{"id":870,"date":"2021-09-24T14:43:51","date_gmt":"2021-09-24T14:43:51","guid":{"rendered":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=870"},"modified":"2022-02-20T06:33:08","modified_gmt":"2022-02-20T06:33:08","slug":"barmstedt-ritter-und-schauenburger-im-spaetmittelalter-12-bis-15-jahrhundert","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=870","title":{"rendered":"Barmstedt, Ritter und Schauenburger im Sp\u00e4tmittelalter: 12. bis 15. Jahrhundert"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js is-open\" data-initially-open=\"true\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8700\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Das Ende der Barmstedes<\/h2><div id=\"ac-8700\" class=\"c-accordion__content\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Banner_of_the_Holy_Roman_Emperor_after_1400_Haloes.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1119\" width=\"276\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Banner_of_the_Holy_Roman_Emperor_after_1400_Haloes.jpg 600w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Banner_of_the_Holy_Roman_Emperor_after_1400_Haloes-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Kaiser Friedrich II., der von Sizilien aus regierte, lie\u00df 1237 seinen zweiten Sohn als Konrad IV. zum deutschen K\u00f6nig w\u00e4hlen. Nach seinem Sieg \u00fcber die oberitalienischen St\u00e4dte wurde Friedrich vom Papst, der mit diesen St\u00e4dten verb\u00fcndet war, gebannt. Seitdem tobte ein Kampf zwischen den kaisertreuen Ghibellinen (Imperium) und den papsttreuen Guelfen (Sacerdotium), wobei beide sich gegenseitig als Antichristen bezeichneten. Papst Innozenz IV. entzog Friedrich II. 1245 die Kaiserw\u00fcrde mit der Folge, dass in Deutschland Gegenk\u00f6nige gew\u00e4hlt wurden. Diese kaiserlose Zeit, in der das Reichsrecht nur noch eingeschr\u00e4nkt galt, wird <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Interregnum_%28Heiliges_R%C3%B6misches_Reich%29\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Interregnum_%28Heiliges_R%C3%B6misches_Reich%29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Interregnum<\/a> genannt. 1250 starb Friedrich. Die staufische Machtstellung brach damit zusammen. K\u00f6nig Konrad IV. zog 1251 nach Italien, starb dort aber schon 1254. Sein Halbbruder Manfred blieb bis 1266 K\u00f6nig. 1268 wurde Konrads Sohn Konradin als 16-J\u00e4hriger auf Betreiben des Papstes in Neapel hingerichtet. Die Zeit des Interregnums in Deutschland dauerte noch bis zur Wahl Rudolfs I. (1218-1291) zum Kaiser im Jahr 1273, der damit eine 750-j\u00e4hrige Dynastie der Habsburger als r\u00f6misch-deutsche Kaiser begr\u00fcndete. (Lexikon der Weltgeschichte, S.627)<\/p>\n\n\n\n<p>In diese Zeit f\u00e4llt im Schweizer National-Mythos der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCtlischwur\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCtlischwur\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">R\u00fctlischwur<\/a> unter Beteiligung Wilhelm Tells.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Dieses machtpolitische Vakuum, in dem die Reichsf\u00fcrsten sich zu vollprivilegierten Landesherren machten, hatte einen schnellen Niedergang des Rittertums zur Folge. St\u00e4ndige Fehden zwischen Rittern, zwischen Rittern und St\u00e4dten, aber auch &#8211; teils im Zusammenhang damit &#8211; Raubrittertum waren an der Tagesordnung. Eine weitere Konsequenz dieser politischen Gro\u00dfwetterlage waren St\u00e4dteb\u00fcndnisse wie die Hanse. Auch die Grafschaft Stormarn-Holstein, die immer wieder unter den machtbewussten Schauenburger Erben aufgeteilt wurde, war davon betroffen. Die Ritterfamilie der Barmstedes verschwand dabei am Ende als adelige Familie und wurden sogar teilweise aus den Adelsregistern getilgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die S\u00f6hne Heinrichs II. von Barmstede, n\u00e4mlich der Ritter <strong>Heinrich III. <\/strong>(1246 bis 1286) und <strong>Otto von Barmstede<\/strong>, ab 1246 urkundlich erw\u00e4hnt, wurden 1257 Ministeriale des Erzbischofs von Bremen. Sie erhielten daf\u00fcr als Lehen die G\u00fcter Haseldorf und Haselau in den Elbmarschen. Seestern-Pauly nimmt allerdings an, dass sie durch Heirat in deren Besitz kamen. (Seestern-Pauly, S.30) Bubbe wiederum spekuliert, dass die G\u00fcter nach der Vertreibung des D\u00e4nenk\u00f6nigs Waldemars von der Bremer Kirche gekauft wurden und dann an die Br\u00fcder als Lehen vergeben wurden, um sie an sich zu binden. Nach einer Urkunde vom 7. Juni 1257 schw\u00f6ren sie f\u00fcr sich und ihre Frauen und Kinder den Eid der Ministerialen der Bremer Kirche und geben ihre &#8222;Nobilit\u00e4t&#8220; auf. (Bubbe, S. 82) Damit konnte der Erzbischof hier zus\u00e4tzlich zu den Rechten, die er schon besa\u00df, eine Vogtei mit Gericht und Zinsrechten etablieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Marsch wurde jetzt &#8222;zum Tummelplatz eines r\u00fccksichtslosen Raubritterunwesens&#8220; (Bubbe, S. 38). Da sich auch in Holstein im 13. Jahrhundert das volle Erbrecht durchsetzte, hatten alle beteiligten Gewalten, also die Grafen, Bisch\u00f6fe, Ritter und St\u00e4dte, jetzt einen starken Grund, Besitzanspr\u00fcche notfalls mit Gewalt durchzusetzen und aufgrund einer fehlenden \u00fcbergeordneten Gewalt wegen des Interregnums nicht auf Rechtsetzung von oben zu warten. Otto f\u00fchrte als Lehnsmann der Bremer Kirche 1259 eine Fehde mit den Holstein-Schauenburger Grafen. Der Grund war die Wahl des neuen Bremer Erzbischofs. Der Itzehoer Graf Gerhard und der Kieler Graf Johann hatten einen anderen Kandidaten unterst\u00fctzt als Otto von Barmstede und seine Verb\u00fcndeten, die Hildebold durchsetzen konnten. Daraufhin besetzten die Schauenburger die Elbmarsch. Zus\u00e4tzlich griff auch noch der Hamburger Rat auf Seiten der Schauenburger ein, da er verhindern wollte, dass sich an der Elbe, immerhin der Hauptverbindung zu den weltweit verteilten Handelspartnern der Hamburger