{"id":313,"date":"2021-03-06T15:23:13","date_gmt":"2021-03-06T15:23:13","guid":{"rendered":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=313"},"modified":"2021-03-06T18:09:34","modified_gmt":"2021-03-06T18:09:34","slug":"bernhard-adolf-erdmann-georg-von-moltke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=313","title":{"rendered":"Bernhard Adolf Erdmann Georg von Moltke"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-BAEGvonMoltke-B100.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-316\" width=\"267\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-BAEGvonMoltke-B100.jpg 752w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-BAEGvonMoltke-B100-222x300.jpg 222w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-BAEGvonMoltke-B100-300x405.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/><figcaption>Kammerherr Adolf von Moltke (1804-1871). Letzter d\u00e4nischer Administrator und erster preu\u00df. Landrat<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Neuer und letzter Administrator: (Bernhard) Adolf (Erdmann Georg) von Moltke 1849-1865. 1849 war die Stelle des Administrators der Grafschaft Rantzau neu zu besetzen. Die Statthalterschaft f\u00fcr Schleswig und Holstein setzte Moltke zun\u00e4chst kommissarisch ein, nachdem er das Amt als einer der &#8222;f\u00fcnf K\u00f6nige&#8220; in der Gemeinsamen Regierung niedergelegt hatte. Er war &#8211; wie oben erl\u00e4utert &#8211; ein Kandidat, der von d\u00e4nischer und schleswig-holsteinischer Seite akzeptiert werden konnte, da er als Deputierter der Deutschen Kanzlei bereits der Kopenhagener Gesamtstaatsregierung angeh\u00f6rt hatte, sich aber auch zum Delegierten in der (revolution\u00e4ren) Landesversammlung in Kiel hatte w\u00e4hlen lassen. Er war wiederum so konservativ gewesen, dass er sich nicht als Mitglied der Provisorischen Regierung hatte aufstellen lassen. Als Mitglied der Gemeinsamen Regierung hatte er sich um die im Verlauf der Revolution aufgeflammte &#8222;soziale Frage&#8220; gek\u00fcmmert, ein von beiden Seiten als heikel angesehenes Thema.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie seine Vorg\u00e4nger war er als k\u00f6niglicher Administrator neben der Verwaltung auch f\u00fcr die Justiz in der Grafschaft, den Herrschaften Herzhorn, Sommerland und Gr\u00f6nland zust\u00e4ndig. Zwar war das Administratorenamt wie das des Landdrosten in Pinneberg mit dem h\u00f6chsten Einkommen aller Oberbeamten in den Herzogt\u00fcmern verbunden, die hatten allerdings gro\u00dfenteils aus den Sporteln (Geb\u00fchren) bestanden, die die Statthalterschaft jetzt in die Staatskasse leiten lie\u00df. Wegen der kriegerischen Zust\u00e4nde blieb seine Frau Auguste mit den 5 Kindern allerdings noch beim Bruder Helmuth in Magdeburg, der hier inzwischen Generalstabschef des Vierten Armeekorps geworden war. Adolph von Moltke selbst hielt sich im Auftrag der Statthalterschaft noch in Berlin auf, um den K\u00f6nig vom Abzug der preu\u00dfischen Offiziere aus den Herzogt\u00fcmern zu \u00fcberzeugen. Als im Deutschen Bund jedoch endg\u00fcltig die Gegenrevolution gesiegt hatte und damit die &#8222;Erhebung&#8220; moralisch und milit\u00e4risch jede Unterst\u00fctzung verlor, setzte er sich gegen Statthalter und Landesversammlung f\u00fcr den Waffenstillstand Preu\u00dfens mit D\u00e4nemark ein. Er wurde in Berlin allerdings so krank, dass er mit seiner Familie erst im November 1849 auf Rantzau einzog.