{"id":1001,"date":"2022-01-01T17:24:59","date_gmt":"2022-01-01T17:24:59","guid":{"rendered":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=1001"},"modified":"2022-01-01T19:49:11","modified_gmt":"2022-01-01T19:49:11","slug":"die-heiligen-geist-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=1001","title":{"rendered":"Die Heiligen-Geist-Kirche"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das Barmstedter Wahrzeichen &#8211; die Schusterahle &#8211; in jahrelanger Arbeit renoviert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/HeiGeiKir_1_Heiligen-Geist-Kirche2013.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-966\" width=\"272\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/HeiGeiKir_1_Heiligen-Geist-Kirche2013.jpeg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/HeiGeiKir_1_Heiligen-Geist-Kirche2013-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 272px) 100vw, 272px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Pfingsten 2018 wird die Heiligen-Geist-Kirche im Zentrum der sogenannten Barmstedter Kircheninsel 300 Jahre alt. Sie ist eine der sch\u00f6nsten Barockkirchen des Kirchenkreises Rantzau-M\u00fcnsterdorf, obwohl sie in der Zeit der gewaltt\u00e4tigsten Querelen zwischen den beiden Grafenbr\u00fcdern Wilhelm Adolf und Christian Detlef Rantzau entstanden ist. Im Zentrum der Grafschaft gelegen sollte sie das letzte Denkmal sein, das die Rantzauer Grafendynastie sich hier setzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kirchenstandort selbst ist erheblich \u00e4lter als die genannten 300 Jahre. Aus schriftlichen Quellen war seit Jahrhunderten bekannt, dass hier eine der ersten Kirchen im holsteinisch-stormanischen Bereich gelegen haben sollte. Ein arch\u00e4ologischer Nachweis konnte aber erst 1968 bei der letzten gro\u00dfen Renovierung erbracht werden. Unter dem Fu\u00dfboden wurden damals die Grundmauern von zwei Vorg\u00e4ngerkirchen aus dem Mittelalter entdeckt, wodurch nachgewiesen werden konnte, dass die \u00dcberlieferungen von einem Kirchenstandort an dieser Stelle mindestens seit 1140 richtig sind. Das tats\u00e4chliche Alter der vorgefundenen Reste konnte aber auf Grund der damaligen Zeitknappheit im Rahmen der Fu\u00dfbodensanierung nicht festgestellt werden. Interessant ist, dass neben den Grundmauern auch Gruften zum Vorschein kamen, die noch in den ersten Jahrzehnten dieser Heiligen-Geist-Kirche f\u00fcr Administratoren und einen Organisten eingebaut worden waren. Rund um die Kirche hatte bis etwa 1840 ein Kirchhof als Begr\u00e4bnisst\u00e4tte f\u00fcr das gesamte Kirchspiel bestanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Vorbereitung des Jubil\u00e4ums zum 300-j\u00e4hrigen Bestehen hat die Kirche eine Rundumerneuerung bekommen. Rechts im Bild sieht man sie ohne Kugel und Hahn, wie sie im April 2013, als der Turm gerade saniert wurde, ausgesehen hat. Es folgten in den beiden Jahren danach das Au\u00dfenmauerwerk, das Dach und das Turminnere und von Mai bis Dezember 2016 folgte die Restaurierung des Innenraums. Die Sanierungsarbeiten unter der Regie von Architekt Jan-Peter Witte dienten einerseits der energetischen Verbesserung durch Isolierung des Daches und Teilerneuerung der Heizung. Unter den B\u00e4nken wurde daf\u00fcr der Fliesenfu\u00dfboden entfernt und durch Holzboden ersetzt. Au\u00dferdem wurden die Elektrik und die Beleuchtung erneuert. Die Bleifenster wurden instandgesetzt, der Altar gereinigt und in Teilen restauriert, ebenso die W\u00e4nde und die Emporen. Zur Deckung der Kosten werden seit langer Zeit Spenden gesammelt, dennoch werden die 610.000 \u20ac vor allem durch Mittel der Kirchengemeinde und des Kirchenkreises aufgebracht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/HeiGeiKir_2_Umschlag_Jb1980-700x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-967\" width=\"376\" height=\"550\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/HeiGeiKir_2_Umschlag_Jb1980-700x1024.jpg 700w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/HeiGeiKir_2_Umschlag_Jb1980-205x300.jpg 205w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/HeiGeiKir_2_Umschlag_Jb1980-768x1123.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/HeiGeiKir_2_Umschlag_Jb1980.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 376px) 100vw, 376px\" \/><figcaption>Zeichnung vom S\u00fcdwesten, Bernhard Theilig ca. 1980<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Die Heiligen-Geist-Kirche in Barmstedt und ihre Geschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>von Bernhard Theilig, erschienen im Jahrbuch f\u00fcr den Kreis Pinneberg 1980, S. 11 &#8211; 26<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Heiligen-Geist-Kirche in Barmstedt wurde in den Jahren 1717\/18 \u00fcber den Fundamenten einer \u00e4lteren Kirche durch den Hamburger Architekten Joh. Lorenz Nerger erbaut. Den Befehl zum Abrei\u00dfen der alten St. Margarethenkirche und zum Bau einer neuen gab Wilhelm Adolf zu Rantzau, letzter Graf der Reichsgrafschaft Rantzau. Von der alten aus Feldsteinen erbauten Kirche blieben der Turm und die Westmauer erhalten. Der runde Turm wurde 1841\/43 mit Ziegelsteinen ummauert. Sein heutiges Aussehen mit dem Portal erhielt er 1951\/52, als der achteckige Sockel durch eine erneute Ummantelung verst\u00e4rkt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die romanische <a href=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=872#Margarethenkirche\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=872#Margarethenkirche\">St. Margarethenkirche<\/a> hatte ein hohes Alter, war bauf\u00e4llig und war vor allem f\u00fcr