Kaufleute, Gewalten festsetzten, die den eigenen Handel st\u00f6ren konnten. Durch die Bremer von S\u00fcden und die Barmstedes von Norden her, war durchaus eine Elbblockade m\u00f6glich, was zu ungeliebten Z\u00f6llen f\u00fcr die Hamburger Koggen h\u00e4tte f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ber\u00fchmte Humanist Heinrich Rantzau, der im 16. Jahrhundert Sagen und Berichte aus der Region gesammelt hatte, berichtet, dass <strong>Heinrich III. von Barmstede<\/strong> gleich zu Beginn der Fehde von seinen Gegnern im Kloster Uetersen ermordet wurde. Nach Seestern-Pauly erlag er allerdings den Verwundungen, die er sich bei einem \u00dcberfall auf ein Hamburger Schiff zugezogen hatte. Der nun allein k\u00e4mpfende Otto fl\u00fcchtete nach der Besetzung seines Landes auf die Burg Wildenscharen bei Brokstedt, die gerade von den mit ihm verb\u00fcndeten Erzbisch\u00f6flichen eingenommen worden war. Hier mussten sich die Barmstedes und Bremer aber bald dem gr\u00e4flichen Heer ergeben. Im Dezember 1259 konnte Otto im &#8222;Frieden von Wildenscharen&#8220; seine L\u00e4ndereien zur\u00fcck erhalten und blieb auch Lehnsmann des Erzbischofs. Er musste aber jetzt auch den Schauenburger Grafen den Lehnseid schw\u00f6ren und auf jede Rache verzichten. Otto starb wahrscheinlich 1270 (Bubbe, S.38)<\/p>\n\n\n\n<p>Ein <strong>Hermann von Barms<\/strong>tede wird 1253 und 1259 urkundlich genannt mit dem Zusatz \u201evon Seester\u201c. Er wird damit Stammvater der Zweiglinie \u201evon Seester-Raboysen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1282 wurde der Neffe Ottos, <strong>Ritter Heinrich IV.<\/strong> von Barmstede (1255-1285) wie schon Otto in eine Fehde zwischen dem Bremer Erzbischof und den Schauenburger Grafen hineingezogen. Heinrich stellte sich hier, obwohl die Grafen von ihm die Erf\u00fcllung des Lehnseides forderten, auf die Seite des Erzbischofs Giselbert. Der Hamburger Chronist Tratziger berichtet: &#8222;Da befeydeten die Graffen zu Holstein Herrn Heinrichen von Barmstede, die von Hamburg kahmen auf ihr flei\u00dfiges Bitten und Begehren zu H\u00fclff, schicketen etliche Gesch\u00fctze vor Utersten, auch schicketen sie viele wohlbemannete Koggen auf die Elbe, lehneten \u00fcber da\u00df noch den Graffen etlich Geld, und nahmen sonst von Herrn Heinrichen und seinen Helffern, solches Beystandes halben, welchen sie den Graffen geleistet und gethan, nicht wenig Schaden, endlich eroberten die Graffen mit ihrer H\u00fclfe Herrn Heinrichs Landt, und bekamen von ihme, da\u00df sie ihn wiederum zu Gnaden aufnahmen, 5000 Mark l\u00f6tigen Silbers.&#8220; Warum sich auch Heinrich wie schon Otto taktisch so unklug verhielt, l\u00e4sst sich schwer ermitteln. Jedenfalls zieht sich dieses Muster, das Bestreben der holsteinisch-schauenburgischen Grafen auf Ausdehnung ihrer Herrschaftsrechte gegen traditionelle Anspr\u00fcche sowohl des niederen Adels als auch der Bremer Kirche, durch das 13. und 14. Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die letzten Ritter: Heinrich war allerdings durch seine Niederlage und die hohe Strafzahlung noch nicht so arm geworden, dass er das Kloster Uetersen kurz vor seinem Tod 1285 nicht noch reich beschenken konnte. \u00dcber seinen Sohn Otto II. scheint wenig bekannt zu sein. M\u00f6glicherweise ist er fr\u00fch verstorben. Er war der letzte mit dem Namen \u201evon Barmstede\u201c in den Urkunden, der zweifelsfrei dieser Familie zuzuordnen war. Allerdings f\u00e4llt in die Zeit des unklaren Endes der Familie auch der Bauernaufstand von 1306 gegen die Schauenburger Grafen in den Elbmarschen unter dem Bauernf\u00fchrer Pelz. Da hieran auch Edelleute beteiligt waren, deren Namen nicht genannt werden, und die Aufst\u00e4ndischen sich zur Entscheidungsschlacht vor der Burg Uetersen versammelten, ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass der Burgherr zu ihnen hielt. Es gibt aber keine Chronik, die Aufschluss dar\u00fcber gibt, wer diese Edelleute waren. N\u00e4heres im n\u00e4chsten Kapitel.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Lehen war nach Dankwerth bereits vor 1270 an die Grafen Adolf von Segeberg und Johann von Kiel zu Holstein und Schauenburg zur\u00fcck gefallen. Otto, welcher genau ist unklar, habe daraufhin auf der Kr\u00fcckauinsel den &#8222;Hoff oder das Geb\u00e4w, so anitzo stehet&#8220; (1652) erbaut. (Dankwerth, S. 280, zitiert nach Bubbe, S. 34) Bubbe weist darauf hin, dass Namen und Daten nicht in \u00dcbereinstimmung zu bringen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn der Name Barmstedts mit der Familie verbunden ist, muss man nach Bubbe davon ausgehen, dass die Barmstedes nicht lange ihren Herrensitz bei der Kirche und dem Dorf Barmstedt gehabt hatten, sondern ihn schon Ende des 12. Jahrhunderts nach Uetersen an die Stelle verlegten, wo von der Heerstra\u00dfe der Weg in die Marsch abzweigte. Diese Burg gab Heinrich II. dann 1235 zur Gr\u00fcndung des Zisterzienserinnen-Klosters her und lie\u00df eine neue am \u00dcbergang \u00fcber die Pinnau bauen. Auf der Burg Barmstedt hatten sie aber wahrscheinlich einen Lehnsmann (Castellanus) sitzen, der f\u00fcr Verwaltung und die Eintreibung der b\u00e4uerlichen Abgaben und deren Weitergabe an die Ritter zust\u00e4ndig war. Als solche werden ein Hermann von Barmsteden (1253\/1259) und ein Wirardus de Barmstede im Hamburger Nekrolog erw\u00e4hnt. Der Zuname Barmstede allein sagte also noch nichts Endg\u00fcltiges \u00fcber die Zugeh\u00f6rigkeit zur ritterlichen Familie aus.