(Jessen, S. 137ff)<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Schlacht bei Idstedt im Sommer 1850 standen die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse wieder fest und Moltke konnte gegen\u00fcber der d\u00e4nischen Obrigkeit auf seine Loyalit\u00e4t zum Gesamtstaat verweisen, die er trotz aller \u00c4mter in dieser Zeit durch seine diplomatische Vorgehensweise in der Revolution gezeigt hatte. Als deshalb vom Kopenhagener Kabinett eine Notabeln-Versammlung nach Flensburg einberufen wurde, eine Gruppe &#8222;Achtbarer M\u00e4nner&#8220;, war Adolph von Moltke einer von diesen sechs. Er verfertigte hier zwar ein Gutachten \u00fcber die k\u00fcnftige Verwaltungsordnung, aber die Versammlung insgesamt l\u00f6ste sich wegen der unvereinbaren Gegens\u00e4tze zwischen d\u00e4nischen und deutschen Abgeordneten ergebnislos auf. Moltke erhielt vom K\u00f6nig sogar seine Sporteln wieder, also eine erhebliche Einkommensverbesserung und 1857 wurde er vom kommissarischen zum anerkannten Administrator, erhielt dar\u00fcber hinaus auch noch das Kommissariat des Rittergutes Kaden. (Jessen, S.144f)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"344\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_Karl_Bernhard_von_Moltke.jpg\" alt=\"\" data-id=\"320\" data-full-url=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_Karl_Bernhard_von_Moltke.jpg\" data-link=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?attachment_id=320\" class=\"wp-image-320\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_Karl_Bernhard_von_Moltke.jpg 250w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_Karl_Bernhard_von_Moltke-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Feldmarschall Helmuth Graf von Moltke (1800-1891), Bruder Adolfs<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"457\" height=\"600\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_James_von_Moltke.jpg\" alt=\"\" data-id=\"318\" data-full-url=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_James_von_Moltke.jpg\" data-link=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?attachment_id=318\" class=\"wp-image-318\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_James_von_Moltke.jpg 457w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_James_von_Moltke-229x300.jpg 229w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_James_von_Moltke-300x394.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 457px) 100vw, 457px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Helmut James Grf. von Moltke (1907-1945), Ur-Enkel Adolfs, Gr\u00fcnder des Kreiauer Widerstandskreises gegen Hitler<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"321\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_Johannes_Ludwig_von_Moltke_1914.jpg\" alt=\"\" data-id=\"319\" data-full-url=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_Johannes_Ludwig_von_Moltke_1914.jpg\" data-link=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?attachment_id=319\" class=\"wp-image-319\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_Johannes_Ludwig_von_Moltke_1914.jpg 250w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Helmuth_Johannes_Ludwig_von_Moltke_1914-234x300.jpg 234w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Generalstabschef Helmut von Moltke der J\u00fcngere(1848-1916), Sohn Adolfs<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"204\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Friedrich_Moltke_1907.jpg\" alt=\"\" data-id=\"317\" data-full-url=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Moltke-Friedrich_Moltke_1907.jpg\" data-link=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?attachment_id=317\" class=\"wp-image-317\"\/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Friedrich von Moltke (1852-1927), Sohn Adolfs, Preu\u00df. Innenminister, Oberpr\u00e4sident von Schleswig-Holstein<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Innerhalb der Familie Moltke hatte nicht nur Adolph Erfolg auf seinem Weg in staatliche Spitzen\u00e4mter. Das war ihnen nicht unbedingt in die Wiege gelegt, denn sein Vater entstammte zwar einer verarmten mecklenburgischen Adelsfamilie, hatte aber wenig Gl\u00fcck als Gutsbesitzer und Offizier in preu\u00dfischen Diensten gehabt und verlie\u00df 1806 die Familie, um in d\u00e4nische Dienste zu treten. Die Mutter musste daraufhin ihre acht