die gro\u00dfe Gemeinde viel zu klein geworden. Sie hat mit ziemlicher Sicherheit schon 1140 bestanden, dem Jahre, in dem urkundlich das Kirchspiel Barmstedt zum ersten Mal genannt wird. Manche nehmen als Gr\u00fcndungsjahr 936 an, doch gibt es daf\u00fcr keine Belege. Bei Grabungen 1968 konnten die Grundmauern der alten Kirche einwandfrei ermittelt werden. Es handelt sich um eine typische romanische Kirche mit Gemeindeteil, \u201eSchiff\u201c, und Altarraum, \u201eChor\u201c, verbunden durch einen Chorbogen. Das Schiff ma\u00df 6,40 >&lt; 13,70 Meter. Die Breite entsprach dem Zwischenraum zwischen der heutigen Nord- und S\u00fcdempore, deren Pfosten auf den Grundmauern stehen. Der Chor ma\u00df 5,30x 8 Meter und reichte in der L\u00e4nge vom heutigen Quergang bis zum Kanzelaufgang. Urspr\u00fcnglich endete der Chor in einer halbrunden Apsis, die dann sp\u00e4ter durch eine gerade Ostmauer ersetzt worden ist. Der \u00e4lteste Fu\u00dfboden lag einen Meter tiefer als der heutige und war mit Kopfsteinen gepflastert. Die Mauern waren im Gipsgu\u00dfverfahren errichtet. Von der alten Kirche wissen wir, da\u00df sie nach einem Brande 1627 wieder aufgebaut wurde und da\u00df sie 1682 die erste Orgel erhielt, die dann im Jahre des Abbruchs f\u00fcr 300 Mark verkauft wurde. Die kleine St. Margarethenkirche mit nur 130 qm Grundfl\u00e4che (heute 420) war durch Jahrhunderte der Mittelpunkt einer gro\u00dfen Gemeinde. Zum Urkirchspiel Barmstedt geh\u00f6rte bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts auch Elmshorn. Das sp\u00e4tere Kirchspiel H\u00f6rnerkirchen wurde erst 1752 von Barmstedt abgetrennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bau der neuen Kirche \ufb01el in das letzte Regierungsjahrzehnt der Grafen zu Rantzau. die ihr Schlo\u00df auf der Kr\u00fcckauinsel hatten. Der eigentlich regierende Graf, Christian Detlef, war abwesend. Er wurde 1715-1720 vom preu\u00dfischen K\u00f6nig in Haft gehalten. In dieser Zeit f\u00fchrte sein j\u00fcngerer Bruder Wilhelm Adolf die Regentschaft. Er lie\u00df die Kirche bauen und \u00fcber der Ostt\u00fcr in Initialen seinen Namen und den seiner Gemahlin anbringen, ebenso am Grafen- oder Patronatsstuhl neben seinem Wappen dasjenige seiner Frau. Dazwischen halten zwei aus Wolken ragende H\u00e4nde einen Ehering. ln \u00dcberschriften \u00fcber den Aufg\u00e4ngen zum Grafenstuhl innen: .\u201cAngenehme Zeiten\u201c. au\u00dfen \u201eFELICIORA VOTO&#8220; -, verhie\u00df er seinen Untertanen gl\u00fccklichere Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Inschriften \u00fcber den Kirc<\/strong>hent\u00fcren k\u00f6nnte man in folgender Weise \u00fcbersetzen und in Zusammenhang bringen:<\/p>\n\n\n\n<p>S\u00fcdportal:<br><strong>ANNO MDCCXVII CONDIT.<\/strong> &#8211; Im Jahre 1717 ist diese Kirche erbaut<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgang zum Grafenstuhl:<br><strong>FELICIORA VOTO<\/strong> &#8211; mit dem Wunsche gl\u00fccklichere (Zeiten herbeizuf\u00fchren)<\/p>\n\n\n\n<p>Osteingang:<br><strong>R. G. D. W.A.C.R. et LD. in B.L.N.<\/strong> &#8211; von Gottes Gnaden regierend Wilhelm Adolf, Graf zu Rantzau und L\u00f6wenholm. Herr auf Breitenburg, Lindewitt, Neuendorf<\/p>\n\n\n\n<p><strong>C. C. D. CH.L.C- de S.W.H.W. el N.<\/strong> &#8211; mit seiner Gemahlin. Frau Charlotta Louisa. Gr\u00e4fin von Sayn Wittgenstein. Homburg, Vallendar und Neumagen<\/p>\n\n\n\n<p>Nordportal:<br><strong>DEO POSTERIS SUBDITIS<\/strong> &#8211; (gewidmet) Gott, den sp\u00e4teren Geschlechtern und den Untertanen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dinge nahmen dann einen f\u00fcr die Rantzaus \u00e4u\u00dferst ung\u00fcnstigen Verlauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00e4ltere Graf kehrte zur\u00fcck. Das Verh\u00e4ltnis zwischen den gr\u00e4\ufb02ichen Br\u00fcdern war sehr gespannt. Am 10.11.1721 wurde Christian Detlef im Vo\u00dflocher Wald auf der Jagd erschossen. Im Jahr darauf wurde Wilhelm Adolf unter dem Verdacht, den Mord an seinem Bruder angestiftet zu haben, verhaftet. Zwar konnte ihm dies nicht nachgewiesen werden, doch wurde er \u201ewegen der obwaltenden Umst\u00e4nde&#8220; zu lebenslanger Festungshaft verurteilt, in welcher er 1734 gestorben ist. Der d\u00e4nische K\u00f6nig nahm 1726 die Grafschaft Rantzau in Besitz und lie\u00df sie durch Administratoren verwalten, die auf Schloss Rantzau residierten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Heiligen-Geist-Kirche ist ein an Figuren und Bildern reicher Saalbau im Stile des Barock mit Tonnengew\u00f6lbe und Oktogonalschluss nach Osten. Sie verk\u00f6rpert den Typ der evangelischen Gemeindekirche, wie er im 18. Jahrhundert im Norden \u00fcblich wurde. Waren bis dahin Altarraum und Gemeindeteil streng getrennt, so wurde jetzt der Altar in die Gemeinde hineingestellt und die Kanzel so angebracht, da\u00df der Prediger von \u00fcberall her gut zu sehen und zu verstehen war. Alles dient der Verk\u00fcndigung des Evangeliums und dem Lobe Gottes.<br>Der Altar soll in seiner Gestaltung den Altar zum Vorbild haben. den Quellinus 1696 f\u00fcr die Marienkirche in L\u00fcbeck schuf. Beherrschend steht in der Mitte das Bild des gekreuzigten Heilandes, darunter Maria und der J\u00fcnger Johannes; links und rechts davon die Apostel Petrus und Paulus. \u00dcber der Kreuzigungsgruppe befand sich ein Spruchband, das 1953 \u00fcberrnalt wurde:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDenn ich habe euch zuv\u00f6rderst gegeben, welches ich auch empfangen habe. da\u00df Christus gestorben sei f\u00fcr unsere S\u00fcnden nach der Schrift, und da\u00df er begra ben sei, und da\u00df er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift. 1. Cor. I5, 3-4<\/p>\n\n\n\n<p>ln der L\u00fcnette dar\u00fcber ist als Hochrelief geschnitzt die Grablegung Jesu. Als Bekr\u00f6nung \u00fcber dem Ganzen steht auf einem Sarkophag der triumphierende Christus mit der Siegesfahne und erhobener Schwurhand. Rechts und links von ihm hocken zwei Knaben mit Palmzweigen und erhobenen H\u00e4nden (Bezug: Matth. 