grafschaft lag beim Elmshorner Pastor Johann Feusting. Der neue Reichsgraf lebte meist auf der Breitenburg, die er nach den Zerst\u00f6rungen der Kriege repr\u00e4sentativ ausbaute, war aber oft in Staatsgesch\u00e4ften unterwegs. 1651 wurde er zus\u00e4tzlich zu seinen \u00fcbrigen \u00c4mtern zum Pr\u00e4sidenten des Staatskollegiums erhoben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Praebendenstift-787x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-368\" width=\"308\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Praebendenstift-787x1024.jpg 787w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Praebendenstift-230x300.jpg 230w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Praebendenstift-768x1000.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Praebendenstift-300x391.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Praebendenstift-850x1106.jpg 850w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_Praebendenstift.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 308px) 100vw, 308px\" \/><figcaption>Pr\u00e4bendenstift in Elmshorn<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>1662 wurde die Grafschaft Rantzau auf dem Kreistag zu L\u00fcneburg als ein Kreisstand des Nieders\u00e4chsischen Kreises aufgenommen und zu 4 1\/3 Reiter und 5 1\/3 Mann Infanterie zum Reichcontingent angesetzt. Der neue Graf Christian setzte einen eigenen Prediger, Johann Lassenius, als Propst ein, berief ihn aber erst 1669 und ernannte ihn zum Hofprediger. Neben dem Schlossbau bei Barmstedt hinterlie\u00df Christian ein anderes Bauwerk und eine f\u00fcr die damalige Zeit fortschrittliche Institution, die sich \u00fcber Jahrhunderte hielt: Am Michaelistag 1663 gr\u00fcndete er den Pr\u00e4bendenstift in Elmshorn mit eigener Kapelle und Glocke. Dieses Haus, auch Spital oder Hospital genannt, diente der Versorgung (= Pr\u00e4bende) armer und alter Menschen in der Grafschaft, Herrschaft Breitenburg und den anderen gr\u00e4flichen G\u00fctern. Es umfasste sieben Wohnungen bzw. Abteilungen oder Zellen f\u00fcr 13 Arme, je 2 in einer Zelle. Der 14. Platz sollte immer f\u00fcr einen alten Hofdiener offen bleiben. Mann und Frau sollten nicht zusammen und auch nicht mit ihren Kindern in einer Zelle leben und \u00fcber alle &#8222;darin befindlichen Personen&#8220; sollte ein &#8222;genaues Verzeichnis&#8220; gef\u00fchrt werden. Aus der Stiftungssumme von 12.700 Reichsthalern erhielten die Pr\u00e4benden 50 Reichsthaler und dazu das Nutzungsrecht an einem K\u00fcchengarten. Ende des 18. Jahrhunderts war die Zahl der Pl\u00e4tze auf 33 angewachsen, au\u00dferdem hatten die Bewohner das Recht auf zus\u00e4tzliche Mittel in Krankheitsf\u00e4llen erhalten. Jeder Arme, der im Pr\u00e4bendenhaus aufgenommen wurde, musste ein Bett mitbringen, welches nach seinem Tod nebst allem Nachlass dem Stiftungsverm\u00f6gen zufloss. Das Begr\u00e4bnis wurde aus der entsprechend gek\u00fcrzten ersten Quartalszahlung finanziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Verwaltet wurde diese Stiftung von einem gewichtigen \u00dcberbau, bestehend aus dem Landesherrn, den Predigern &#8211; dem Catecheten als Hospitalsprediger, dem Kirchspielvogt zu Elmshorn und zwei Vorstehern. Die den Fond ausmachenden Obligationen und Dokumente wurden in einer blechernen Lade im Pr\u00e4bendenhaus aufbewahrt, zu der nur der Graf, sp\u00e4ter der Administrator den Schl\u00fcssel besa\u00df. Die Lade wiederum befand sich in einem Schrank mit Vorh\u00e4ngeschloss. Der Schl\u00fcssel zum Schrank war in den H\u00e4nden des Probsten, der zum Vorh\u00e4ngeschloss beim Kirchspielsvogt. (thor Straten, S. 157)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_FuerstlichesBegraebnis.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-365\" width=\"336\" height=\"522\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_FuerstlichesBegraebnis.jpg 659w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_FuerstlichesBegraebnis-193x300.jpg 193w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ChristianRantzau_FuerstlichesBegraebnis-300x466.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 336px) 100vw, 336px\" \/><figcaption>Der Trauerzug f\u00fcr Christian Rantzau war entsprechend dem abgebildeten Vorbild des Gottorfer Herzogs gestaltet.