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8701\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Territorialk\u00e4mpfe unter den Schauenburgern nach 1290<\/h2><div id=\"ac-8701\" class=\"c-accordion__content\">\n<p>Die Grafschaft Holstein\/Stormarn war seit 1261 f\u00f6rmlich aufgeteilt zwischen Johann I. zu Kiel und Gerhard I. zu Itzehoe, den beiden S\u00f6hnen des Grafen Adolph IV., der sich 1239 in das von ihm selbst gegr\u00fcndete Franziskanerkloster zur\u00fcckgezogen hatte. Gerhard sa\u00df in Itzehoe und regierte Stormarn, Rendsburg und Pl\u00f6n sowie die Stammgrafschaft Schauenburg an der Weser. Johann in Kiel hatte Wagrien, Ostholstein und Segeberg erhalten. Nach dem Tod Johanns 1263 ging Holstein-Kiel an Johann II. und Holstein-Segeberg an Adolf V. Da beide aber minderj\u00e4hrig waren, \u00fcbernahm Gerhard I. zun\u00e4chst die Regentschaft. Nach seinem Tod im Jahre 1290 wurden die Teilgrafschaften noch einmal unter seine S\u00f6hne aufgeteilt. Gerhard II. erhielt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Pl%C3%B6n\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Pl%C3%B6n\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Holstein-Pl\u00f6n<\/a>, Adolf VI. erhielt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Pinneberg\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Pinneberg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Holstein-Pinneberg<\/a> und das Schaumburger Gebiet an der Weser, wo er 1302 die B\u00fcckeburg errichten lie\u00df. Heinrich I. bekam <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Rendsburg\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Rendsburg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Holstein-Rendsburg<\/a>. Holstein-Kiel wurde nach Aussterben dieser Linie 1390 in die Grafschaft Holstein-Rendsburg einbezogen und existierte bis 1459. Von den Schauenburger Linien hatte in diesem Jahr mit dem Grafen Otto II. nur die Schauenburg-Pinneberger Linie \u00fcberlebt. Da Otto seine Erbanspr\u00fcche an den \u00fcbrigen holsteinischen Territorien aber nicht durchsetzen konnte und hinnehmen musste, dass der d\u00e4nische K\u00f6nig Christian I. aus der neuen Oldenburger Dynastie die Grafschaft Holstein-Rendsburg zugesprochen bekam, trennte er seine Teilgrafschaft vollst\u00e4ndig ab. Die Grafschaft Holstein-Pinneberg, deren Landesherren ihren Sitz weit weg an der Weser in Stadthagen, sp\u00e4ter in der B\u00fcckeburg hatten, existierte noch bis 1640.<\/p>\n\n\n\n<p>1306 kam es in der Elbmarsch zum Gro\u00dfen Bauernaufstand gegen die Schauenburger Grafen, an ihm nahmen auch Edelleute auf Seiten der Bauern teil. Da deren Namen nicht \u00fcberliefert wurden, kann nicht ausgeschlossen, dass auch ein Barmstede zu ihnen geh\u00f6rte, zumal die Entscheidungsschlacht vor der Burg von Uetersen stattfand, die im Besitz der Barmstedes war. Die Schlacht ging f\u00fcr die Bauern verloren. Nur vom Bauernf\u00fchrer Pelz wei\u00df man, dass er ger\u00e4dert und gevierteilt wurde, was mit den anderen Beteiligten geschah, wurde nicht \u00fcberliefert. Die G\u00fcter der Edelleute wurden von den Schauenburger Grafen eingezogen. Die Burg Uetersen befand sich bereits 1308 im Besitz der Grafen, entweder war sie eingezogen worden oder als Lehen an die Grafen zur\u00fcck gefallen. Die G\u00fcter der Barmstede gingen an Graf Adolf von Segeberg und Johann II. von Kiel. (D\u00f6ssel I, S. 41)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/800px-Suederau_Steinburg_April-2010_SL273738.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1117\" width=\"478\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/800px-Suederau_Steinburg_April-2010_SL273738.jpg 800w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/800px-Suederau_Steinburg_April-2010_SL273738-300x225.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/800px-Suederau_Steinburg_April-2010_SL273738-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 478px) 100vw, 478px\" \/><figcaption>Die Reste der Steinburg in S\u00fcderau<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Gleich nach diesem Aufstand wurden neue Burgen als Verwaltungszentren errichtet. F\u00fcr den Bereich der Elbmarschen in der Grafschaft Holstein-Rendsburg wurde die 1307 erstmalig erw\u00e4hnte <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinburg_%28Holstein%29\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinburg_%28Holstein%29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Steinburg<\/a> errichtet. Sie lag auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde S\u00fcderau, kurz vor Krempe und von Barmstedt nur ca. 15 km Luftlinie entfernt. Diese Burg, deren Reste heute noch erkennbar sind, war zun\u00e4chst eine Turmh\u00fcgelburg und wurde Verwaltungssitz f\u00fcr die Rendsburger Grafen und sp\u00e4ter f\u00fcr das Herzogtum Holstein. Sie existierte nach mehreren Um- und Ausbauten bis 1641, also bis zum Ende der \u00f6stlich benachbarten Grafschaft Holstein-Pinneberg, und wurde dann abgebrochen. Ihre Funktion wurde auf die neue Hauptstadt im d\u00e4nisch beherrschten Holstein, n\u00e4mlich Gl\u00fcckstadt, \u00fcbertragen. Auf der Burg sa\u00dfen adlige V\u00f6gte, die ihr Amt zuerst als erbliches Lehen erhielten. Die Erblichkeit wurde jedoch sp\u00e4ter widerrufen und ab 1460, mit dem Beginn der Personalunion von d\u00e4nischem K\u00f6nigshaus und schleswigschem und holsteinischem Grafen- und Herzogstitel, hie\u00dfen die Residenten hier nicht mehr Vogt, sondern Amtmann des d\u00e4nischen K\u00f6nigs als Graf bzw. Herzog von Holstein. Der K\u00f6nig-Herzog verlieh das Amt jetzt pers\u00f6nlich an den jeweiligen Inhaber. Die ber\u00fchmtesten von ihnen wurden Johann und Heinrich Rantzau, die ganz in der N\u00e4he auf der Breitenburg ihren Familiensitz erbaut hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>1311 entstand in der Elbmarsch bei Wedel f\u00fcr das Holstein-Pinnebergische Gebiet die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hatzburg\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hatzburg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hatzburg<\/a>, die aber nur bis 1400 als Regierungssitz genutzt und dann von der Burg Pinneberg abgel\u00f6st wurde. Sie existierte aber &#8211; nach Umbauten &#8211; noch bis 1711. Diese Burg wurde zun\u00e4chst Herrschaftssitz des Schauenburger Grafen und die nordelbische Zentrale seiner Grafschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>An die Stelle des alteingesessenen niederen Landadels traten zu Beginn des 14. Jahrhunderts <strong>neue Ritterfamilien<\/strong>, die sich als Vasallen der Grafen z. B. in den Kriegen gegen die D\u00e4nen und Dithmarscher hervorgetan hatten: <strong>Alefeld, Rantzau, Reventlow<\/strong> etc., daneben bl\u00fchten St\u00e4dte wie Hamburg und L\u00fcbeck auf, die immer mehr Land und Freiheiten erwerben konnten. Ebenso wurden Kl\u00f6ster und Domstifte durch Stiftungen und Spenden sehr reich und politisch m\u00e4chtig. Die Bauern verloren dagegen immer mehr Einfluss.