{"id":876,"date":"2021-09-24T14:46:02","date_gmt":"2021-09-24T14:46:02","guid":{"rendered":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=876"},"modified":"2022-02-08T19:19:10","modified_gmt":"2022-02-08T19:19:10","slug":"vor-und-fruehgeschichte-in-nordelbien-von-der-eiszeit-bis-zur-voelkerwanderung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=876","title":{"rendered":"Vor- und Fr\u00fchgeschichte in Nordelbien: Von der Eiszeit bis zur V\u00f6lkerwanderung"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js is-open\" data-initially-open=\"true\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8760\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Entstehung der Landschaft in der Eiszeit<\/h2><div id=\"ac-8760\" class=\"c-accordion__content\">\n<p>Die Landschaft, in der das Barmstedter Gebiet liegt, ist vor allem ein Produkt der gro\u00dfen eiszeitlichen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klimageschichte\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klimageschichte\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Klimaschwankungen<\/a> der letzten 1 Million Jahre Erdgeschichte w\u00e4hrend des Pleistoz\u00e4n. Schleswig-Holstein ist ein riesiger, teils \u00fcber 100 m m\u00e4chtiger Sand-, Stein- und Tonwall aus Ablagerungen der verschiedenen <a href=\"http:\/\/www.geschichte-s-h.de\/eiszeitland\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.geschichte-s-h.de\/eiszeitland\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Eiszeiten<\/a>. Es gibt nur wenige Stellen, an denen das urspr\u00fcngliche (pr\u00e4glaziale) Gestein an die Oberfl\u00e4che tritt: bei Itzehoe, Segeberg, Sylt und Helgoland und in der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liether_Kalkgrube\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liether_Kalkgrube\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Liether Kalkgrube<\/a>. Hier aber nur, weil man zum Abbau von Kalk im Tagebau bis 1986 diese geologischen Schichten freigelegt hat, so dass man sie jetzt studieren kann. Der Geestr\u00fccken in der Mitte des Landes, auf dem das heutige Barmstedt liegt, entstand schon in der Saale-Eiszeit, deren vorgeschobene Gletscher vor etwa 75.000 Jahren bei ihrem Abschmelzen Ger\u00f6ll, Sand und Ton zur\u00fcckgelassen hatten. Dagegen ist das \u00f6stliche H\u00fcgelland ein Produkt der letzten, der Weichsel-Eiszeit, die etwa vor 12.000 Jahren zu Ende ging. W\u00e4hrend dort das skandinavische Gletschereis von teils 600 m H\u00f6he langsam abschmolz, lebten in der Landschaft der heutigen Geest wie auch auf dem Boden der heutigen Nordsee in einer Tundralandschaft aus Gras und niedrigen B\u00fcschen viele eiszeitliche Tiere. Man hat dort an verschiedenen Stellen Fossilien von Mammut und S\u00e4belzahntiger gefunden. Vor allem aber zogen Rentiere in riesigen Herden durch das Land. Ihnen folgten die eiszeitlichen Rentierj\u00e4ger, von deren Lagerstellen die fr\u00fchesten arch\u00e4ologischen Beweise f\u00fcr die Existenz von Menschen in Schleswig-Holstein stammen. Nach einem der ber\u00fchmtesten Fundorte wird diese menschliche Entwicklungsstufe die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ahrensburger_Kultur\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ahrensburger_Kultur\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ahrensburger Kultur<\/a> genannt. Als das Eis um etwa 10.000 v. Chr. abschmolz, entstanden die heutigen Bodenformen in ihrer heutigen Gestalt. Die Sandablagerungen (Sander) der hohen (sandigen) und der flachen Geest, die Grundmor\u00e4nenh\u00fcgel und Toteis-Seen Ostholsteins, die Flusst\u00e4ler der St\u00f6r, Pinnau und auch der Kr\u00fcckau, die das Schmelzwasser vom Eisrand im Osten, die Sander und Altmor\u00e4nen durchschneidend, in das ca. 30 m tiefer als heute gelegene Urstromtal der Elbe leiteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Verlaufe mehrerer tausend Jahre entstanden die K\u00fcstenlinien der beiden Meere, die Ostsee als Schmelzwasserbecken der skandinavischen Gletscher und die Nordsee als sich ausdehnende Bucht des Atlantik, die aufgrund des steigenden Meeresspiegels durch das Gletscherschmelzen nach und nach bis ca. 2500 v. Chr. alles bis zur heutigen Geestlinie \u00fcberflutete. Das Marschgebiet ist erdgeschichtlich der j\u00fcngste Teil des Landes und entstand erst, als die Nordsee durch Bodenhebung nach und nach