{"id":868,"date":"2022-10-21T13:43:00","date_gmt":"2022-10-21T13:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=868"},"modified":"2023-01-14T17:58:54","modified_gmt":"2023-01-14T17:58:54","slug":"die-fruehe-neuzeit-in-der-barmstedter-region-1492-1648","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=868","title":{"rendered":"Die Fr\u00fche Neuzeit in der Barmstedter Region: 1492 &#8211; 1648"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js is-open\" data-initially-open=\"true\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8680\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Der \u00dcbergang zur Neuzeit: Humanismus und Renaissance<\/h2><div id=\"ac-8680\" class=\"c-accordion__content\">\n<p>Allgemeine Entwicklungen vom 15. bis zur ersten H\u00e4lfte des 17. Jahrhunderts<\/p>\n\n\n\n<p>Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst wieder: Die Bev\u00f6lkerungszahl entwickelte sich nach Abklingen der gro\u00dfen Pestepidemien der zweiten H\u00e4lfte des 14. Jahrhunderts, trotz neuer Seuchen 1451 und 1463, bis zum Beginn des 30-j\u00e4hrigen Krieges im Jahr 1618 wieder aufw\u00e4rts. Dann jedoch verlor Europa durch immer wiederkehrende Kriegsz\u00fcge von marodierenden Landsknechtsarmeen und Seuchen rund ein Drittel seiner Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Landleben_um_1470-802x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1164\" width=\"306\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Landleben_um_1470-802x1024.jpg 802w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Landleben_um_1470-235x300.jpg 235w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Landleben_um_1470-768x981.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Landleben_um_1470-1203x1536.jpg 1203w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Landleben_um_1470.jpg 1452w\" sizes=\"auto, (max-width: 306px) 100vw, 306px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Landleben um 1470<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Soziale Umschichtungen: Diese demografische Entwicklung fand ebenso in Schleswig-Holstein statt. Wegen der Pest waren im 14. Jahrhundert gro\u00dfe Teile der \u00fcberlebenden Landbev\u00f6lkerung in die St\u00e4dte gefl\u00fcchtet, so dass ganze Landstriche ver\u00f6deten und die landwirtschaftliche Produktion stark sank. Die soziale Differenzierung nahm hierduch stark zu. Denn die aufgrund der Bev\u00f6lkerungsverluste frei gewordenen Bauernstellen f\u00fcgte in der Regel der Adel seinem Hofland hinzu, so dass die Entwicklung der Gutswirtschaften beschleunigt wurde. Besonders in Ostholstein wuchs eine fast fl\u00e4chendeckende adlige Grundherrschaft heran, die sich zunehmend in wenigen Adelsfamilien konzentrierte. Um 1600 war etwa die H\u00e4lfte der Bauernstellen in Holstein im Besitz adliger G\u00fcter. Auf diesen Gutswirtschaften wurden zunehmend dienstpflichtige K\u00e4tner angesiedelt, wodurch eine neue Schicht &#8211; die zuk\u00fcnftigen Leibeigenen, ab 1614 als Rechtszustand festgelegt &#8211; unterhalb der Bauern entstand. Diese gutsuntert\u00e4nige Landbev\u00f6lkerung gliederte sich in Hufner, K\u00e4tner und Insten, die in unterschiedlichem Ma\u00dfe Hand- und Spanndienste zu leisten hatten. Der Adel hatte &#8211; ebenso wie die Kl\u00f6ster &#8211; nach 1500 zus\u00e4tzlich durch die guten Absatzbedingungen f\u00fcr Agrarprodukte in Westeuropa verst\u00e4rkte Anreize, sich der Landwirtschaft zu widmen. Die Preise stiegen teils um das Vierfache.<\/p>\n\n\n\n<p>Die soziale Struktur in Westholstein, v.a. den Marschgebieten, unterschied sich von Ostholstein stark. Hier auf der Geest waren die Bauern zwar frei, waren jedoch Hintersassen der Lehnsherrschaft mit unterschiedlicher Abgabenverpflichtung und Frondiensten. In der Marsch gab es G\u00fcter mit zugeh\u00f6rigen D\u00f6rfern, es \u00fcberwogen aber grundbesitzende freie Bauern, die sich im Laufe der fr\u00fchen Neuzeit durch Besitzkonzentration und Bev\u00f6lkerungszunahme zunehmend in Gro\u00dfbauern und kleine (K\u00e4tner) und kleinste (H\u00e4usler) b\u00e4uerliche Existenzen gliederten. In Barmstedt gab es viele zu Hand- und Spanndiensten verpflichtete Bauern. Hier gab es den herrschaftlichen Hof, dessen Vorwerk entsprechend einem Gutshof betrieben wurde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"805\" height=\"582\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Leibeigene.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1165\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Leibeigene.jpg 805w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Leibeigene-300x217.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Leibeigene-768x555.