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>1315 kam es zu einer gewaltsamen Neuordnung der Herrschaftsverh\u00e4ltnisse in Holstein, als der Ritter Hartwich Reventlow den Grafen von Holstein-Segeberg aus privater Rache ermordete und seinen Bruder von Holstein-Kiel gefangen nahm. Die beiden Vettern Gerhard III. (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Rendsburg\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Rendsburg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rendsburg<\/a>) und Johann III. (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Pl%C3%B6n\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Pl%C3%B6n\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pl\u00f6n<\/a>) teilten sich die beiden Teilgrafschaften und zwangen den Pinneberger unter Waffengewalt zur Abtretung einiger Gebiete.<\/p>\n\n\n\n<p>In der &#8222;Chronika&#8220; des Andreas Angelus von 1596 wird von einer Feldschlacht auf dem &#8222;Streitkampff&#8220; bei Barmbstete am 29. August 1317 berichtet: &#8222;Es hat Graff Johann der Milde im Wagerlande mit Zutun seines Vettern Graff Adolphs zu Schawenburgk Graff Gerhard \u00fcberziehen wollen, der sich auch nicht ges\u00e4umet, sondern dagegen ger\u00fcstet hat, mit den Wilstermarschern, Hademarschern, Nordd\u00f6rfern, Kellingheusern, Westedern, Kaltenkerckern, und haben uff jenseit Barmbstete, an den Flecken eine Feldschlacht getan, darinnen viel Leut geblieben, und behielt Graff Gerhard das Feld. Es wird uff den heutigen Tag noch der Ort der Streikampff genannt. [\u2026] Graff Adolph von Schawenburgk, dieweil seine Pferd m\u00fcde und verwundet, hat sich im Wasser unter der Br\u00fccke, bis an den Hal\u00df verborgen, da auch gro\u00dfe Seebl\u00e4tter gestanden, wie noch zu stehen pflegen, damit er sich bedecket. Er hat aber einen Schie\u00dfhund gehabt, der hat nicht von ihme gewollt, dar\u00fcber ist er verraten und gefangen. Und seind sonst 120 statliche Leute auch gegriffen worden, die sich hernach mit grossem Gelde wieder l\u00f6sen m\u00fcssen.&#8220; Graf Adolf VII. war von dem Rendsburger Grafen Gerhard zur Schlacht gefordert worden, bevor dessen Verb\u00fcndete aus Dithmarschen angekommen waren. Nach seiner Niederlage wurde Adolf nach Segeberg in Gefangenschaft gebracht. Nach D\u00f6ssel (D\u00f6ssel I, S. 41), der sich wiederum auf Ehlers (S.51) bezieht, handelt es sich hierbei um ein Feld in Lutzhorn, da hier ein entsprechender Flurname existiert. Allerdings fehlt weit und breit der Fluss, in dem sich Graf Adolph h\u00e4tte verbergen k\u00f6nnen. Wahrscheinlicher ist die Verortung dieser Schlacht bei Bad Bramstedt. Hier gibt es sowohl einen &#8222;Strietkamp&#8220; als auch mehrere in Frage kommende Fl\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p>Im gleichen Jahr noch starb der Schauenburger Graf Adolf VI., sein Nachfolger war Adolf VII. Gerhard III. versuchte in weiteren Feldz\u00fcgen sein Territorium zu erweitern. 1319 unternahm er einen erfolglosen Versuch, die reiche Bauerrepublik Dithmarschen zu erobern, kurze Zeit sp\u00e4ter verlief ebenso ein Raubzug gegen Besitzungen des L\u00fcbecker Bischofs und des Lauenburger Herzogs. Er konnte aber immerhin mit Gewalt die Vormundschaft \u00fcber den potentiellen d\u00e4nischen Thronerben, seinen Neffen Waldemar, gegen den regierenden K\u00f6nig, der zur Flucht gezwungen wurde, an sich bringen, so dass er zum Regenten D\u00e4nemarks wurde. Der Kindk\u00f6nig \u00fcbertrug Gerhard 1326 die Herzogsw\u00fcrde \u00fcber Schleswig. Der Widerstand gegen diesen Herrscher wurde aber sehr stark. Gerhard III. wurde 1340 bei seinem Versuch, den Aufstand niederzuwerfen, ermordet.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8702\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">1322 &#8211; Das Amt Barmstedt als Teil der Grafschaft Holstein-Pinneberg<\/h2><div id=\"ac-8702\" class=\"c-accordion__content\">\n<p>1322 kauften die Schauenburger vom Hamburger Domkapitel die Burg bei Barmstedt mit s\u00e4mtlichen Eink\u00fcnften incl. Uetersen, au\u00dferdem Rellingen im Austausch gegen Wohldorf, Rahlstedt und Bergstedt. Diese Gebiete waren die vorletzten St\u00fccke der endg\u00fcltigen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Pinneberg\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Pinneberg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eGrafschaft Holstein-Schauenburg\u201c bzw. \u201eHolstein Pinneberg\u201c bzw. &#8222;Herrschaft Pinneberg&#8220;<\/a>, einem Allodialbesitz der Linie Schauenburg\/B\u00fcckeburg mit den \u00c4mtern Pinneberg, Hatzburg, Barmstedt, ab 1390 auch Herzhorn, den Vogteien Ottensen und Uetersen und dem Flecken Altona. Verwaltet wurde das Gebiet von einem Drosten auf der Hatzburg bei Wedel an der Elbe. Ihm unterstanden die Amtm\u00e4nner und V\u00f6gte. Die neue Grafschaft &#8222;hatte ihren Namen nach dem Schlosse Pinneberg, das die Grafen gegen 1388 bei Rellingen anlegten und sp\u00e4ter (1472) an anderer Stelle neu erbauten. Hier wohnte ihr Drost; einige der Grafen nahmen auch selbst hier ihren Sitz.