Land wieder hergab, als durch Ebbe und Flut an der flachen K\u00fcste Schlickablagerungen in gro\u00dfen Fl\u00e4chen entstanden. (K\u00fcster 2002)<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Barmstedter Gebiet liegt auf einer Altmor\u00e4ne der Hohen Geest, die ca. 2\/3 des Kreises Pinneberg einnimmt. Nach Osten und Nordosten in Richtung Kisdorf schlie\u00dft sich eine Sanderzone an. Die Oberfl\u00e4che entspricht nicht der von der Saaleeiszeit zur\u00fcckgelassenen Grundmor\u00e4nenform, wie sie heute noch in Ostholstein zu finden ist, sondern ist duch die gro\u00dffl\u00e4chigen Abflie\u00dfbewegungen in der Auftauzone des Permafrostbodens w\u00e4hrend der Weichseleiszeit entstanden (Solifluktion). So entstand die flachwellige Altmor\u00e4nenlandschaft, die im Osten durch kleinere D\u00fcnenaufwehungen begrenzt ist. Die damals noch tiefer liegende Kr\u00fcckau mit ihren Nebenfl\u00fcssen, auf Barmstedter Gebiet dem H\u00f6llenbek und der Nappenh\u00f6rnerau, war zun\u00e4chst ein Schmelzwasserstrom in Richtung des Elbeurstromtals und hatte entsprechend gro\u00dfe Erosionen und Sedimentationen in ihrem Einflussgebiet zur Folge. (Hende\u00df, S. 4f)<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8761\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Stein-, Bronze- und Eisenzeit im Barmstedter Gebiet<\/h2><div id=\"ac-8761\" class=\"c-accordion__content\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"254\" height=\"336\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_1_Rhode1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-890\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_1_Rhode1.jpg 254w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_1_Rhode1-227x300.jpg 227w\" sizes=\"auto, (max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Im Gebiet Schleswig-Holsteins breitete sich mit dem w\u00e4rmeren Klima der Wald stark aus, am Ende gepr\u00e4gt vor allem durch Buchen und Eichen, und mit ihm wanderten Pflanzen und Tiere in gro\u00dfem Artenreichtum ein, was zur Folge hatte, dass das Gebiet seitdem kontinuierlich von Menschen besiedelt war (Degn, S.20; Bohn, S. 7), auch der Geestr\u00fccken im s\u00fcdwestlichen heutigen Holstein enth\u00e4lt viele Spuren menschlicher Anwesenheit w\u00e4hrend dieser Mittelsteinzeit (Mesolithikum). F\u00fcr das Gebiet von Barmstedt und den Kreis Pinneberg ist eine gro\u00dfe Zahl von arch\u00e4ologischen Hinterlassenschaften aus allen Epochen der Stein-, Bronze- und Eisenzeit dokumentiert (Ahrens). Im Barmstedter Gebiet Sch\u00e4ferfeld wurden von einer Gruppe um den Lehrer und damaligen Museumsleiter Adolf Opfermann umfangreiche und ergiebige Grabungen vorgenommen. Einige der Fundst\u00fccke k\u00f6nnen im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.museum-grafschaft-rantzau.de\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.museum-grafschaft-rantzau.de\/\" target=\"_blank\">Museum der Grafschaft Rantzau<\/a> besichtigt werden, das heute noch von Mitgliedern der damaligen Gruppe betreut wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zum Beginn der in schriftlichen Quellen dokumentierten Geschichte dieser Region, also nach der V\u00f6lkerwanderungszeit Ende des 7. Jahrhunderts, finden sich arch\u00e4ologische Beweise f\u00fcr die Existenz unterschiedlicher Entwicklungsstufen in Holstein siedelnder oder vorbei ziehender Sammler und J\u00e4ger der Altsteinzeit bis zu Siedlungsspuren sesshafter Ackerbauern und Viehhalter nach der &#8222;neolithischen Revolution&#8220; um 4.000 v. Chr. Die Menschen rodeten Inseln innerhalb des Urwaldes, bauten dort feste H\u00e4user und dorf\u00e4hnliche Siedlungen, nutzten neue Erfindungen wie Tongef\u00e4\u00dfe, Transportfahrzeuge auf R\u00e4dern und Steinger\u00e4te f\u00fcr die Bodenbearbeitung und den Hausbau. Sie domestizierten Haustiere aus einigen Wildtierarten und z\u00fcchteten Nutzpflanzen. &#8222;\u00dcberschussproduktion, Vorratswirtschaft und Arbeitsteilung f\u00fchrten zu einem Bev\u00f6lkerungsanstieg und zu sozialen Ver\u00e4nderungen.