21, 15-16). Etwas tiefer stehen zwei Engel mit Posaunen. Die Bibelstelle, auf welche diese ganze Gruppe Bezug nimmt, finden wir in Matth. 24, 30-31:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e. . . und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit gro\u00dfer Macht und Herrlichkeit. Und er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen, und sie werden sammeln seine Auserw\u00e4hlten von den vier Winden\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die silbernen Altarleuchter von 1731 sind. ebenso wie die beiden Kronleuchter von 1732, eine Stiftung der Familie K\u00fchl in Lutzhorn. Ein Otto K\u00fchl war als Beamter des d\u00e4nischen K\u00f6nigs in Odense zu Ansehen und Wohlstand gelangt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kanzel ruht auf der Gestalt Moses, der die Gesetzestafeln h\u00e4lt und dessen Antlitz im Goldglanz leuchtet (2.M. 34, 29). Dar\u00fcber der predigende Christus mit den vier Evangelisten: Matth\u00e4us mit der Menschengestalt, Markus mit dem L\u00f6wen, Lukas mit dem Stier und Johannes mit dem Adler. Auf dem Schalldeckel der Kanzel halten f\u00fcnf Putten die Marterwerkzeuge aus der Passionsgeschichte in den H\u00e4nden: Kreuz, Leiter, Hammer, Bambusstab und die S\u00e4ule, an die Jesus gebunden wurde. Es ist ein in der Barockzeit h\u00e4ufig dargestelltes Motiv (vgl. Bernini, Engelsbr\u00fccke in Rom). \u00dcber der T\u00fcr zum Kanzelaufgang erinnert ein Bild Martin Luthers und eine Inschrift daran, da\u00df im Baujahr der Kirche die zweite .Jahrhundertfeier der Reformation festlich begangen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Taufe,jetzt vorn links im Altarraum, stand bis 1958 im Mittelgang, nahe der Westt\u00fcr. Daran erinnert noch ein Baldachin mit einer Taube und Umschrift an der Unterseite der Orgelempore. Drei Knabengestalten tragen einen mit Engelsk\u00f6pfen gezierten Wolkenkranz, in dem die gro\u00dfe Taufschale aus Messing ruht.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese zeigt in der Mitte eine Darstellung der Verk\u00fcndigung an Maria. Das Jagdmotiv auf dem Schalenrand ebenso wie der als achteckige Haube gestaltete Taufdeckel erinnert auffallend an den Hofbrunnen auf Schlo\u00df Breitenburg, dem Stammsitz der Rantzaus. Der Leuchter f\u00fcr die Osterkerze, der neben der Taufe steht, wurde 1978 von U. E. Bl\u00e4se \/ Pl\u00f6n gefertigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Orgel ist ein besonders wertvolles Werk von au\u00dferordentlicher klanglicher Sch\u00f6nheit. Sie hat, auf Hauptwerk, Brustwerk, R\u00fcckpositiv und Pedal verteilt, 31 Register und 2196 Pfeifen. Der Prospekt, die Vorderansicht, ist nach Art der Arp-Schnitger-Orgeln gestaltet. Erbaut wurde sie 1719\/20 \u2013 noch ohne R\u00fcckpositiv &#8211; wahrscheinlich von dem Schnitgersch\u00fcler Johann Hinrich Klapmeyer in Gl\u00fcckstadt, mit dem sp\u00e4ter ein Pflegevertrag abgeschlossen wurde. Diese urspr\u00fcngliche Orgel mu\u00df mit ihren 26 Registern in ihrer Disposition ein gro\u00dfartiges Werk gewesen sein und wunderbar geklungen haben. Man hatte beim Bau auch keine Kosten gescheut. Sie war verdungen gewesen zu 2100 Mark L\u00fcbsch, was in der damaligen Zeit dem Wert von zwei mittleren Bauernh\u00f6fen entsprach. Von den damals 2000 Pfeifen ist heute etwa noch die H\u00e4lfte vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1857 wurde durch die Firma Marcussen-Apenrade eine ,.Hauptreparatur\u201c der Orgel durchgef\u00fchrt, die zwar manche technische Verbesserungen brachte, aber das klangliche Bild sehr ung\u00fcnstig ver\u00e4nderte. So wurden fast 1000 der alten Pfeifen einfach entfernt, das Brustwerk ganz hinten an die Turmwand unter die Decke verlegt und neue Register eingebaut, die in einer Barockorgel wie Fremdk\u00f6rper wirkten. Gleichzeitig wurde der urspr\u00fcnglich helle Anstrich der Orgel abgeschliffen und das Holzwerk mit Mahagonifarbe angestrichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1960 wurde die Orgel von der Firma Kemper-L\u00fcbeck gr\u00fcndlich \u00fcberarbeitet nach einem Gutachten, das von dem Orgelsachverst\u00e4ndigen der Landeskirche, Helmut Schr\u00f6der, Kirchenmusikdirektor in Pinneberg, zusammen mit dem Organisten Heinz Aude erstellt worden war. Das Brustwerk wurde wieder nach vorne in den Prospekt verlegt und die ganze Orgel um einen Meter zur\u00fcckversetzt, wodurch mehr Raum f\u00fcr den Kirchenchor geschaffen wurde. Im Interesse des klanglichen Gleichgewichts wurde an der Br\u00fcstung der Orgelempore ein R\u00fcckpositiv mit sechs Registern neu eingebaut. Durch den Kirchenmaler Hermann Wehrmann aus Gl\u00fcckstadt erhielt das Holzwerk wieder eine hellere und reichere Farbgebung, wie sie einer Barockorgel entspricht und sich harmonisch in das Gesamtbild des Kirchenraumes einf\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bilder an den Emporen stellen Szenen aus dem Leben und den Reden Jesu nach den Evangelien dar. Sie sind so angeordnet, da\u00df sie vorn links hinter der Kanzel mit der Verk\u00fcndigung an Maria beginnen, rechts herum ihren Fortgang nehmen und schlie\u00dflich bei der Nordt\u00fcr mit der Himmelfahrt Christi enden. Als das Orgelr\u00fcckpositiv