&#8220; (Richard Haupt, S.226)<\/p>\n\n\n\n<p>1333 wird zum ersten Mal das <strong>Amt Barmstedt<\/strong> erw\u00e4hnt. Es entspricht in seinen Grenzen etwa dem Urkirchspiel Barmstedt. Zum Amt geh\u00f6rten die Kirchspiele Barmstedt (incl. H\u00f6rner Gilde, ohne Bilsen) und Elmshorn, verwaltet vom Amtmann auf dem Haus Barmstedt, der &#8222;arx Barmstedt&#8220;, wie Heinrich Rantzau ihn in seiner &#8222;Landesbeschreibung&#8220; von 1590 nennt. Bekannt sind die Namen der Amtm\u00e4nner Otto Schriewer, Albrecht Werk und Daniel Utecht. Kornschreiber, das Personal auf der Burg und dem Hof und der Vogt von Elmshorn unterstanden ihm. Die Bauern und K\u00e4tner mussten Hand- und Spanndienste f\u00fcr die herrschaftlichen L\u00e4ndereien leisten, was bedeutete, dass sie zu allen Arbeiten, die auf dem Hof anfielen, herangezogen wurde, also zur D\u00fcngung, Aussaat, Ernte, Streubeschaffung oder Holzverkauf. Dabei mussten sie ihre Gespanne zur Verf\u00fcgung stellen. Niemand durfte aber mehr als zwei Tage die Woche zu diesen &#8222;Hoftagen&#8220; herangezogen werden. W\u00e4hrend der Arbeit wurden sie frei verpflegt. Die L\u00e4ndereien, aus denen das <strong>Gut Barmstedt<\/strong> entstand, umfassten 20 Morgen und 7,5 Ruten Marsch in Sommerland, 13 Morgen Marschland in Rahefelde, 61,5 Morgen und 20 3\/6 Ruten Geestland und 38 1\/2 Morgen und 25 13\/15 Ruten Wiesenland. Die Flurnamen der Geestl\u00e4ndereien waren: Neuer Hopfengarten, alter Hopfengarten, Pferdekoppel im Osten, Kuhkoppel im Osten, M\u00f6lenwiese im Osten, Bullenkuhlenwiese Lusewinkelswiese im Norden, Schafwaschwiese im Norden, Offenauer Wiese, Schweinekoppel an der Aue, Osterwiese, Jasenwinkelskamp, Rettekamp, Kalekamp, kleines Moorkamp, Tidenhof mit Bornerkamp, Wendkamp, B\u00f6tkerskamp. Au\u00dfer den Hopfeng\u00e4rten unmittelbar am Vorwerk gelegen waren diese Koppeln, Wiesen und K\u00e4mpe in der Feldmark verstreut. (D\u00f6ssel, S. 64)<\/p>\n\n\n\n<p>1345\/1362 wurde die <strong>Nikolaikirche in Elmshorn<\/strong> gebaut.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8703\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Zeit der Katastrophen und politischen Wenden nach 1350<\/h2><div id=\"ac-8703\" class=\"c-accordion__content\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Pest-Behandlung.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1122\" width=\"358\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Pest-Behandlung.jpg 587w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Pest-Behandlung-220x300.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><figcaption>Pestkranker<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von 1347 bis 1353 zog eine bis dahin nicht gekannte Pest-Epidemie, genannt <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wissen\/gesundheit\/2011-10\/verbreitung-pest-europa\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.zeit.de\/wissen\/gesundheit\/2011-10\/verbreitung-pest-europa\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schwarzer Tod<\/a>, vom Schwarzmeergebiet \u00fcber Europa hinweg, die ca. 25 Millionen Todesopfer \u2013 ein Drittel bis zur H\u00e4lfte der damaligen europ\u00e4ischen Bev\u00f6lkerung \u2013 forderte.<br>Im Jahre 1350 kam die Pest nach Norddeutschland. \u00dcber die Hafenst\u00e4dte Hamburg und L\u00fcbeck breitete sich die Epidemie der Beulen- oder Lungenpest \u00fcber Holstein, Schleswig nach Skandinavien aus. In Holstein soll die Bev\u00f6lkerung sich fast halbiert haben: von 210.000 ging die Zahl der Menschen auf 115.000 zur\u00fcck. (Degn, S.68)<\/p>\n\n\n\n<p>Gleich nach seiner Kr\u00f6nung zum Kaiser berief Karl IV. 1356 einen Hoftag nach N\u00fcrnberg ein, um die Strukturen des Reichs zu stabilisieren und damit Machtk\u00e4mpfe um die Thronfolge zu verhindern. In dem Abschlussdokument, der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Goldene_Bulle\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Goldene_Bulle\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Goldenen Bulle<\/a>, von der es sieben Exemplare mit dem Kaisersiegel &#8211; der Bulle &#8211; gibt, wurden die Verfahren festgeschrieben, die sich seit dem Interregnum schon herausgebildet hatten. Nicht mehr die Zustimmung des Papstes, sondern nur noch die Mehrheit der Kurf\u00fcrsten war jetzt f\u00fcr die K\u00f6nigswahl entscheidend. Das waren der Erzbischof von Trier, der Erzbischof von K\u00f6ln, der K\u00f6nig von B\u00f6hmen, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der Erzbischof von Mainz. Festgelegt wurden j\u00e4hrliche Versammlungen aller Kurf\u00fcrsten f\u00fcr Beratungen mit dem Kaiser, ebenso deren Immunit\u00e4t, die Vererbbarkeit dieses Titels, deren M\u00fcnzrecht, das Zollrecht, das Recht zur Aus\u00fcbung der unbeschr\u00e4nkten Rechtsprechung sowie die Pflicht, die Juden gegen Zahlung von Schutzgeldern zu besch\u00fctzen (Judenregal). Die Bartholom\u00e4uskirche in Frankfurt war ab jetzt der Ort der K\u00f6nigswahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>1354 starb der Schauenburger Adolf VII., sein Nachfolger war Adolf VIII., der 1370 starb. Nachfolger wurde Otto I.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Alt-nordstrand_auf_bleau-karte.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1118\" width=\"472\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Alt-nordstrand_auf_bleau-karte.jpg 588w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Alt-nordstrand_auf_bleau-karte-300x195.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><figcaption>Alt-Nordstrand mit dem untergegangenen Rungholt<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>1362 brach \u00fcber die Westk\u00fcste Schleswig-Holsteins eine verheerende Sturmflut herein, &#8222;de grote Mandranck&#8220;. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rungholt\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rungholt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rungholt<\/a> und mindestens 33 Ortschaften in Nordfriesland und Dithmarschen wurden dabei von den Wellen verschlungen. \u00dcbrig blieben die Inseln, die wir heute kennen, und dazwischen das Watt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hanse#Hansetag\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hanse#Hansetag\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hanse<\/a> bem\u00fchte sich 1367 mit der K\u00f6lner Konf\u00f6deration um ein gemeinsames Vorgehen gegen D\u00e4nemark unter Waldemar (Atterdag), der wichtige Handelspl\u00e4tze in Schonen, Gotland, Bornholm und \u00d6land erobert hatte. 