{"id":166,"date":"2021-03-05T12:20:16","date_gmt":"2021-03-05T12:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=166"},"modified":"2021-03-05T12:26:35","modified_gmt":"2021-03-05T12:26:35","slug":"dr-med-gaston-schroff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=166","title":{"rendered":"Dr. med. Gaston Schroff"},"content":{"rendered":"\n<p>Dr. med. Gaston Schroff (* 08. Januar 1911 in Paris; \u2020 22. Mai 1986 in Barmstedt) war ein deutscher Kapit\u00e4nleutnant und Arzt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff1984.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-165\" width=\"175\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff1984.jpg 375w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff1984-196x300.jpg 196w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff1984-300x458.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><figcaption>Gaston Schroff, 1984<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Leben<\/h3>\n\n\n\n<p>Dr. Gaston Schroff wurde in Paris geboren und wuchs in der Pfalz und in M\u00fcnchen auf. Er besuchte die Oberrealschule und erlernte zuerst den Beruf Kunstschlosser.<br>Er war zeichnerisch begabt, spielte Geige und Zither und war der Kunst zugewandt. Sein Vater arbeitete l\u00e4ngere Zeit als Kunstschlosser am Pariser Louvre und war Gewerbehauptlehrer in M\u00fcnchen.<br>Nach Studium und Promotion 1936 in Rostock war Dr. Gaston Schroff als Badearzt in Rostock-Warnem\u00fcnde t\u00e4tig. Dort lernte er seine erste Frau Alice aus beg\u00fctertem Haus kennen, die nach Kriegsende in Hamburg ein neues Gl\u00fcck fand und nicht mit nach Barmstedt zog. W\u00e4hrend des Krieges leistete er Dienst als Stabsarzt (Kapit\u00e4nleutnant) einer Schnellbooteinheit der Marine, die in Norwegen stationiert war.<br>Ende 1944 wurde die Marine-Kraftfahr-Abteilung der Wehrmacht von Heidkaten bei Kaltenkirchen, nach Barmstedt verlegt. Ab Januar 1945 begann der Umzug von etwa 20 Holzbaracken. Auf Bem\u00fchung und Anregung von Dr. Gaston Schroff, der seit dem 1. Mai 1945 in Barmstedt gemeldet war und das Marine-Milit\u00e4rlager in Barmstedt betreute, wurde einer gro\u00dfen Anzahl von Heimatvertriebenen das sogenannte Waldlager an der Moltkestra\u00dfe \/ Vosslocher Chaussee f\u00fcr \u00fcber zwei Jahrzehnte zur neuen Heimat. Erst 1966 wurde die letzte Baracke aufgrund von inzwischen ausreichend vorhandenem neuen Wohnungen abgerissen. Dr. Schroffs erstes Krankenrevier befand sich ab Januar 1945 in der K\u00f6nigstra\u00dfe im Lokal Goldener Stern, sp\u00e4ter Barmstedter Hof, bis 1955 im Haus Rotermund in der Bahnhofstra\u00dfe 9 und ab 1956 in seinem neu errichteten Haus in der Feldstra\u00dfe 8.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff_Bahnhofstrasse9-1024x690.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-159\" width=\"461\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff_Bahnhofstrasse9-300x202.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff_Bahnhofstrasse9-768x517.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff_Bahnhofstrasse9-2048x1379.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 461px) 100vw, 461px\" \/><figcaption>Haus Rotermund, Bahnhofstra\u00dfe 9<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nach etlichen Jahren in sog. &#8222;Wilder Ehe&#8220; heiratete er 1954 Lore Rieken aus Barmstedt, die er schon 1946 kennenlernte. Ihr bereits 1934 verstorbener Vater Alfred Rieken war seit 1927 Niederlassungsleiter der Bavaria Brauerei Hamburg auf Rantzau.<br>Dr. Schroff ruderte w\u00e4hrend seiner Studienzeit im Universit\u00e4ts-Achter, war Ski- und Wasserskifahrer und interessierte sich f\u00fcr alte Orientteppiche.<br>Eine besondere Freundschaft pflegte er mit Klaus Schnelle vom Velox-Werk Herbert Schnelle und seinem Jagdgef\u00e4hrten Fritz Eggert vom Hotel Gr\u00fcner Wald in Vossloch.