in die Br\u00fcstung der Westempore eingebaut wurde, hat man die dort befindlichen Bilder an den beiden oberen Emporen angebracht. Unter den Bildern stehen die Namen derer. die dem Maler das Geld f\u00fcr das jeweilige Bild gegeben haben.Die Sinnspr\u00fcche zu den Bildern k\u00f6nnten als Verfasser den Pastor Esmarch in Herzhorn haben, der auch ein gro\u00dfes Festgedicht zur Einweihung der Kirche verfa\u00dft hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Deckengew\u00f6lbe, urspr\u00fcnglich gipsverputzt, mu\u00dfte schon 1754 erneuert werden. Den Auftrag, es mit Themen haupts\u00e4chlich aus dem Alten Testament auszumalen, erhielt der Elmshorner Hans Hinrich Morthorst, der sp\u00e4ter auch die Horster Kirche ausgemalt hat. \u00dcber der Orgel ist die Erschaffung des Lichts angedeutet. In der S\u00fcdwestecke sieht man die Arche und das Dankopfer Noahs, 1. Mose 8,21. Noah selbst befand sich vermutlich an der Stelle des sp\u00e4ter gebrochenen Lichtschachtes. Links vom Regenbogen sieht man die Vertreibung der Kanaaniter, Sach. 14, 21, und anschlie\u00dfend Lots Auszug aus Sodom, Spruchband: Luk. 17, 32. An der Nordseite beginnt die Darstellung mit Abraham, der den Namen Gottes predigt (I. M. I2, 8), im Hintergrund Japhet und Sem (bei seinen H\u00fctten), 1. M. 9, 27. An der Stelle des Lichtschachts war vielleicht Canaan. Es folgt die Opferung Isaaks, Spruchband: Hebr. ll, IT-19, ferner Mose mit den Gesetzestafeln, 5. M. 6,7 und Johannes der T\u00e4ufer, Matth. 3,8 Gegen\u00fcber auf der S\u00fcdseite ist das Gesicht Petri von den unreinen Tieren zu nennen, das den \u00dcbergang des Evangeliums in die Heidenwelt andeutet, Spruchband: Apg. 10, 7. Als Abschlu\u00df und Kr\u00f6nung des Ganzen ist \u00fcber dem Altar das Lamm Gottes aus Offenbarung 7, 17 abgebildet. Mitten im Gew\u00f6lbe erinnert ein schwebender Engel an die Vision des Sehers Offb. I4, 6: Und ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium. \u2013 Hans Hinrich Morthorst vollendete sein Werk am 10.1.1756.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gest\u00fchl war urspr\u00fcnglich durch Bankt\u00fcren verschlie\u00dfbar. 1895 wurden durch den Tischlermeister Steckmeister die B\u00e4nke erneuert. Vom alten Gest\u00fchl wurden nur die geschnitzten Bankwangen wieder verwendet. 1968 wurden im lnteresse einer bequemeren Sitzweise die Banklehnen schr\u00e4ger gestellt, die Sitzfl\u00e4chen verbreitert, Heizk\u00f6rper eingebaut und die B\u00e4nke erstmalig mit Farbe angestrichen. Au\u00dferdem wurde die Zahl der Bankreihen verringert, d. h. die Zwischenr\u00e4ume wurden vergr\u00f6\u00dfert und hinten ein freier Raum ausgespart, der, falls erforderlich, mit St\u00fchlen bestellt werden kann. Auf eine fest angebrachte Polsterung der Sitzfl\u00e4chen, wie auch auf L\u00e4ufer in den G\u00e4ngen, wurde verzichtet, um die sehr sch\u00f6ne Akustik des Kirchenraumes nicht zu beeintr\u00e4chtigen. Die Kirche hat jetzt etwa 800 Sitzpl\u00e4tze. Bis 1924 hatte jede Familie ihre eigenen Kirchenpl\u00e4tze. Diese waren gekauft, und es wurde ein regelrechtes Stuhlregister gef\u00fchrt. Da dies bei zunehmender Freiz\u00fcgigkeit der modernen Menschen mehr und mehr als unertr\u00e4glich empfunden wurde, hat man durch Kirchengesetz diese Eigentumsrechte aufgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p>lm Jahre 1968 wurden auch die Aufg\u00e4nge zur Orgelempore ge\u00e4ndert und eine T\u00fcr und ein gro\u00dfes Fenster in der Westwand zugemauert. Als der alte aus Zement und Ziegelsteinen bestehende Fu\u00dfboden herausgenommen war, wurden nicht nur die Fundamente der alten Kirche freigelegt. Es wurden auch Grabplatten und intakte Grabkammern gefunden: Im Schnittpunkt der Hauptg\u00e4nge die Grabkammer des Organisten F. Schl\u00fcter, 1755, unter dem Gest\u00fchlsblock bei der Kanzel die des Administrators G. W. von S\u00f6hlenthal, 1768, und im Mittelgang vor dem Altar die des Administrators J. O. Niemann, 1789. Eine Grabkammer in der N\u00e4he des Patronatsstuhls war zugesch\u00fcttet. Napoleon erlie\u00df ein Gesetz, nach dem Beisetzungen in den Kirchen k\u00fcnftig verboten sein sollten. Bis 1844 diente der Platz um die Kirche als Friedhof. Gedenktafeln von den Gr\u00e4bern der Pastoren Braun, 1764, Wedde, 1777, und Chemnitz, 1834, wurden an der Nordmauer der Kirche aufgestellt. Ein Sohn des Pastors Chemnitz war der Dichter des Schleswig-Holstein-Liedes, Matth\u00e4us Friedrich Chemnitz. &#8211; Die Kirche liegt in Ostwest-Richtung, wobei der Altar im Osten, der Turm im Westen steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Turm hat eine H\u00f6he von 53,2 Metern. Wegen der spitzen schlanken Form des Turmhelms wird er im Volksmund gern die \u201eSchusterahle\u201c genannt, wobei man sich daran erinnert, da\u00df in fr\u00fcherer Zeit das Schusterhandwerk in Barmstedt eine beherrschende Rolle gespielt hat. Im Jahre 1864 wurden die Holzschindeln durch Schiefer ersetzt. Turmhahn und Kugel m\u00fcssen von Zeit zu Zeit, bisher alle 25 Jahre, neu vergoldet werden, zuletzt geschah dies 1962. In der Kugel befinden sich Urkunden und M\u00fcnzen aus der Zeit seit 1748. Die Turmuhr wurde 1959 erneuert und gleichzeitig eine elektrische L\u00e4uteanlage installiert. Von den beiden Glocken wurde die kleinere im Jahre 1741 von J. A. Bieber, Hamburg, gegossen. Sie ist aus Bronze, hat den Ton G und einen Durchmesser von 105 cm. Die gro\u00dfe mit dem Ton E ist aus Stahl und wurde 1953 in Bochum gegossen. Ihre Vorg\u00e4ngerinnen aus Bronze mu\u00dften in den beiden Weltkriegen abgeliefert werden. Der Turmraum zu ebener Erde, der als Eingang zur Kirche dient, erhielt 