1370 gelang der Sieg und die Hanse erhielt wieder ihre Handelsprivilegien und zus\u00e4tzlich die Sundschl\u00f6sser Helsingborg, Malm\u00f6, Skan\u00f6r und Falsterbro. Nach dem Tod Waldemars setzte seine Tochter <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Margarethe_I.\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Margarethe_I.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Margarete<\/a> ihren Sohn Olav als Thronfolger gegen den schwedischen Thronfolger Albrecht IV. von Mecklenburg durch.<br>Die Hanse unterst\u00fctzte Margarethes Sohn Olav und wurde daraufhin vom mecklenburgischen Herzog und schwedischen Thronfolger durch Kaperschiffe auf der Ostsee bek\u00e4mpft. So kam es zu der Entstehung von Seer\u00e4uber-Verb\u00e4nden wie den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vitalienbr%C3%BCder\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vitalienbr%C3%BCder\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Vitalienbr\u00fcdern<\/a>, von deren Taten und Kampf gegen die L\u00fcbecker und Hamburger unter Klaus St\u00f6rtebeker und G\u00f6deke Michels bald Legenden entstanden. Nach einem l\u00e4ngeren Kaperkrieg, in dem auch D\u00e4nemark Kaperschiffe gegen Hansekaufleute einsetzte, kam es 1385 zu einem Friedensschluss D\u00e4nemarks mit der Hanse, in der ihre Handelsprivilegien best\u00e4tigt wurden, die Hanse gab daf\u00fcr die Sundschl\u00f6sser wieder zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/449px-Holstentor1900.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1113\" width=\"217\" height=\"290\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/449px-Holstentor1900.jpg 449w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/449px-Holstentor1900-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><figcaption>Holstentor in L\u00fcbeck<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nachdem 1350 in Elmshorn die St. Nikolaikirche gebaut worden war, wurde 1362 Elmshorn mit Raa-Besenbek als eigenst\u00e4ndiges Kirchspiel von Barmstedt abgetrennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich 1370 wurde das <strong>Haus Barmstedt<\/strong> auf den Kr\u00fcckauinseln von Graf Otto zu Schawenburg erbaut. Dankwerth gibt allerdings f\u00fcr den \u201eHoff oder das Geb\u00e4w so annitzo stehet\u201c 1270 in seiner 1652 erschienenen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neue_Landesbeschreibung_der_zwei_Herzogt%C3%BCmer_Schleswig_und_Holstein\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neue_Landesbeschreibung_der_zwei_Herzogt%C3%BCmer_Schleswig_und_Holstein\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Neuen Landesbeschreibung der zwei Herzogt\u00fcmer Schleswig und Holstein<\/a> an. Ihm wird wohl mit Recht ein Schreibfehler unterstellt. Der erste schleswig-holsteinische Landeskonservator Richard Haupt nimmt 1920 demgegen\u00fcber an, dass die Entstehungszeit des Hauses im 16. Jahrhundert anzusetzen sei. Auf jeden Fall wurde die vorher bestehende Burg abgebrochen und ein herrschaftliches Haus an gleicher Stelle erbaut. \u00dcber seine Gr\u00f6\u00dfe und sein Aussehen gibt es nur Mutma\u00dfungen, keinerlei schriftliche Quellen oder Darstellungen. Sicher ist lediglich seine Lage auf den drei Kr\u00fcckauinseln, der heutigen Schlossinsel.<\/p>\n\n\n\n<p>1386 \u00fcbertrug die d\u00e4nisch-norwegische Regentin Margarete dem Grafen Gerhard VI. von Holstein-Rendsburg das Herzogtum Schleswig als d\u00e4nisches erbliches Lehen, um ihn im erwarteten Kampf mit Schweden auf seine Seite zu ziehen. Dadurch war Schleswig rechtlich abgesichert in der Hand der Schauenburger mit der Grafschaft Holstein vereinigt. Nachdem sie jedoch 1397 in Kalmar ihren 13-j\u00e4hrigen Gro\u00dfneffen Erich von Pommern zum K\u00f6nig von D\u00e4nemark, Norwegen und Schweden machen konnte &#8211; der Beginn der bis 1523 bestehenden Kalmarer Union &#8211; und die beiden Schauenburger Grafen 1404 in einem erneuten Krieg gegen die Dithmarscher get\u00f6tet worden waren, wurde S\u00fcdj\u00fctland wieder gegen den Adel zur\u00fcckerobert. In einem Prozess vor dem kaiserlichen wurde Schleswig wieder dem D\u00e4nenk\u00f6nig zugesprochen. (Degn, S. 78f)<\/p>\n\n\n\n<p>1390 schloss Graf Otto I. (Schauenburg-Pinneberg) mit Graf Klaus (Holstein-Rendsburg) und den S\u00f6hnen von Herzog Heinrich dem Eisernen (Schleswig) einen Teilungsvertrag \u00fcber das Erbe <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolf_VII._%28Holstein-Kiel%29\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolf_VII._%28Holstein-Kiel%29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Adolfs VII.<\/a> der Kieler Linie, der den Bezirk Nienland (Herzhorn) und einige Elbgrundst\u00fccke sowie eine Geldsumme dem Schauenburger (Pinneberger) Anteil zuschlug, fast das gesamte \u00fcbrige Gebiet aber der Rendsburger Linie. Gleichzeitig wurde ein Erbrecht festgelegt, das bei Aussterben einer der beiden Linien die gegenseitige Nachfolge ihrer Lehnsherrschaft in m\u00e4nnlicher Linie festschreiben sollte. Auf diese Weise wurde die Grafschaft Pinneberg f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrhunderte ein v\u00f6llig abgetrenntes Herrschaftsgebiet, w\u00e4hrend das \u00fcbrige Gebiet als Grafschaft Holstein-Rendsburg (bis 1459), ab 1474 als Herzogtum Holstein jetzt zusammenh\u00e4ngend beherrscht wurde. 1404 starb Graf Otto I., sein Nachfolger wurde Adolf IX., der 1426 starb. Sein Nachfolger war Otto II.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1400 wurde der Sitz des Drosten und die Verwaltung der Grafschaft Holstein-Schauenburg bzw. jetzt Holstein-Pinneberg von der Hatzburg beim heutigen Wedel nach Pinneberg (1351\/1382 zum ersten Mal erw\u00e4hnt) verlegt, wo Otto III. von Holstein-Schauenburg 1470-74 das Schloss Pinneberg erbauen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/600px-Klaus_Stoertebeker.