Kinder unter eher bescheidenen Verh\u00e4ltnissen allein in L\u00fcbeck aufziehen. (Mosler)<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erfolgreichste unter den S\u00f6hnen war <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Helmuth_Karl_Bernhard_Graf_von_Moltke\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Helmuth (Karl Bernhard) Graf von Moltke (1800-1891)<\/a>. Er wurde unter dem preu\u00dfischen Regenten und K\u00f6nig Wilhelm I. ab 1861 zum Generalstabschef, plante 1864 den Feldzug gegen die D\u00e4nen und dr\u00e4ngte auf seine Durchf\u00fchrung, desgleichen 1870\/71 gegen die Franzosen, und wurde wegen seines Erfolgs in der Sedanschlacht und um Paris vom neuen preu\u00dfisch-deutschen Kaiser zum Grafen erhoben und f\u00fcr die einen eine Ikone der deutschen Milit\u00e4rgeschichte &#8211; f\u00fcr andere des preu\u00dfischen Militarismus. Fast jede deutsche Stadt erhielt nach ihm eine &#8222;Moltkestra\u00dfe&#8220;. Ob auch Barmstedt in Erinnerung an ihn oder vielleicht doch an seinen Barmstedter Bruder Adolf die Stra\u00dfe an der Ohe nach ihm benannte, ist noch unklar. Immerhin lie\u00df sich Adolf, der 1870 in Lugano\/Schweiz starb, in Barmstedt beerdigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderer Bruder, Friedrich Joachim, war k\u00f6niglich-d\u00e4nischer Post-Amtmann zun\u00e4chst in Apenrade, dann in Flensburg. Ein weiterer Bruder, Ludwig, wurde Amtmann auf Fehmarn. Beide hatten sich antirevolution\u00e4r verhalten und waren dadurch von den deutschgesinnten Kreisen stark angefeindet worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schwiegervater Adolph von Moltkes, August von Krohn, war wiederum kurze Zeit Oberbefehlshaber der Erhebungsarmee bis zu deren Niederlage bei Bau 1848.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig betrieb ein anderer entfernter Verwandter gleichen Namens, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adam_Wilhelm_Moltke\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wilhelm von Moltke (1785-1864)<\/a>, der erste konstitutionelle Ministerpr\u00e4sident D\u00e4nemarks, dass die Mitglieder der Gemeinsamen Regierung, also auch Adolph von Moltke, zu Rebellen erkl\u00e4rt wurden, woraufhin er zur\u00fcckgetreten war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kinder Adolf von Moltkes nahmen teils ebenfalls wichtige staatliche Spitzenpositionen im preu\u00dfisch-deutschen Kaiserreich ein. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Helmuth_Johannes_Ludwig_von_Moltke\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Helmuth Johannes von Moltke<\/a> war 1848 in Gersdorf geboren worden, wuchs auf Rantzau auf und wurde im Licht des Ruhms seines Onkels zum Chef des Generalstabs und engen Vertrauten Wilhelms II. Er hatte dessen verh\u00e4ngnisvollen Weg in den Ersten Weltkrieg mit zu verantworten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderer Sohn, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_von_Moltke_(Politiker)\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Friedrich Ludwig Elisa von Moltke (1852-1927)<\/a>, 1852 auf Rantzau geboren und hier aufgewachsen, wurde preu\u00dfischer Innenminister und Oberpr\u00e4sident von Ostpreu\u00dfen und w\u00e4hrend des 1. Weltkriegs Oberpr\u00e4sident von Schleswig-Holstein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Urenkel Adolphs wiederum, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Helmuth_James_Graf_von_Moltke\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Helmut James Graf von Moltke (1907-1945)<\/a>, wurde zur f\u00fchrenden Figur des Kreisauer Kreises, einer wichtigen Widerstandsgruppe gegen Hitler.