1960 eine Holzverkleidung, Heizung und einen neuen Fu\u00dfboden. Die erste Zentralheizung erhielt die Kirche im Jahre 1901, elektrische Beleuchtung 1916. Im Jahre 1953 wurde unter Anleitung des Leiters der Malerfachschule in Hamburg, Fritz Beyle, eine Innenausmalung der Kirche durch den Malermeister Ernst Stapelfeldt durchgef\u00fchrt, die 1968 in einzelnen Teilen ver\u00e4ndert oder erg\u00e4nzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachtet man die Heiligen-Geist-Kirche als Bauk\u00f6rper, so ist sie ein ehrw\u00fcrdiges Denkmal kulturellen Gestaltungswillens aus fast einem Jahrtausend. Der beh\u00e4bige runde Turm, in seinem Mauerkern noch aus Feldsteinen und einst Zufluchtsort in Zeiten der Not und Gefahr, vergegenw\u00e4rtigt die Stilepoche der Romanik. Der in die H\u00f6he strebende schlanke Turmhelm tr\u00e4gt deutlich das Gepr\u00e4ge der Gotik. Geradezu elegant wirkt der m\u00e4chtige Hallenbau der Kirche, der bei einem Minimum an Material ein Maximum an Raum umschlie\u00dft und in &#8217;seiner Innengestaltung etwas von der Gel\u00f6stheit und Festlichkeit des Barock versp\u00fcren l\u00e4\u00dft. F\u00fcr alle Geschlechter aber war es das Gotteshaus, in dem der Mensch Trost und Weisung f\u00fcr Glauben und Leben empfing, in dem ihm gleichzeitig das Bewu\u00dftsein vermittelt wurde, Glied in einer gro\u00dfen, lebendigen Gemeinde zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Daten zur Geschichte der Kirche:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>1140 wird zum erstenmal das Kirchspiel Barmstedt erw\u00e4hnt. Wann die alte romanische, aus Feldsteinen erbaute St. Margarethenkirche errichtet wurde, ist unbekannt. Vermutlich wurde die halbrunde Apsis in der Zeit des gotischen Baustils, nach 1200, durch eine gerade Ostmauer ersetzt.<\/li><li>1627 fiel die Kirche einem Brande zum Opfer und wurde in der Folge nur notd\u00fcrftig wieder aufgebaut.<\/li><li>1682 erhielt sie eine Orgel.<\/li><li>1717 wurde die Kirche bis auf die Fundamente abgerissen. Nur die Westmauer und der Turm blieben erhalten. Die neue Heiligen-Geist-Kirche wurde am Pfingstfest des Jahres 1718 eingeweiht.<\/li><li>1719\/20 wird die neue Orgel eingebaut.<\/li><li>1731 Altarleuchter gestiftet<\/li><li>1732 Kronleuchter gestiftet<\/li><li>1741 Bronzeglocke umgegossen<\/li><li>1754 wurde das Tonnengew\u00f6lbe erneuert und bis 1756 von Hans Hinrich Morthorst ausgemalt.<\/li><li>1755, 1760 und 1789 wurden die Grabkammern f\u00fcr Schl\u00fcter, S\u00f6hlenthal und Niemann eingebaut.<\/li><li>1756 wird ein Kirchenstuhlregister f\u00fcr die etwa 1000 Sitzpl\u00e4tze der Kirche eingerichtet.<\/li><li>1767 erh\u00e4lt der Turm St\u00fctzpfeiler an der Westseite.<\/li><li>1842 wird der Turm mit Ziegelsteinen ummantelt.<\/li><li>1864 werden die Holzschindeln des Turmhelms durch Schiefer ersetzt.<\/li><li>1896 Erneuerung des Kirchengest\u00fchls.<\/li><li>1902 Zentralheizung eingebaut.<\/li><li>1914 Toilettenanbau<\/li><li>1916 Elektrische Beleuchtung<\/li><li>1917 Ablieferung der gro\u00dfen Glocke und der Zinnpfeifen.<\/li><li>1925 neue Bronzeglocke eingeweiht, 1942 wieder abgeliefert<\/li><li>1951\/52 Turmsockel ummantelt und Kirchenportal erneuert.<\/li><li>1953 Einweihung der neuen Stahlglocke.<\/li><li>1954 Innenausmalung der Kirche. Heizungsanbau erweitert.<\/li><li>1960 Gro\u00dfe Orgelreparatur, R\u00fcckpositiv neu eingebaut.<\/li><li>1968 Kirchenjubil\u00e4um. Renovierungsarbeiten. Grabungen. Neue Beheizung vom Gemeindehaus aus.<\/li><li>1978 wurde die H\u00f6he des Kirchturms neu vermessen. Ergebnis: Turmspitze 53,2 m, H\u00f6he des Mauerwerks des Turms 18.1 m.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Grabungen in der Kirche 1968<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p>Von der alten St. Margarethenkirche, die 1717 abgerissen wurde, gibt es keine bildliche Darstellung. Zwar befindet sich auf der alten Karte von Daniel Freese (1588) die Zeichnung einer Kirche in Barmstedt, doch handeltes sich da eindeutig um das Schema einer Kirche, nicht um eine Abbildung der Wirklichkeit. Bekannt war von der St. Margarethenkirche nur, da\u00df es sich bei ihr um eine aus Feldsteinen erbaute romanische Kirche handelte, von welcher der sp\u00e4ter mit Ziegelsteinen ummauerte Turm heute noch steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1968 wurde im Zuge von Renovierungsarbeiten das Gest\u00fchl entfernt und der aus Beton, Ziegelsteinen und Sandsteinplatten bestehende Fu\u00dfboden aufgenommen. Als man an der Westwand das Holzpaneel entfernte, zeigte sich, da\u00df auch die Westwand noch zum Teil aus Feldsteinen bestand. Es war deutlich erkennbar, da\u00df sie im Gipsgu\u00dfverfahren errichtet war, d. h. man hatte innerhalb einer Bretterverschalung, Lage um Lage, die Feldsteine in Gipsm\u00f6rtel eingebettet. Dort, wo die Feldsteinmauerung aufh\u00f6rte, stie\u00dfen unsere jugendlichen Helfer in ca. 30 cm Tiefe auf das Fundament der alten S\u00fcdmauer, das eine Dicke von 90 cm aufwies. Es war verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einfach, durch Probel\u00f6cher den Verlauf der S\u00fcdmauer zu ermitteln, und zwar bis zu der Stelle, wo wegen des Einbaus einer (sp\u00e4ter zugesch\u00fctteten) Grabkammer das ganze Mauerwerk zerst\u00f6rt war. \u00dcbrigens stehen die Pfosten der heutigen Emporen auf den Fundamenten der S\u00fcd. bzw. Nordmauer.