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1115\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/600px-Klaus_Stoertebeker.jpg 600w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/600px-Klaus_Stoertebeker-300x300.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/600px-Klaus_Stoertebeker-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><figcaption>Klaus St\u00f6rtebeker-Denkmal<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>1401 konnte nach der Legenden\u00fcberlieferung der Hamburger Rat mit einer Kriegsflotte unter Simon von Utrecht die Vitalienbr\u00fcder\/Likedeeler bei Helgoland aufbringen und auf der Bunten Kuh nach Hamburg schaffen. G\u00f6deke Michels, Klaus St\u00f6rtebeker und 73 weitere Seer\u00e4uber wurden demnach 1401 in einer Massenhinrichtung auf dem Grasbrook gek\u00f6pft.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinrich Rantzau [1] von 1437 bis 1497 Amtmann auf der Steinburg. Sein Landesherr war zun\u00e4chst Graf Adolf VIII. von Holstein, der nach K\u00e4mpfen gegen die D\u00e4nen im Frieden von Vordingborg schlie\u00dflich auch Schleswig erhielt. 1440 erhielt er die Herzogsw\u00fcrde f\u00fcr Schleswig unter d\u00e4nischer Lehnshoheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Christian III., der letzte m\u00e4nnliche Nachkomme der d\u00e4nischen K\u00f6nigsfamilie, 1448 gestorben war, wurde <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolf_VIII._%28Holstein%29\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolf_VIII._%28Holstein%29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Adolf VIII.<\/a> vom Kronrat die d\u00e4nische Krone angeboten. Er lehnte jedoch ab, da er selbst keine Kinder hatte, und schlug seinen Neffen Graf Christian von Oldenburg und Detmold vor, der als <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christian_I._%28D%C3%A4nemark,_Norwegen_und_Schweden%29\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christian_I._%28D%C3%A4nemark,_Norwegen_und_Schweden%29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Christian I.<\/a> zum neuen K\u00f6nig gew\u00e4hlt wurde. Er begr\u00fcndete damit die bis heute existierende Oldenburger Linie des d\u00e4nischen K\u00f6nigshauses. 1450 wurde Christian ebenfalls in Norwegen und 1457 in Schweden zum K\u00f6nig gew\u00e4hlt. Nach Adolfs Tod, im Jahre 1459, kamen die Grafschaft Holstein zusammen mit dem Herzogtum Schleswig dazu, so dass nun sowohl ganz Skandinavien als auch Schleswig und Holstein &#8211; allerdings ohne die Grafschaft Pinneberg &#8211; unter einer Herrschaft vereinigt war.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"754\" height=\"600\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/754px-Vitalienbrueder.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1116\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/754px-Vitalienbrueder.jpg 754w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/754px-Vitalienbrueder-300x239.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 754px) 100vw, 754px\" \/><figcaption>Hinrichtung der Likedeeler<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Konstantinopel f\u00e4llt: Die Hauptstadt des Byzantinischen Reiches, die als dessen letzte Bastion noch gehalten hatte, fiel 1453 nach langer Belagerung durch den Einsatz von Riesenkanonen an den Sultan Mehmet II, den Herrscher des Osmanischen Reiches. Die Folgen bestanden u. a. darin, dass eine gro\u00dfe Zahl Gelehrter aus Byzanz mit ihrem Schatz an antiken Schriften in die westlichen christlichen K\u00f6nigreiche fl\u00fcchtete und dieses Wissen hier bekannt machte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mindestens seit dem 15. Jahrhundert f\u00fchren die Ochsentriften von J\u00fctland nach Hamburg und Wedel durch Barmstedt und Elmshorn.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8704\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Vertrag von Ripen \/ Herrschaft Pinneberg als eigenst\u00e4ndiges Gebiet (1460-1490)<\/h2><div id=\"ac-8704\" class=\"c-accordion__content\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Christian_1-837x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1120\" width=\"294\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Christian_1-837x1024.jpg 837w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Christian_1-245x300.jpg 245w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Christian_1-768x940.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Christian_1.jpg 933w\" sizes=\"auto, (max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><figcaption>Christian I., K\u00f6nig von D\u00e4nemark<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Im Vertrag von Ripen von 1460 wurde Christian I. von D\u00e4nemark, der bereits in Personalunion K\u00f6nig von D\u00e4nemark, Norwegen und Schweden war, jetzt auch Herzog von Schleswig und Graf von Holstein. In der Wahlurkunde garantierte der Landesherr die Autonomie der Lande sowie die Untrennbarkeit Schleswigs und Holsteins. Seitdem finden gemeinsame Landtage statt, beschickt von der Ritterschaft, den hohen Geistlichen (Pr\u00e4laten) und Gesandten der St\u00e4dte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wahl Christians zum holsteinischen Grafen war gegen den Willen des Pinneberger Grafen erfolgt. Er hatte nach dem Tod des letzten Schauenburgers von Holstein-Rendsburg, Adolf VIII., seine Erbanspr\u00fcche nicht durchsetzen k\u00f6nnen. Die Ritterschaft war wegen der Besitzungen, die sie sowohl in Schleswig als auch in Holstein hatte, stark an einer Zusammengeh\u00f6rigkeit beider Herrschaften interessiert und setzte sich deshalb f\u00fcr eine Personalunion der Herrschaft beider Gebiete mit dem d\u00e4nischen K\u00f6nigreich ein. Adolf VIII. erhielt statt dessen eine finanzielle Entsch\u00e4digung. In Folge dieses Beschlusses, der v. a. von der Ritterschaft getragen war, trennte Graf Otto II. seine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Pinneberg\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holstein-Pinneberg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Grafschaft Holstein-Pinneberg<\/a> vom \u00fcbrigen Holstein ab und nahm an Landtagen nicht mehr teil. Die eingesetzten V\u00f6gte trugen jetzt den Titel Amtmann.