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 805px) 100vw, 805px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abgaben werden an den Fronherrn \u00fcbergeben<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ochsenweg4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1166\" width=\"284\" height=\"254\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Viehtrift auf dem Ochsenweg<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Der Ochsenweg durch J\u00fctland:<\/strong> W\u00e4hrend des 16. und 17. Jahrhunderts war es v.a. auch die Rinderzucht, die hohe Profite abwarf. J\u00fctische und schleswigsche Gutsherrn boten in immer gr\u00f6\u00dferer St\u00fcckzahl Ochsen an, die von Aufk\u00e4ufern auf dem alten j\u00fctischen Heerweg in Herden von 50 bis 1000 Tieren bis zur Unterelbe getrieben und dort weiterverkauft wurden. Dieser Ochsenweg, auf Plattdeutsch &#8222;Ossenpadd&#8220; f\u00fchrte von Viborg in D\u00e4nemark \u00fcber Flensburg, Schleswig nach Rendsburg, wo sich der Weg verzweigte.<\/p>\n\n\n\n<p>In Itzehoe m\u00fcndeten gleich drei Wege, n\u00e4mlich der westliche Heerweg \u00fcber Heide, Albersdorf und Kaaksburg, der Schleswiger Heerweg \u00fcber Hohenweststedt und ein weiterer von Ostholstein \u00fcber Bad Segeberg, Bad Bramstedt, M\u00fchlenbarbek und Oelixdorf. An der St\u00f6rschleife wurden sie auf riesigen Ochsenm\u00e4rkten verkauft und auf dem Wasserweg St\u00f6r &#8211; Unterelbe &#8211; Schwinge bei Stade wieder an Land weitertransportiert und Heeslingen, Verden, Minden, Paderborn zum Rhein oder zum Main gebracht. (Norddt.Rundschau 25.09.2012)<\/p>\n\n\n\n<p>Andere Ochsenherden wurden nach Hamburg (Ochsenzoll) oder Wedel getrieben, wo sie \u00fcber die Elbe geschifft und bis in die Niederlande weiterverkauft wurden. Die Westroute f\u00fchrte \u00fcber Itzehoe und Elmshorn und dann von der Hetlinger Schanze \u00fcber L\u00fchesand nach Niedersachsen, die Ostroute \u00fcber Bramstedt nach Hamburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Nebentrift dieses Ochsenweges von (Bad) Bramstedt, wo der gro\u00dfe Marktplatz mit dem Roland v.a. dem Viehhandel diente, nach Uetersen f\u00fchrte auch durch Barmstedt, wo die Stra\u00dfenbezeichnung &#8222;Kuhberg&#8220; noch heute an die regelm\u00e4\u00dfigen Ochsenm\u00e4rkte erinnert. Die Tiere sollen noch im 19. Jahrhundert in dichter Reihe von der Kirche bis zum Kuhberg aufgestellt und zum Kauf angeboten worden sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die von den Landesherren gef\u00f6rderten St\u00e4dte hatten f\u00fcr die wirtschaftliche Struktur des Umlandes erhebliche Bedeutung, weil der Marktzwang galt und hier die Handwerker konzentriert wurden. L\u00fcbeck und Hamburg dominierten den Fernhandel. Nur hier gab es nennenswerten Exporthandel. L\u00fcbeck verlor aber stark an Bedeutung, u. a. durch die zunehmende Bedeutung des Atlantik- und Fernosthandels nach den Entdeckungen, Eroberungen \u00fcberseeischer Gebiete und den Aufbau von Handelskompanien,v. a. in den Niederlanden und England. (Bohn, S. 37f)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"371\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Itzehoe-alteStoerschleife-1024x371.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1160\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Itzehoe-alteStoerschleife-1024x371.jpg 1024w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Itzehoe-alteStoerschleife-300x109.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Itzehoe-alteStoerschleife-768x278.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Itzehoe-alteStoerschleife-1536x557.jpg 1536w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Itzehoe-alteStoerschleife.jpg 1747w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Itzehoe um 1600 (Braun\/Hogenberg)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In der Schauenburgischen Grafschaft Pinneberg, zu der das Amt Barmstedt geh\u00f6rte, gab es keine Stadt. Der Flecken Altona hatte nur durch seine Nachbarschaft zu Hamburg mittelbar an dieser Entwicklung der St\u00e4dte teil. Die St\u00e4dte, die den Kirchspielen Barmstedt und Elmshorn am n\u00e4chsten lagen, waren Krempe und Itzehoe. Itzehoe hatte bereits fr\u00fch, n\u00e4mlich im Jahre 1238, Stadtrechte erhalten, Zollfreiheit und Stapelrecht. Handel wurde au\u00dfer mit Ochsen haupts\u00e4chlich mit Salz, Tuchen und Getreide getrieben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Buchdruck-15-jahrhundert_1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1151\" width=\"181\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Buchdruck-15-jahrhundert_1.jpg 242w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Buchdruck-15-jahrhundert_1-228x300.jpg 