<\/p>\n\n\n\n<p>Als dann in der Fluchtlinie weitergesucht und. etwa 70 cm nach links einger\u00fcckt, die Chor-S\u00fcdmauer festgestellt werden konnte, erschien es angebracht, das Landesamt f\u00fcr Denkmalsp\ufb02ege zu benachrichtigen. Am 4. Juli kamen die Herren Dr. Teuchert und Dr. Ellger und machten sich, unterst\u00fctzt durch zwei vom Kirchenvorstand zur Verf\u00fcgung gestellte Hilfskr\u00e4fte, an die Arbeit. W\u00e4hrend sie den Verlauf der Nordmauer ermittelten, ging der Berichterstatter den Komplex von Osten, d. h. vom Altar her, an und stie\u00df auf ein auffallend breites Mauerwerk (130 cm), das in sich eine gerade Ostmauer und den Scheitelpunkt einer halbrunden Apsis vereinte. Die Ostmauer hatte sonst eine Dicke von 75 cm. Die Dicke der Apsismauer schwankte zwischen 75 und 90 cm. Der Apsisbogen, der innen eine Breite von etwa 3,70 m und eine Tiefe von 2,50 m gehabt haben mag, war in seinem n\u00f6rdlichen Teil v\u00f6llig zerst\u00f6rt, wohl wegen des Einbaus der Grabkammern Niemann und S\u00f6hlenthal. Die s\u00fcdliche H\u00e4lfte des Apsisbogens aber war, zusammen mit einem St\u00fcck des mit Feldsteinen gepflasterten Fu\u00dfbodens, sehr sch\u00f6n erhalten. Dieser lag etwa 90 cm unter dem heutigen Niveau. Wir haben es an dieser Stelle zweifellos mit dem \u00e4ltesten Teil der Kirche zu tun. In der Nordostecke des Chores war, etwa 40 cm h\u00f6her als der alte, noch ein St\u00fcck des sp\u00e4teren Fu\u00dfbodens, ein Estrich aus Gipsbeton, vorhanden. Das besagt, da\u00df nach dem Abrei\u00dfen der Apsis und der Errichtung der neuen Ostmauer der Boden aufgesch\u00fcttet und um 40 cm erh\u00f6ht worden ist. Genau das gleiche geschah dann im Jahre 1717, als die alte Kirche abgerissen und die Heiligen-Geist-Kirche gebaut wurde: man erh\u00f6hte das Fu\u00dfbodenniveau wiederum um etwa einen halben Meter.<\/p>\n\n\n\n<p>Als dann zu guter Letzt auch noch der Ansatz zum Chorbogen, der Kirchenschiff und Chor trennte, an der Nordmauer gefunden wurde, lie\u00df sich der Grundri\u00df der alten St. Margarethenkirche einwandfrei rekonstruieren. Das alte Gotteshaus besa\u00df also ein Kirchenschiff, 13,70 m lang und 6,40 m breit, an das sich &#8211; ein wenig schief &#8211; ein Chorraum anf\u00fcgte, 8 m lang und 5,30 m breit, der urspr\u00fcnglich mit einer Apsis nach Osten abschlo\u00df. Eine Steinp\ufb02asterung au\u00dfen vor der S\u00fcdmauer k\u00f6nnte darauf hindeuten, da\u00df in der S\u00fcdwestecke des Chores der Eingang f\u00fcr die Geistlichen gewesen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Renovierungsarbeiten nicht weiter behindert werden sollten. Wurden nun die Grabungen eingestellt. Wenig sp\u00e4ter deckte ein l\u00fcckenloser Fliesenfu\u00dfboden die steinernen Zeugen der Vergangenheit, die Fundamente und Grabkammern, zu, und es ist fraglich, ob je ein menschliches Auge sie wieder zu Gesicht bekommen wird. F\u00fcr den Geschichtsforscher sind die Grabungsergebnisse deshalb interessant, weil wir hier das einzige Beispiel einer romanischen Feldsteinkirche in so reiner Auspr\u00e4gung im s\u00fcdwestlichen Holstein haben. Vergleichbare Bauten haben wir heute in den sog. Vizelinkirchen in Ostholstein, z. B. Neukirchen bei Malente und Ratekau, die Richard Haupt so beschreibt: \u201eEin hoher runder Turm im Westen, ein stattliches, im Innern 10 m breites Schiff.. und \u00f6stlich der quadratische Chor mit halbrunder Apsis, beides gew\u00f6lbt. Der Stoff roher Feldstein, aber alles in Gipsgu\u00df gebettet.\u201c (,.Die Bau- und Kunstdenkm\u00e4ler der Provinz Schleswig-Holstein, 6. Band, Heide in Holstein 1925\u201c, Seite 516.) Im Unterschied zur alten Barmstedter Kirche sind die Vizelinkirchen alle sp\u00e4ter und vor allem gr\u00f6\u00dfer. Die Kleinheit der St. Margarethenkirche, an der in einem halben Jahrtausend kaum etwas ge\u00e4ndert wurde, ist ein auffallendes Merkmal. zumal sie das Gotteshaus eines sehr gro\u00dfen Kirchspiels und zuletzt die Residenzkirche der Grafschaft Rantzau war.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die oben beschriebenen Ausgrabungen berichtet von kompetenter Seite Dr. Dietrich Ellger in: \u201eNordelbingen, Beitr\u00e4ge zur Kunst- und Kulturgeschichte. Band 38. Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens &amp; Co.. Heide in Holstein 1969\u201c, Seite 206 f.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun noch einige Bemerkungen zu den Grabkammern. Im Kreuzungspunkt der Hauptg\u00e4nge befand sich unter einer beschrifteten Grabplatte der Einstiegsschacht zur Gruft des Organisten Johann Schl\u00fcter (1755), zu der vom Westen eine .zugesch\u00fcttete Treppe f\u00fchrte. Die Grabkammer selbst, knapp mannshoch, hatte eine leicht gew\u00f6lbte Decke und einen mit glasierten Fliesen belegten Fu\u00dfboden. Die Gruft des Administrators Joh. Otto Niemann (1783-89) war kenntlich durch eine Grabplatte im Mittelgang vor dem Altar. Die bis dahin unbekannte Lage der Grabkammer des Administrators Georg Wilhelm Baron von S\u00f6hlenthal (1838-68) konnte durch einen zur Nordmauer f\u00fchrenden Luftschacht ermittelt werden. Hier ruhen in drei S\u00e4rgen S\u00f6hlenthal und seine beiden Gemahlinnen. Eine vierte Grabkammer ist nach Erinnerung noch Lebender wohl 1953 zugesch\u00fcttet worden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie es zum Neubau der Kirche in Barmstedt kam<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Auskunft der Gemeindechronik wurden im Jahre 1627 Pfarrhaus und Kirche \u201evon dem Kayserlichen Kriegs Volck gantz und gar in die Aschen gelegt\u201c. \u00dcber die damaligen Zust\u00e4nde schreibt der sp\u00e4tere Pastor Rode (1676-1711): \u201eZur selbigen Zeit war unser Kirchspiel, welches mehr denn 20 D\u00f6rfer hat, so gar ausgestorben und die Leute dergestalt zerstreut und verjaget worden. da\u00df nach dem Kriege die gantze Gemeinde nicht \u00fcber 20 bis 30 