{"id":926,"date":"2021-12-29T16:16:27","date_gmt":"2021-12-29T16:16:27","guid":{"rendered":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=926"},"modified":"2021-12-29T16:16:28","modified_gmt":"2021-12-29T16:16:28","slug":"sachsenkriege-investiturstreit-und-erster-kreuzzug","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=926","title":{"rendered":"Sachsenkriege, Investiturstreit und Erster Kreuzzug"},"content":{"rendered":"\n<p>1024 wurde Konrad II. r\u00f6misch-deutscher K\u00f6nig und Kaiser (1027-1039). Ab jetzt herrschte die Dynastie der Salier: Heinrich III. bis 1056, Heinrich IV. bis 1105, Heinrich V. bis 1125. In dieser Zeit fanden aufgrund der Rivalit\u00e4t zwischen K\u00f6nigtum, F\u00fcrstenmacht und Papsttum der Sachsenkrieg und der Investiturstreit statt. Im Sachsenkrieg lieferten sich s\u00e4chsische F\u00fcrsten und Bauern gegen Heinrich IV. K\u00e4mpfe um Eigentumsrechte im Gebiet der Kaiserpfalz von Goslar. Beim Investiturstreit ging es um das Recht der Amtseinsetzung Geistlicher, der jedoch auch den Hintergrund eines Kampfes zwischen der k\u00f6niglichen Zentralgewalt und den Bestrebungen des f\u00fcrstlichen Adels, die Lehnshoheit abzusch\u00fctteln und eigene dynastische Territorien mit selbst eingesetzten Ministerialen in Verwaltung und Justiz aufzubauen. Es kam zu gegenseitigen Nichtanerkennungen von Papst und Kaiser und Gegenk\u00f6nigen. Auf dem H\u00f6hepunkt des Streits, im Jahre 1076, exkommunizierte und bannte Papst Gregor VII. Kaiser Heinrich IV., musste ihn jedoch 1077 nach dessen &#8222;Gang nach Canossa&#8220; wieder in seine Rechte einsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine entscheidende Rolle in dieser Zeit spielten au\u00dferdem die Normannen. Im Jahr 1030 konnten sie eine Herrschaft \u00fcber S\u00fcditalien und Sizilien errichten. Kurze Zeit sp\u00e4ter, im Jahre 1066, eroberten andere Normannen unter Herzog Wilhelm II. von der Normandie (William The Conquerer) in der Schlacht bei Hastings England, nachdem 1031 der angels\u00e4chsische K\u00f6nig Aethelred vor den Wikinger\u00fcberf\u00e4llen in die Normandie geflohen war und in seinem englischen K\u00f6nigreich 1066 ein Machtvakuum entstanden war.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"170\" height=\"231\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/SachsKrg_2_170px-Die_Levante_1135.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-929\"\/><figcaption>Kreuzfahrerstaaten nach dem 1. Kreuzzug<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>1096 rief Papst Urban II. zum ersten Kreuzzug auf, zur \u201eR\u00fcckeroberung\u201c Pal\u00e4stinas von den Muslimen. Der byzantinische Kaiser Alexios hatte um Hilfe der lateinischen Christen gegen die von Osten eindringenden Seldschuken gebeten. Es kam in ganz Westeuropa zu unorganisierten Volkskreuzz\u00fcgen, die teils mit grausamen Pogromen an der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung endeten. Ein gro\u00dfes Kreuzritterheer, ohne den deutschen und franz\u00f6sischen K\u00f6nig, aus Franzosen, Normannen, Flamen und Lothringern formierte sich und zog nach Konstantinopel, wo der byzantinische Kaiser Alexios ihnen den Lehnseid abnahm. Der Kreuzzug endete 1099 mit der blutigen Einnahme Jerusalems durch ein Kreuzritterheer und der Gr\u00fcndung der Kreuzfahrerstaaten Jerusalem (bis 1187; heute Israel\/Pal\u00e4stina), Antiochia (bis 1268; heute westl. Syrien) , Edessa (bis 1144; heute Kurdengebiet), Tripolis (bis 1289; heute Libanon) <\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Der erste Kreuzzug f\u00fchrte zur Errichtung mehrerer Kreuzfahrerstaaten, die sich gegenseitig durch Streitigkeiten schw\u00e4chten, w\u00e4hrend sich die zuvor uneinigen Muslime zusammenschlossen. Da die Kreuzfahrer mehrere K\u00fcstenst\u00e4dte des \u00f6stlichen Mittelmeeres eroberten, erlebte der Orienthandel einen gewaltigen Aufschwung, von dem vor allem italienische Hafenst\u00e4dte wie Genua und Venedig profitierten. Der Kontakt mit der byzantinischen und der arabischen Welt f\u00fchrte zu einer kulturellen Weiterentwicklung des Abendlandes. Der wiederholte Vertrauensbruch der Anf\u00fchrer des ersten Kreuzzuges gegen\u00fcber dem byzantinischen Kaiser legte den Grundstein f\u00fcr weitere Konflikte, zudem sollte der grausame Charakter des Kreuzzuges die weiteren Auseinandersetzungen mit der islamischen Welt pr\u00e4gen. Der Beginn der Kreuzz\u00fcge leitete au\u00dferdem die allm\u00e4hliche Herausbildung gemeinsamer ritterlicher Ideale in Westeuropa ein, die st\u00e4rker als zuvor von christlichen Vorstellungen gepr\u00e4gt waren.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/SachsKrg_1_Carte_croisade.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-928\" width=\"750\" height=\"456\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/SachsKrg_1_Carte_croisade.png 800w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/SachsKrg_1_Carte_croisade-300x182.png 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/SachsKrg_1_Carte_croisade-768x467.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Empfehlenswert f\u00fcr Freunde des historischen Romans ist zu diesem Thema die G\u00f6taland-Serie des schwedischen Autoren Jan Guillou, deren erster Band &#8222;Der Kreuzritter&#8220; ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1024 wurde Konrad II. r\u00f6misch-deutscher K\u00f6nig und Kaiser (1027-1039). 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