&#8220; (Hoffmann; Bohn, S.7)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"448\" height=\"336\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_2_Huegelgrab-echt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-891\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_2_Huegelgrab-echt.jpg 448w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_2_Huegelgrab-echt-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ab 1.800 v. Chr. gelangten auch Bronzegegenst\u00e4nde und wohl auch Verfahren zu ihrer Herstellung hierher. Aus dieser Zeit bis in die Eisenzeit ab 500 v. Chr. stammen die vielen H\u00fcgelgr\u00e4ber, durch die die Barmstedter Gegend bis ins 19. Jahrhundert hinein gepr\u00e4gt war. Heute finden sich noch in <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%A4berfeld_von_Langeln\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%A4berfeld_von_Langeln\" target=\"_blank\">Langeln <\/a> und Hemdingen eindrucksvolle Beispiele. Eingehend behandelt Claus Ahrens in seinem Werk &#8222;Vorgeschichte des Kreises Pinneberg und der Insel Helgoland\u201c (1966) dieses Kapitel. Es wird angenommen, dass die Menschen, die diese Megalith-Kultur mitgebracht hatten, aus dem Mittelmeerraum und Westeuropa stammten, da sich dort \u00e4hnliche Monumente finden lassen. Die w\u00e4hrend der Eisenzeit zur Herstellung von Waffen und Ger\u00e4ten aus Raseneisenerz n\u00f6tige Holzkohle soll zusammen mit den f\u00fcr die Siedlungen und Felder n\u00f6tigen Brandrodungen nach und nach zu einem Schwinden des urspr\u00fcnglichen Waldbestandes und zur Entstehung der f\u00fcr das Land fr\u00fcher typischen Heidefl\u00e4chen gef\u00fchrt haben. (Degn, S.21)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_3_Huegelgrab-Schild.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-892\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_3_Huegelgrab-Schild.jpg 1024w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_3_Huegelgrab-Schild-300x225.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_3_Huegelgrab-Schild-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Langelner H\u00fcgelgr\u00e4ber<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8762\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Vorgeschichtliche Forschung<\/h2><div id=\"ac-8762\" class=\"c-accordion__content\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"259\" height=\"336\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_4_RhodeTitel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-893\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_4_RhodeTitel.jpg 259w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_4_RhodeTitel-231x300.jpg 231w\" sizes=\"auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Aber nicht nur an Funden ist diese Gegend reich, sondern auch die vorgeschichtliche Forschung wurde durch die Vielzahl an &#8222;tumuli&#8220; fr\u00fch angeregt. Schon Ende des 17. Jahrhunderts \u00f6ffnete der Barmstedter Pastor Christian Detlef Rhode in Zusammenarbeit mit Studenten des Akademischen Gymnasiums Hamburg hier zahlreiche H\u00fcgelgr\u00e4ber und dokumentierte genau Lage, Aufbau, Struktur und Fundst\u00fccke, die &#8211; erg\u00e4nzt durch Zeichnungen, Briefe und einen Beitrag des Hamburger Professors Fabricius &#8211; von seinem Sohn zun\u00e4chst im Jahre 1719 in w\u00f6chentlichen Lieferungen, dann 1728 in seinem Buch \u201e<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/diglib.hab.de\/drucke\/hc-25\/start.htm\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/diglib.hab.de\/drucke\/hc-25\/start.htm\" target=\"_blank\">Cimbrisch-Hollsteinische Antiquit\u00e6ten-Remarques<\/a>, Oder: Accurate und umst\u00e4ndliche Beschreibung\/ derer in denen Grab-H\u00fcgeln derer alten Heydnischen Hollsteiner der Gegend Hamburg gefundenen Reliquien, als Urnen\/ Wehr und Waffen\/ Zierrahten\/ Ringe\u2026\u201c ver\u00f6ffentlicht wurden. Dieses Werk kann man online lesen. Der Verbleib der Funde selbst ist heute leider nicht mehr bekannt, was mit den politisch wirren Zeitumst\u00e4nden des fr\u00fchen 18. Jahrhunderts zu tun haben d\u00fcrfte. Im zwanzigsten Jahrhundert ist von den vielen arch\u00e4ologischen Denkm\u00e4lern nicht viel \u00fcbrig geblieben, fast alle wurden eingeebnet und die Fl\u00e4che landwirtschaftlich oder st\u00e4dtebaulich genutzt. Manches deutet darauf hin, dass der f\u00fcr Barmstedt dokumentierte Galgenberg ein besonders gro\u00dfes H\u00fcgelgrab war, das als Hinrichtungsst\u00e4tte genutzt wurde.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8763\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Antike<\/h2><div id=\"ac-8763\" class=\"c-accordion__content\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_5_Druso_in_Germania_per_Wikipedia.