Leute starck gewesen&#8220;. Nach dem Abzug der Feinde im Juni 1629 kehrten allm\u00e4hlich die Menschen aus ihren Verstecken und Zu\ufb02uchtsorten zur\u00fcck und machten sich an den Wiederaufbau ihrer Heimst\u00e4tten. Es dauerte aber noch viele Jahre, bis auch Kirche und Pfarrhaus notd\u00fcrftig wiederhergerichtet werden konnten. Noch 1638 und sp\u00e4ter richteten die Barmstedter Bittschriften an ihre Landesherren, um Geldmittel f\u00fcr den Bau und die Besserung ihrer .,verdorbenen. ungestalten Kirche\u201c zu erhalten (siehe H. D\u00f6ssel, Bd. I, Seite 87). immer neue Einquartierungen, Kriegskontributionen und schlie\u00dflich Pl\u00fcnderungen im Schwedenkrieg 1643-45 lie\u00dfen die Bev\u00f6lkerung nicht zur Ruhe kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Schwedenkrieg wurde im Jahre 1657 auch die Elmshorner Kirche zerst\u00f6rt. Zu ihrem Wiederaufbau schrieb der Graf Christian Rantzau im April 1660 eine Kollekte aus, und im Jahre darauf konnte sie, wenn auch nicht ganz vollendet, wieder eingeweiht werden. Graf Christian, durch den 1650 aus dem Amt Barmstedt die Grafschaft Rantzau geworden war, lie\u00df in Elmshorn f\u00fcr bed\u00fcrftige B\u00fcrger ein Pr\u00e4bendenstift errichten. Er war es auch, der das \u201eHaus Barmstede\u201c auf der Kr\u00fcckauinsel, das bis dahin der Sitz der schauenburgischen Amtm\u00e4nner gewesen war, zum \u201eSchlo\u00df Rantzau\u201c um- und ausbauen lie\u00df. Es scheint, da\u00df diese Bauarbeiten in seinem Todesjahr 1663 abgeschlossen gewesen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Nachfolger, Graf Detlef, hat manches f\u00fcr die F\u00f6rderung des kirchlichen Lebens getan. Er richtete 1668 in Barmstedt eine zweite Pfarrstelle ein und berief als ersten Propst der Grafschaft Rantzau den Lizentiaten Johannes Lassenius. 1669 ordnete er die Anlegung von Kirchenb\u00fcchern an. Graf Detlef machte sich ernsthafte Gedanken \u00fcber den Neubau einer Kirche in Barmstedt. Davon zeugt der Entwurf eines Briefes an Lassenius, der inzwischen an die deutsche St. Petri-Kirche in Kopenhagen gegangen war. Der Graf bittet ihn, in der Kopenhagener Gemeinde eine Kollekte f\u00fcr den beabsichtigten Kirchenbau in Barmstedt durchzuf\u00fchren. Einen weiteren Brief richtete er 1694 an seinen Inspektor auf Rantzau, der angefragt hatte, wie er einen den Untertanen zustehenden Fonds von 200 Reichstalern verteilen solle. Der Graf antwortete (nach H. D\u00f6ssel, IV. Heft, 5,8): \u201eWir haben hochn\u00f6tig ermessen, da\u00df die Kirche zu Barmstette erweitert und zu der Kirchspiels=Leute Beste (damit sie nicht aus der Kirche, wie \u00f6fters geschiehet, bleiben d\u00fcrfen) in besseren Stande gebracht werde, und dann diese den Kirchspiels Leuten nicht besser denn zu diesem Bau k\u00f6nnen employieret werden..\u201c Der Inspektor Bocatius erh\u00e4lt die Weisung, fernerhin auf Vermehrung dieses Fonds bedacht zu sein. Graf Detlef sollte diesen Bau nicht mehr durchf\u00fchren. Er starb im September 1697 und hinterlie\u00df zwei S\u00f6hne und eine Tochter, Christian Detlef (geb. 1670), Wilhelm Adolf (geb. 1688) und Catharina Hedwig (geb.1683).<\/p>\n\n\n\n<p>Christian Detlef, als regierender Graf zun\u00e4chst ausgestattet mit allen \u00c4mtern und W\u00fcrden, die auch sein Vater hatte, Kaiserl. Geheimer Rat und Kammerherr, K\u00f6niglich d\u00e4nischer Vizestatthalter und Amtmann zu Rendsburg usw., verfeindete sich nach und nach mit allen und jedem:<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem d\u00e4nischen K\u00f6nig, weil er von seinem Vater eingegangene Vertr\u00e4ge nicht einhielt. Bei einem erregten Disput in Gl\u00fcckstadt h\u00e4tte ihn der K\u00f6nig Friedrich IV. um ein Haar mit seinem Degen get\u00f6tet.<br>Mit seinen Untertanen, weil er mit gro\u00dfer H\u00e4rte immer mehr Geld aus ihnen herauszupressen versuchte. Des \u00f6fteren wurden Mordanschl\u00e4ge gegen ihn ver\u00fcbt.<br>Mit seinem Bruder wegen Erbstreitigkeiten.<br>Mit dem Herzog von Gottorf, weil dieser die Grafschaft wieder in seinen Besitz zu bringen versuchte.<br>Schlie\u00dflich wurde er, als er im Jahre 1715 in Berlin Hilfe gegen seine Widersacher suchte, vom preu\u00dfischen K\u00f6nig in Festungshaft genommen und f\u00fcnf Jahre lang festgehalten. Da\u00df er f\u00fcr einen Neubau der Kirche in Barmstedt, wie \u00fcberhaupt f\u00fcr die Belange seiner Untertanen wenig Interesse zeigte, daran besteht kein Zweifel.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders stand es mit seinem j\u00fcngeren Bruder. Der damalige Neuendorfer Pastor Christian Grassau berichtet in seiner Chronik, da\u00df Wilhelm Adolf, nachdem er 1715 das ihm zugesprochene Gut Neuendorf in Besitz genommen habe, er auf \u201einst\u00e4ndiges Verlangen der dasigen Untertanen\u201c auch in die Grafschaft Rantzau gekommen sei und hier zun\u00e4chst als Administrator, dann aber als regierender Graf aufgetreten sei. Am 31.10.1715 heiratete er ein Uetersener Klosterfr\u00e4ulein, die Comtesse Charlotte Louise von Wittgenstein. Er war es, der, nach einer Eintragung im Kirchenbuch, im Jahre 1717 den Befehl zum Abbruch der alten St. Margarethenkirche und zum Bau der neuen Kirche gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachrichten \u00fcber die Begleitumst\u00e4nde des Kirchenbaues sind \u00e4u\u00dferst sp\u00e4rlich. Wir haben ein Kollektenbuch, \u201ein welchem speci\ufb01ciret, was sowohl die Hochgr\u00e4\ufb02ich Rantzauischen Bedienten zu Drage und einige andere christliche Persohnen als auch die Eingepfarreten zu Breitenberg, M\u00fcnsterdorff und Aspe zu Erbauung der Kirchen zu Barmstedt in der Reichsgrafschaft Rantzau in Anno 1717 verehret haben\u201c. Es hat die Nummer 2 und weist als Ergebnis der Sammlung einen Betrag von 94 Reichstalern und 2 Schillingen aus (30. Sept. 1717).