<\/p>\n\n\n\n<p>Die sehr aufschlussreiche Geschichte dieser Familie, die in der stark milit\u00e4risch ausgerichteten Politik des 1871 gegr\u00fcndeten wilhelminischen Reiches eine wesentliche Rolle spielte, ist ausf\u00fchrlich und spannend beschrieben bei Olaf Jessen: Die Moltkes. Biografie einer Familie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden links abgebildeten Herren, inzwischen in Berlin l\u00e4ngst m\u00e4chtige Herren geworden, verlebten auf Rantzau zusammen mit den Br\u00fcdern Wilhelm und Ludwig ihre Kindheit, wurden von Hauslehrern erzogen, dann in Obhut nach Hohenfelde und Uetersen gegeben. Zumindest Helmuth ging sp\u00e4ter ans Christianeum nach Altona. Wilhelm erbte sp\u00e4ter von seinem Onkel, Feldmarschall Helmuth von Moltke, das Gut Kreisau und den Grafentitel. Ludwig wurde ebenfalls Gutsbesitzer in Schlesien. Onkel Helmuth, Adolfs Bruder, war h\u00e4ufiger hier zu Besuch, nicht zuletzt deshalb, weil er seit 1860 so gleichzeitig seine Schwester Auguste besuchen konnte, die im &#8222;Witt Hus&#8220; &#8211; der wei\u00dfen Villa an der Brunnenstra\u00dfe, die heute die G\u00e4rtnerei Hachmann darstellt &#8211; wohnte. Seine Schwester war gleichzeitig die Stiefmutter seiner Frau Marie Burt. (Glismann, S. 6)<\/p>\n\n\n\n<p>An diese Kindheit erinnerte sich Helmuth von Moltke, als er 1912 mit einem Zeppelin \u00fcber diesen Ort flog: &#8222;Da liegt das alte Haus unserer sch\u00f6nen Jugend auf seiner kleinen Insel, umgeben von Gr\u00fcn und Wasser. Jeden Fleck kann ich erkennen, jeden Fleck, auf dem wir gespielt, die B\u00e4ume, in die ich meinen Namen geschnitten, die Fenster, hinter denen ich gewohnt habe, die Br\u00fccken, \u00fcber die wir gegangen sind. Wie unver\u00e4ndert ist das alles, und wie tief in die Erinnerung eingegraben [\u2026] alles wie Spielzeug aufgebaut, und auch hier wieder Kinder wie damals, die heraufstarren, im Spielen unterbrochen, die wohl gl\u00fccklich sind, wie wir es waren, und die denken, dass dies herrliche Dasein nie ein Ende nehmen werde, wie wir es dachten!&#8220; (Jessen, S.236f)<\/p>\n\n\n\n<p>In Holstein wurde jetzt eine Zwangsverwaltung im Namen des Deutschen Bundes eingef\u00fchrt. Diejenigen Beamten, die 1852 auf den d\u00e4nischen K\u00f6nig den Eid geleistet hatten, sollten vertrieben werden. Zu ihnen hatte auch Adolph von Moltke geh\u00f6rt. Am 27. Dezember 1863 versammelten sich in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elmshorn#1863:_Unabh.C3.A4ngigkeit_von_D.C3.A4nemark\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Elmshorn<\/a> 20.000 Menschen, um den Augustenburger Herzog zum &#8222;Herzog von Schleswig-Holstein&#8220; auszurufen. Der Ort war durch den Eisenbahnanschluss mitten in Holstein g\u00fcnstig gelegen. Die Anwesenden wollten durch diese Aktion erreichen, dass der R\u00fcckenwind der von S\u00fcden einger\u00fcckten Truppen zu einem eigenst\u00e4ndigen deutschen Bundesstaat Schleswig-Holstein genutzt werden konnte. Der Antrag auf Vertreibung der Eidleister fand hier jedoch keine Mehrheit, m\u00f6glicherweise weil in diesen b\u00fcrgerlichen Kreisen die Angst vor dem Chaos einer sozialen Revolution durch den &#8222;Vierten Stand&#8220;, die Arbeiterschaft, zu stark war. In den Zeitungen &#8222;Hamburger Presse&#8220; und den &#8222;Schleswig-Holsteinischen Bl\u00e4ttern&#8220; wurden jedoch Anklagen gegen Moltke laut, er &#8222;habe Amtspflichten vorget\u00e4uscht, um nicht an einem allgemeinen Bettage mit and\u00e4chtig angeh\u00f6rten Reden der Pastoren Harder und Gardthausen teilnehmen zu m\u00fcssen.&#8220; (Jessen, S. 170) Als Ende Januar preu\u00dfische Truppen frostig von der Bev\u00f6lkerung empfangen wurden, stand Moltke wieder unter h\u00f6herem Schutz durch den neuen Zivilkommissar, der erkl\u00e4rte, &#8222;die treuen Beamten gegen Bedrohung und Verjagung durch das Volk zu sch\u00fctzen.&#8220; (ebd.)