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Rantzau wurde im Juli 1663 von K\u00f6nig Friedrich III. nach Kopenhagen gerufen, wurde dort jedoch so krank, dass er schlie\u00dflich das Krankenlager nicht mehr verlassen konnte und in seinem Palais an der Store Kannikestraede nach 14 Tagen am 8. November 1663 im Alter von 49 Jahren verstarb. Sein Sohn und Nachfolger, der 19-j\u00e4hrige Graf Detlef zu Rantzau, befand sich gerade zusammen mit zwei Vettern und seinem Breitenburger Hofmeister (Hauslehrer) auf einer Bildungsreise (Kavalierstour) in Nordfrankreich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber sein Begr\u00e4bnis hatte Rantzau vorher in einem Testament ausf\u00fchrliche Anweisungen gegeben, denn ein Leichenbeg\u00e4ngnis hochgestellter Personen war zu dieser Zeit ein Staatsereignis ersten Ranges. Drei Jahre vorher war der f\u00fcnf Jahre vorher gestorbene Gottorfer Herzog Friedrich III. mit einem phantastischen Zeremoniell bestattet worden, \u00fcber das sein Hofbibliothekar Adam Olearius ein Werk herausgegeben hatte, das neben 75 Illustrationen genaue Unterrichtungen \u00fcber die Leichentracht und die Trauerkleidung aller an der Trauer-Prozession teilnehmenden Gruppen wiedergab. Daher war das Zeremoniell f\u00fcr den Oberstatthalter der Herzogt\u00fcmer und freien Reichsgrafen zu Rantzau ein fast ebenso wichtiges Ereignis, das genauestens vorbereitet werden musste. Entgegen dem Testament ordnete der K\u00f6nig selber die Zeremonien an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Abf\u00fchrung des Sarges aus Kopenhagen erfolgte am 10. Dezember am Abend mit gro\u00dfem Karossen-Gefolge, w\u00e4hrend alle Glocken der Stadt l\u00e4uteten. Das wiederholte sich in allen St\u00e4dten, durch die der Sarg auf seinem Weg nach Flensburg gerollt wurde. Hier blieb er viele Monate in Warteposition f\u00fcr die n\u00e4chste Etappe nach Kiel, wo er in der Sakristei der Nikolaikirche aufgebahrt werden sollte. Kiel war der bevorzugte Ort f\u00fcr gro\u00dfe Beerdigungen, da hier viele Adlige ihre Stadth\u00e4user hatten. Erst im April des n\u00e4chsten Jahres wurden auf der Breitenburg intensivere Vorbereitungen f\u00fcr den weiteren Trauerzug gemacht. In Preetz bestellte man einen silbernen Prunksarg, die Einladung und Einteilung der adligen W\u00fcrdentr\u00e4ger und \u00fcbrigen Begleiter des Sarges wurde geplant und das entsprechende Trauerzubeh\u00f6r inclusive der dem Rang geb\u00fchrenden Insignien wie Helm, Harnisch und Ritterhandschuhe in Hamburg geordert. Am 7. Juni 1664 fand schlie\u00dflich die \u00dcberf\u00fchrung nach Kiel statt. Die ausf\u00fchrliche Beschreibung des pomp\u00f6sen Ereignisses, das hier zun\u00e4chst auf dem Weg zum Kieler Schloss, dann zur Nikolaikirche und schlie\u00dflich nach Itzehoe in die Gruft unter der St.Laurentii-Kirche stattfand, findet man in dem unten aufgef\u00fchrten Aufsatz von Rudolf Z\u00f6llner.<\/p>\n\n\n\n<p>Verfasser: Michael Theilig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian Rantzau (* 2. Mai 1614 auf Schloss Hadersleben; \u2020 8. November 1663 in Kopenhagen) wurde zum Begr\u00fcnder der Freien Reichsgrafschaft Rantzau, die von 1650 bis 1726 auf dem n\u00f6rdlichen Gebiet des heutigen Kreises Pinneberg existierte. Sie umfasste das damalige Amt Barmstedt, also die heutigen St\u00e4dte Barmstedt und Elmshorn incl. der umliegenden D\u00f6rfer. Christian Rantzau<\/p><\/div>\n<div class=\"blog-btn\"><a href=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=372\" class=\"home-blog-btn\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-372","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-biografien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/372","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=372"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/372\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":377,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/372\/revisions\/377"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=372"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=372"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}