<\/p>\n\n\n\n<p>Vorhanden ist ferner ein Kostenanschlag und Bauplan des Hamburger Baumeisters Johann Lorentz Nerger, der dann auch den Bau durchge\ufb01ihrt hat. Er veranschlagte die Kosten auf 16 300 Mark (nach anderer Quelle 6500 Reichstaler), (Nach H. D\u00f6ssel, IV. Heft, 5.9).<\/p>\n\n\n\n<p>Bedenkt man die spannungsgeladene Situation von damals &#8211; der rechtm\u00e4\u00dfige Graf konnte jeden Tag aus Berlin zur\u00fcckkehren -, dann bekommt ein Festgedicht, das der Herzhorner Pastor Essmarch zur Einweihung der Heiligen-Geist-Kirche am P\ufb01ngstfest 1718 dichtete, eine besondere Note. Es ist mitgeteilt in der Zeitschrift f\u00fcr schl.-ho|st. Geschichte. Bd. 18, Kiel 1888, Seite 237.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu hochgebohrner Graf, Du Zier der Hohen Ahnen,<br>Ergetzung, Trost und Licht der treuen Untertanen, Ihr weiser Salomon, Du, deines Hauses Glantz, Dir \ufb02icht die Ewigkeit den gr\u00fcnen Lorber=Krantz, Der unverwelklich ist. Dein Ruhm, dein Ehre schwebet Beim S\u00fcd= und Norder=Pol, und bl\u00fchet alle Zeit. Du bist und bleibest stets ein Sohn der Ewigkeit. Du sahest, wie es hier, in deinem Barmstedt ginge, Wie Deines Gottes Haus fast nur zusammenhinge. Es dr\u00e4ute den Ruin. Zudem wars viel zu klein, Es konnte k\u00fcmmerlich das halbe Volk hinein. Dies alles sahest Du. Jedoch nicht ohne Schmertzen. Dich jammerte des Volks. Die Noht ging Dir zu Hertzen. Du dachtst auf Besserung und zeigetest dabey, Da\u00df Dir Dein Unterthan ans Hertz gewachsen sey. Wie? sprachst Du, Sollen denn die zu dem Tempel gehen, Dem sch\u00f6nen Gottes=Dienst des Herren nicht zusehen? Die Helffte steht von fern. Die Hellfte geht hinein. Nein. Der Desordre mu\u00df bald abgeholffen seyn. Du sorgtest also fort f\u00fcr deines Gottes Ehre. Du sorgtest f\u00fcr sein Haus und f\u00fcr die reine Lehre. Du sorgtest f\u00fcr dein Volk und dessen Seeligkeit. Es trieb dich Gottes Geist, und machte Dich bereit Zu einem neuen Bau. Den sieht man jetzo stehen So, da\u00df nichts k\u00f6stlichers, nichts sch\u00f6ners ist zu sehen, So weit als Holstein gr\u00e4nzt. Es schaut ihn jedermann Zu deinem h\u00f6chsten Ruhm, fast mit Verwundrung, an. Dein Barmstedt danket Dir, es fallt dir zu den F\u00fc\u00dfen. Es w\u00fcnschet deiner Huld noch lange zu genie\u00dfen. . _ \u2026Es wird in aller Welt Dein Name hochgesch\u00e4tzet. Denn Wilhelm Adolph steht den Sternen einge\u00e4tzet. Charlotta steht dabey. Das Haus von Witgenstein<\/p>\n\n\n\n<p>Mu\u00df mit des Rantzau Ruhm allzeit verkn\u00fcpfet seyn &#8222;<\/p>\n\n\n\n<p>Gewi\u00df, der Stil des Gedichtes wird von uns als unertr\u00e4glich empfunden. Aber diese Ausdrucksweise war in der Zeit des Barockstils allgemein \u00fcblich, und gerade das Schicksal des so hoch Gepriesenen kann uns lehren, wie sich alles ins Gegenteil verkehren kann, wenn sich Dank und Lob allein auf einen Menschen und nicht auf Gott richten. Ganz sicher h\u00e4tten die gr\u00e4\ufb02ichen Untertanen gerne den Grafen Wilhelm Adolf als ihren Landesherrn behalten. Aber was galt damals schon der Wille der Untertanen? Darauf konnte Wilhelm Adolf seine Stellung nicht bauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als im Jahre 1720 Graf Christian Detlef zur\u00fcckkehrte und seinen Bruder aus der Grafschaft vertrieb, nahmen die Dinge ihren makabren Verlauf. Christian Detlef wurde am 10.11.1721 im Vo\u00dflocher Wald erschossen. Wilhelm Adolf, nun regierender Graf , lie\u00df nach den M\u00f6rdern fahnden, wurde aber dann vom d\u00e4nischen K\u00f6nig der Anstiftung zum Morde besichtigt und zu lebenslanger Festungshaft verurteilt, in der er 1734 starb. Die Grafschaft Rantzau wurde daraufhin vom K\u00f6nig in Besitz genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>So verging der Glanz eines Grafenhauses. Geblieben ist die HeiIigen-Geist-Kirche und die sich in ihr unter Gottes Wort versammelnde Gemeinde. Vielleicht betrachten wir im Wissen um all diese Zusammenh\u00e4nge ein wenig nachdenklicher das \u201eSoli Deo Gloria\u201c unter der Orgel, besonders aber den Patronatsstuhl mit den Wappen derer von Rantzau und derer von Wittgenstein und die Inschriften \u201eFeliciora Volo\u201c (siehe S. 2) und \u201eAngenehme Zeiten\u201c. Der Mensch denkt, Gott lenkt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Aufsatz im Original<\/strong><\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Barmstedter Wahrzeichen &#8211; die Schusterahle &#8211; in jahrelanger Arbeit renoviert Pfingsten 2018 wird die Heiligen-Geist-Kirche im Zentrum der sogenannten Barmstedter Kircheninsel 300 Jahre alt. Sie ist eine der sch\u00f6nsten Barockkirchen des Kirchenkreises Rantzau-M\u00fcnsterdorf, obwohl sie in der Zeit der gewaltt\u00e4tigsten Querelen zwischen den beiden Grafenbr\u00fcdern Wilhelm Adolf und Christian Detlef Rantzau entstanden ist. Im<\/p><\/div>\n<div class=\"blog-btn\"><a href=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=1001\" class=\"home-blog-btn\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-1001","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-orte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1001","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1001"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1001\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1012,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1001\/revisions\/1012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}