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-894\" width=\"583\" height=\"521\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_5_Druso_in_Germania_per_Wikipedia.jpg 822w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_5_Druso_in_Germania_per_Wikipedia-300x268.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_5_Druso_in_Germania_per_Wikipedia-768x687.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 583px) 100vw, 583px\" \/><figcaption>Feldz\u00fcge des Drusus<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Innerhalb der Eisenzeit fand durch die zunehmende Siedlungsdichte eine Ausbildung von Stammesverb\u00e4nden statt. Wahrscheinlich infolge von Klimaverschlechterungen mit mehreren schlechten Ernten in Folge kam es jedoch auch wiederholt zu Wanderbewegungen in Richtung S\u00fcden, wodurch erstmals Menschen aus dem nordelbischen Gebiet in schriftlichen \u00dcberlieferungen r\u00f6mischer Quellen erw\u00e4hnt werden. Plutarch beschreibt den Kampf der R\u00f6mer gegen die Cimbern und Teutonen, die wahrscheinlich aus J\u00fctland stammten und im Jahre 113 v.Chr. auf die R\u00f6mer trafen und f\u00fcr diese eine so ernsthafte Bedrohung darstellten, dass zu ihrer Abwehr Feldherren umfangreiche Macht gewannen. Eine mittelbare Folge davon sei gewesen, dass so langfristig die r\u00f6mische Republik durch das Kaisertum ersetzt wurde. (Degn, S.22f) \u00dcber die genaue Herkunft der Cimbern und Teutonen, \u00fcber ihr Leben und den Grund ihres Wegzuges aus ihrer Heimat gibt es leider keine Quellen. Allerdings beschreibt Augustus etwa 100 Jahre sp\u00e4ter den Vorsto\u00df seines Stiefsohnes Tiberius bis in das Gebiet der Cimbern &#8222;durch den Ozean von der Rheinm\u00fcndung gegen Sonnenaufgang bis in das Gebiet der Cimbern [\u2026], und die Cimbern, Haruden, Semnonen und andere germanische St\u00e4mme dieser Gegend baten durch Gesandte um meine und des r\u00f6mischen Volkes Freundschaft.&#8220; (Degn, S.22) W\u00e4hrend diese Begegnung friedlich ausging, war zwei Jahrzehnte fr\u00fcher von einem anderen Stiefsohn des Augustus der Versuch gemacht worden, die Reichsgrenze bis an die Elbe vorzuschieben. Zwischen 12 und 9 v.Chr. hatte sein Stiefsohn mehrere Feldz\u00fcge gegen die Germanen unternommen und dabei die Friesen (heutige Niederlande), Chauken (s\u00fcdliche Unterelbe), Brukterer (Weserbergland), Marser und Chatten unterworfen. Der weiteste n\u00f6rdliche Vorsto\u00df fand 12 v.Chr. \u00fcber den Rhein, Nordsee bis an die Weserm\u00fcndung statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Tacitus und Ptolem\u00e4us erw\u00e4hnen Cimbern, Teutonen, Ambronen, Sueben, Langobarden und Angeln. Im zweiten Jahrhundert werden erstmals die Sachsen erw\u00e4hnt, als Bezeichnung f\u00fcr die nordelbischen Kleinst\u00e4mme.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8764\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">V\u00f6lkerwanderungszeit<\/h2><div id=\"ac-8764\" class=\"c-accordion__content\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_6_Nydamboat.2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-895\" width=\"565\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_6_Nydamboat.2.jpg 640w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_6_Nydamboat.2-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 565px) 100vw, 565px\" \/><figcaption>Mit solchen Schiffen, wie dem Nydam-Boot,ausgestellt im Schloss Gottorf, fand wahrscheinlich die Auswanderung der Angeln und Sachsen nach Britannien statt.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Sachsen wiederum setzten sich in der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6lkerwanderung#Die_Angeln.2C_Sachsen_und_J.C3.BCten_in_Britannien\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6lkerwanderung#Die_Angeln.2C_Sachsen_und_J.C3.BCten_in_Britannien\" target=\"_blank\">V\u00f6lkerwanderungszeit (375-568)<\/a> in Richtung Westen in Bewegung. Die neuere Forschung geht &#8211; nach Bohn &#8211; davon aus, dass kurz nach 400 n. Chr., als die letzten r\u00f6mischen Truppen aus Britannien abzogen und so die noch bestehenden r\u00f6misch-britischen Kleink\u00f6nigreiche unter den Druck der benachbarten Pikten und Skoten gerieten, Angeln und Sachsen zun\u00e4chst in den Dienst britannischer Kleink\u00f6nige traten, um Mittelengland gegen die Angreifer zu verteidigen. Sp\u00e4ter