<\/p>\n\n\n\n<p>1464 trat Otto II. von Schauenburg-Holstein-Pinneberg zur\u00fcck, sein Nachfolger wurde Adolf X.<\/p>\n\n\n\n<p>1474 erhob Kaiser Friedrich III. die Grafschaft Holstein zum Herzogtum, wodurch aus dem s\u00e4chsischen Lehen ein Reichslehen wurde. In seiner Eigenschaft als Holsteiner Herzog wurde der d\u00e4nische K\u00f6nig damit zum Lehnsmann des Kaisers. Die Grafschaft Holstein-Pinneberg war aber kein Teil dieses neuen Herzogtums.<\/p>\n\n\n\n<p>1474 starb Adolf X. von Schauenburg-Holstein-Pinneberg, sein Nachfolger wurde Erich, der 1492 starb, sein Nachfolger war Otto III., der 1470-74 das Pinneberger Schloss erbauen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Tod Christians I. im Jahre 1490 wurde die Landesherrschaft \u00fcber Holstein in einen k\u00f6niglichen (Segeberger) und einen herzoglichen (Gottorfer) Anteil getrennt. Die gemeinsame Regierung blieb zun\u00e4chst bestehen. Damit war die Grundlage f\u00fcr den in den folgenden Jahrhunderten zunehmenden Gegensatz zwischen k\u00f6niglich-d\u00e4nischen und herzoglich-gottorfischen Herrschaftsanspr\u00fcchen gelegt, neben denen der schauenburgische aufgrund der Herrschaft \u00fcber das kleine Gebiet Holstein-Pinneberg kaum ins Gewicht fiel.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8705\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Anmerkungen<\/h2><div id=\"ac-8705\" class=\"c-accordion__content\">\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>(1) Zeichnung und Verortung nach Bernhard Theilig<\/li><li>(2) \u00dcbersetzung aus dem lateinischen Originaltext von B.Theilig und C. Nitsch<\/li><li>(3) Genauere Angaben hierzu in: Theilig, B., Die Heiligen-Geist-Kirche\u2026.<\/li><li>(3) Freytag, E., Schriften\u2026, S.19; Theilig. B., Die 7 Epochen\u2026<\/li><li>(4) Der gut recherchierte und sprachlich eindrucksvolle Roman &#8222;Die Abenteuer des R\u00f6de Orm&#8220; von Frans G. Bengtsson gibt einen sehr lebendigen Eindruck der Wikingerwelt aus der Zeit Harald Blauzahns im 10. Jahrhundert. Ebenfalls empfehlenswert ist die 5-teilige Reihe des englischen Autors Bernard Cornwell &#8222;The Saxon Stories&#8220; \u00fcber die englische Geschichte des 9. Jahrhunderts, deren erster Band &#8222;Das letzte K\u00f6nigreich&#8220; ist.<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8706\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Literatur<\/h2><div id=\"ac-8706\" class=\"c-accordion__content\">\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Bohn, Robert: Geschichte Schleswig-Holsteins, M\u00fcnchen 2006<\/li><li>Bubbe, Hans Ferdinand, in: D\u00f6ssel, Hans (Hg.):Stadt und Kirchspiel Barmstedt. Eine geschichtliche Schau I. Heft, Barmstedt 1936<\/li><li>D\u00e4hn, Arthur: Ringw\u00e4lle und Turmh\u00fcgel: Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein. Unter Mitarbeit von Susan M\u00f6ller-Wiering, Husum 2001<\/li><li>Dankwerth. Newe Landesbeschreibung der 2 Herzogt\u00fcmer Schleswig und Holstein. Husum 1652<\/li><li>Degn, Christian: Schleswig-Holstein &#8211; eine Landesgeschichte. Historischer Atlas, Neum\u00fcnster 1994<\/li><li>Freytag, Erwin: Die Herren von Barmstede und die Gr\u00fcndung des Klosters Uetersen, in: Jahrbuch f\u00fcr den Kreis Pinneberg 1970<\/li><li>Freytag, Erwin: Burgen und Kloster in Uetersen w\u00e4hrend des Mittelalters, in: Jahrbuch f\u00fcr den Kreis Pinneberg<\/li><li>Haupt, Dr. Richard: Die Bau- und Kunstdenkm\u00e4ler der Provinz Schleswig-Holstein mit Ausnahme des Kreises Herzogtum Lauenburg. 2: Kreise Oldenburg, Pinneberg, Ploen, Rendsburg, Schleswig, Segeberg, Sonderburg, Steinburg, Stormarn, Tondern, Heide 1888<\/li><li>Klessmann, Eckart: Geschichte der Stadt Hamburg, Hamburg 1981<\/li><li>Lange, Ulrich (Hrsg.): Geschichte Schleswig-Holsteins. Von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart. Neum\u00fcnster 2003<\/li><li>Lexikon der Weltgeschichte. Von der Vorzeit bis zur Gegenwart. Bindlach 1985<\/li><li>Lorenzen-Schmidt, Klaus-Joachim \/ Pelc, Ortwin (Hrsg.): Schleswig-Holstein Lexikon, Neum\u00fcnster 2000<\/li><li>Neusch\u00e4ffer, Hubertus: Das Amt Barmstedt und ehemalige Grafschaft Rantzau, in: SCHLESWIG-HOLSTEIN 11\/87, S. 2-6<\/li><li>Hans-Gerhard Risch: Die mittelalterlichen Burgen im Kreis Pinneberg. Ein \u00dcberblick zum derzeitigen Forschungsstand, in: Arch\u00e4ologie des Mittelalters und Bauforschung im Hanseraum o.J.<\/li><li>Theilig, Bernhard: Der Anfang Barmstedts. (Urkunde Adalberos\u2026), in: Jahrbuch f\u00fcr den Kreis Pinneberg 1980<\/li><li>Theilig, Bernhard: Die Heiligen-Geist-Kirche in Barmstedt und ihre Geschichte, in: Jahrbuch f\u00fcr den Kreis Pinneberg 1980<\/li><li>Theilig, Bernhard: Die 7 Epochen in der Geschichte unserer engeren Heimat, in: Jahrbuch f\u00fcr den Kreis Pinneberg 1999<\/li><li>Theilig, Bernhard: Die Geschichte der Schlo\u00dfinsel Rantzau zu Barmstedt, in: Jahrbuch f\u00fcr den Kreis Pinneberg 1987<\/li><li>Freytag, Erwin: Schriften des Vereins f\u00fcr schleswig-holsteinischen Kirchengeschichte 2.\/17.Band 1859\/60<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Verfasser: Michael Theilig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verfasser: Michael Theilig<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":853,"menu_order":4,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-870","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/870","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=870"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/870\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1127,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/870\/revisions\/1127"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/853"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=870"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}