<\/p>\n\n\n\n<p>Adolph von Moltke, der als k\u00f6nig-herzoglicher Administrator dem d\u00e4nischen K\u00f6nig 1852 noch einen Eid geschworen hatte und nun von den neuen Verh\u00e4ltnissen \u00fcberrannt worden war, befand sich in einer unsicheren Lage. Sein Bruder, der preu\u00dfische Generalstabschef Helmuth, hielt ihn von einem R\u00fccktritt ab, da damit der Verlust aller Einnahmen und damit &#8211; wegen fehlenden Eigentums &#8211; der Verlust des bisherigen Lebensstandards verbunden war &#8211; und der war nicht unerheblich und verursachte Kosten. Die sechs Kinder Wilhelm (17), Helmuth (16), Marie (15), Friedrich (11), Ludwig (9) und Louise (8) wurden auf der Schlossinsel von Hauslehrern unterrichtet. Helmuth war inzwischen wie Wilhelm auf dem Christianeum in Altona. (Jessen, S. 189)<\/p>\n\n\n\n<p>Ab dem 1. Oktober 1867 galt jetzt die preu\u00dfische Verfassung. Moltke \u00fcbte zun\u00e4chst weiter sein Amt auf Rantzau aus und musste ab Oktober 1866 preu\u00dfische Gesetze wie die Trennung von Justiz und Verwaltung, die Einf\u00fchrung der allgemeinen Wehrpflicht, preu\u00dfische Steuergesetze und die Wahlen zum ersten Kreistag umsetzen, teilweise gegen erheblichen Widerstand der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rantzauer Administratur, zust\u00e4ndig f\u00fcr die Grafschaft Rantzau, wurde bald in den neuen Kreis Pinneberg einbezogen, zusammen mit der Herrschaft Pinneberg, dem Kloster Uetersen (mit Ausnahme des Gutes Horst und der Vogtei Krempdorf), den Adligen G\u00fctern Haseldorf, Haselau und Seesterm\u00fche und dem Kanzleigut Flottbek. F\u00fcr den Posten des zuk\u00fcnftigen Landrats kamen die beiden bisherigen Oberbeamten Moltke (65) und der bisherige Pinneberger Landdrost Friedrich Graf von Baudessin (46) in Frage. Trotz seines Alters schlug der Oberpr\u00e4sident Scheel-Plessen &#8211; wohl auch unter dem Druck von dessen inzwischen einflussreichen Bruder, dem Generalstabschef, &#8211; Adolf von Moltke vor, so dass dieser mit Wirkung vom 6. April 1868 sein Amt als Landrat antreten konnte und mit seiner Frau nach Pinneberg in die Drostei umzog. Da Residenzpflicht herrschte, bewohnte er zun\u00e4chst das Palais mit 25 R\u00e4umen, was er sich nur leisten konnte, weil er als ehemaliger d\u00e4nischer Administrator mehr als doppelt so viel verdiente wie ein normaler Landrat. Allerdings ging er bereits am 1. Juni 1870 in den Ruhestand. Moltke wollte jetzt f\u00fcr die Konservative Partei f\u00fcr ein Reichstagsmandat kandidieren, machte zun\u00e4chst aber mit seiner Frau noch einen Besuch bei seinem Bruder auf Gut Kreisau und dann Urlaub in Lugano, wo er jedoch am 7. April 1870 starb. Seine Beerdigung fand &#8222;unter gro\u00dfer Beteiligung der Bev\u00f6lkerung&#8220; in Barmstedt auf dem neuen Friedhof statt. (Mosler; Jessen, S.190)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Olaf Jessen: Die Moltkes. Biografie einer Familie. M\u00fcnchen 2010<\/li><li>Lothar Mosler: Wer war Adolf von Moltke?. Erinnerungen an Pers\u00f6nlichkeiten unserer Stadt, in: Uetersener Nachrichten Nr.45\/1991<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuer und letzter Administrator: (Bernhard) Adolf (Erdmann Georg) von Moltke 1849-1865. 1849 war die Stelle des Administrators der Grafschaft Rantzau neu zu besetzen. Die Statthalterschaft f\u00fcr Schleswig und Holstein setzte Moltke zun\u00e4chst kommissarisch ein, nachdem er das Amt als einer der &#8222;f\u00fcnf K\u00f6nige&#8220; in der Gemeinsamen Regierung niedergelegt hatte. Er war &#8211; wie oben erl\u00e4utert<\/p><\/div>\n<div class=\"blog-btn\"><a href=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=313\" class=\"home-blog-btn\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-313","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-biografien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=313"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/313\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":325,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/313\/revisions\/325"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=313"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=313"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}