aber rissen diese Hilfstruppen aus J\u00fctland und dem Unterelbegebiet die Macht an sich und leiteten einen Zustrom aus der Heimatregion nach England ein. Dabei verdr\u00e4ngten sie nach und nach die (r\u00f6misch-)keltischen Britannier nach Westen in die Gebiete des heutigen Wales, Cornwall, Schottland und die Bretagne. (Degn, S.26f) Die s\u00e4chsischen K\u00f6nigreiche k\u00f6nnen noch heute an den englischen Grafschaftsnamen Wessex (Westsachsen), Sussex (S\u00fcdsachsen) und Essex (Ostsachsen) erkannt werden, ebenso an der Regionsbezeichnung Eastanglia (Ostanglien), die auf die fr\u00fchmittelalterliche Herrschaft der Angeln in dieser Gegend zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, diese siedelten aber auch in anderen mittelenglischen K\u00f6nigreichen. Der einheitliche Name <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Angelsachsen\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Angelsachsen\" target=\"_blank\">England<\/a> (urspr. Englaland ~ Land der Angeln) entstand nach der Verschmelzung der K\u00f6nigreiche der Angeln und Sachsen, als ab Ende des 8. Jahrhunderts diese wiederum von den aus D\u00e4nemark und Skandinavien stammenden Wikingern bedroht wurden. Interessant ist eine Parallele in den Bestattungssitten zu Holstein. Nur in der Grafschaft Kent wurden die Toten wie hier in H\u00fcgelgr\u00e4bern beigesetzt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"530\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_7_800px-Karte_voelkerwanderung.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-896\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_7_800px-Karte_voelkerwanderung.jpg 800w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_7_800px-Karte_voelkerwanderung-300x199.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_7_800px-Karte_voelkerwanderung-768x509.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>V\u00f6lkerwanderungen in der Sp\u00e4tantike<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"762\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_8_526Europa-1024x762.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-897\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_8_526Europa-1024x762.jpg 1024w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_8_526Europa-300x223.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_8_526Europa-768x572.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/VorFrueh_8_526Europa.jpg 1185w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Europa am Ende der V\u00f6lkerwanderungszeit<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8765\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Literatur<\/h2><div id=\"ac-8765\" class=\"c-accordion__content\">\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Claus Ahrens: Vorgeschichte des Kreises Pinneberg und der Insel Helgoland, Neum\u00fcnster 1966<\/li><li>Jutta Hende\u00df: Barmstedt &#8211; eine siedlungsgeographische Betrachtung. Hausarbeit im Wahlfach Geographie zur Ersten Lehrerpr\u00fcfung, Barmstedt 1968<\/li><li>Almut Hoffmann: Die Steinzeit. Museum f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte. Neues Museum Berlin 2010<\/li><li>Christian Detlef Rhode: [<a href=\"http:\/\/diglib.hab.de\/drucke\/hc-25\/start.htm\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/diglib.hab.de\/drucke\/hc-25\/start.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Cimbrisch-Hollsteinische Antiquit\u00e6ten-Remarques<\/a>, Oder: Accurate und umst\u00e4ndliche Beschreibung\/ derer in denen Grab-H\u00fcgeln derer alten Heydnischen Hollsteiner der Gegend Hamburg gefundenen Reliquien, als Urnen\/ Wehr und Waffen\/ Zierrahten\/ Ringe\u2026, Altona 1728<\/li><li>Hanj\u00f6rg K\u00fcster: Die Ostsee. Eine Natur- und Kulturgeschichte, M\u00fcnchen 2002<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":853,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-876","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/876","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=876"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/876\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1078,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/876\/revisions\/1078"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/853"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=876"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}