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erbschaft<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach seinem Tod vermachte Dr. Gaston Schroff der Stadt Barmstedt einen Betrag von rund 1,5 Millionen Mark. Das Geld war zweckgebunden. Es durfte ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Verbesserung der Wohnverh\u00e4ltnisse der B\u00fcrger im Altenheim Brunnenstra\u00dfe verwendet werden. Als seine Frau, Lore Rieken, 1995 starb, ging die Erbschaft an die Stadt \u00fcber.<br>In dieser Zeit erschienen in der lokalen Presse einige Artikel, die \u00fcber die Erbschaft berichteten. Leider waren die Artikel zum Teil schlecht recherchiert und gaben die Tatsachen fehlerhaft oder unvollst\u00e4ndig wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Dirk Schnelle, ein Neffe von Dr. Gaston Schroff, erinnert sich:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff1972.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-164\" width=\"255\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff1972.jpg 681w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff1972-218x300.jpg 218w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/GastonSchroff1972-300x413.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><figcaption>Gaston Schroff, 1972<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u00bbDer unzureichend recherchierte Artikel (&#8218;Unglaublich, die Stadt erbt 1,5 Millionen Mark&#8216;) \u00fcber Dr. Schroff in der Barmstedter Zeitung gab damals Anlass f\u00fcr einige Zeilen an die Redaktion der BZ mit dem Hinweis, dass seitens unserer Familie fundierte Informationen zur Verf\u00fcgung gestanden h\u00e4tten. Darauf gab es allerdings keinerlei Reaktion.<br>Dr. Schroff verstand sich nicht als sog. Allgemeinmediziner, mochte diese Wortsch\u00f6pfung nicht. Auf einem Sockel mit Beleuchtung vor dem Hauseingang zur Praxis in der Feldstra\u00dfe war auf einer Marmortafel zu lesen:<br><strong>Dr. med. Gaston Schroff, Prakt. Arzt und Geburtshelfer<\/strong>.<br>Im Keller seines Hauses hatte er weder Werkst\u00fccke noch &#8222;Ger\u00e4tschaften&#8220; aus seiner Lehrzeit als Kunstschlosser (!) gelagert. Die Eingangst\u00fcr seines 1995 von mir geerbten neuen Hauses in der Marktstra\u00dfe schm\u00fcckt ein von ihm gefertigtes kunstvolles Rosengitter, das vorher im Atelierfenster seines Hauses in der Feldstra\u00dfe, das ich 1981 kaufte, angebracht war. Ebenso gibt es ein wunderbar geschmiedetes halbrundes Kamingitter, das als Schutz vor die Kamin\u00f6ffnung gestellt wurde. Diese kunstvolle Arbeit habe ich damals an den interessierten Rektor Dietz von der Chemnitz-Mittelschule abgegeben, dem ich f\u00fcr den Fundus der Schule auch einen pr\u00e4parierten Auerhahn aus dem Erbe \u00fcberlassen konnte.<br>Dr. Schroff war ein leidenschaftlicher J\u00e4ger und fuhr seit 1950 das Fabrikat Porsche. Seinen ersten Porsche (356) kaufte er auf Empfehlung bei Franck und Schmidt (sp\u00e4ter VW Autohaus Elmshorn) in Hamburg-Nienstedten. Das Auto gefiel ihm so gut, dass er im Laufe der Jahre sechs Fahrzeuge kaufte.<br>Nach dem Tod meiner Tante Lore Schroff erfolgte 1995\/1996 die Sanierung und Modernisierung des Alten- und Pflegeheims Barmstedt, Brunnenstra\u00dfe. Die Umsetzung bzw. Fortf\u00fchrung von notwendigen Sanierungs- und Modernisierungsma\u00dfnahmen wurde durch den zweckgebundenen Nachlass der Eheleute Schroff erm\u00f6glicht.<br>Dazu ist zu bemerken, dass das f\u00fcr die Sanierung verwendete Verm\u00f6gen aus dem Erbe Schroff mit dem Verkauf des renovierten Anwesens Brunnenstra\u00dfe an den Investor H.W. Rathjens quasi verpuffte und so leider nur f\u00fcr einen relativ kurzen Zeitraum bedeutsam war.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zeitungsartikel<\/h3>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Werke<\/h3>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fotos<\/h3>\n\n\n\nngg_shortcode_2_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. med. Gaston Schroff (* 08. Januar 1911 in Paris; \u2020 22. Mai 1986 in Barmstedt) war ein deutscher Kapit\u00e4nleutnant und Arzt. Leben Dr. Gaston Schroff wurde in Paris geboren und wuchs in der Pfalz und in M\u00fcnchen auf. 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