228w\" sizes=\"auto, (max-width: 181px) 100vw, 181px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Buchdruck<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Buchdruck:<\/strong> Um 1450 entwickelte Johannes Gensfleisch, genannt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johannes_Gutenberg\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johannes_Gutenberg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gutenberg<\/a>, in Mainz den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern, was f\u00fcr die folgenden 500 Jahre f\u00fcr das sich explosionsartig in ganz Europa ausbreitende Druckwesen, die sich damit allm\u00e4hlich entfaltende \u00d6ffentlichkeit, die Alphabetisierung immer gr\u00f6\u00dferer Bev\u00f6lkerungskreise, das Bildungswesen, Kultur, Wissenschaft, die Papierindustrie, v.a. aber auch Religion und Politik pr\u00e4gend wurde. Seit dem 14. Jahrhundert hatte das billigere Papier (aus Lumpen) das Pergament aus Tierh\u00e4uten nach und nach verdr\u00e4ngt, so dass \u00fcberhaupt erst eine massenhafte Verbreitung von Texten und Bildern m\u00f6glich wurde. Zun\u00e4chst wurden religi\u00f6se Kleindrucke, wie Ablassbriefe und Heiligenkalender verkauft, aber schon in den ersten Jahren entstand die ber\u00fchmte Gutenberg-Bibel. Ohne diese Erfindung h\u00e4tten sich der Humanismus als geistige Str\u00f6mung und die Reformation als religi\u00f6s-politische Bewegung nicht ann\u00e4hernd so schnell durchsetzen k\u00f6nnen. Die Illustrationen wurden als Holzschnitte beigef\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Humanismus als geistige Str\u00f6mung breitet sich aus: <\/strong>Nach der Eroberung Konstantinopels durch die T\u00fcrken 1453 kamen byzantinische Gelehrte und griechische Handschriften in den Westen. Dadurch wurde der volle Kanon des humanistischen Bildungsgutes der Antike bekannt. Das Studium der antiken Literatur und Philosophie galt f\u00fcr Gelehrte fortan als un\u00fcbertrefflich. Der sch\u00f6pferische Mensch als Ebenbild Gottes wurde gegen den von Erbs\u00fcnde belasteten mittelalterlichen Typus gestellt. Erasmus von Rotterdam (1466-1543) wirkte als bedeutender niederl\u00e4ndischer Gelehrter und war die Hauptfigur des Humanismus dieser Zeit. Er korrespondierte mit fast allen Gelehrten seiner Zeit. Er setzte sich auch mit Luther auseinander, bejahte seine Thesen aber nur teilweise. Er war befreundet mit Thomas Morus (1478-1535), dem Verfasser der &#8222;Utopia&#8220; und Lordkanzler unter Heinrich VIII, der im Tower von London hingerichtet wurde, weil er es ablehnte seinen K\u00f6nig als Oberhaupt der Kirche anzuerkennen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"585\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Breitenburg_Schloss1590.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1150\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Breitenburg_Schloss1590.jpg 800w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Breitenburg_Schloss1590-300x219.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Breitenburg_Schloss1590-768x562.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Breitenburg bei Itzehoe<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Als bedeutendster Humanist im Norden galt <strong>Heinrich Rantzau<\/strong>, der als d\u00e4nischer Diplomat, Gesch\u00e4ftsmann und reicher Landedelmann 71 Schl\u00f6sser und Herrenh\u00e4user besa\u00df, die er gro\u00dfenteils im Renaissancestil selbst hatte errichten lassen. In der von seinem Vater Johann Rantzau \u00fcbernommenen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_Breitenburg\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_Breitenburg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Breitenburg<\/a>, die er vergr\u00f6\u00dfert hatte und pr\u00e4chtig ausbauen lie\u00df, besa\u00df er eine ber\u00fchmte Bibliothek und korrespondierte von hier mit K\u00fcnstlern und Wissenschaftlern in ganz Europa. (Degn, S.122)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Reformation:<\/strong> Von Mitteldeutschland ausgehend verbreitete sich ab 1517 die durch Martin Luther angesto\u00dfene Reformation &#8211; gef\u00f6rdert durch soziale Krisen, politische Differenzen und das neue Medium, den Buchdruck &#8211; sehr schnell im ganzen deutschsprachigen Raum. In der Schweiz gab es durch Zwingli und Calvin eine entsprechende protestantische Bewegung und in England eine durch K\u00f6nig Heinrich VIII. selbst befohlene Abspaltung der Anglikanischen Kirche von Rom.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Hexenverfolgungen<\/strong> verbreiteten sich jetzt in ganz Europa.<br>F\u00fcr Barmstedt sind mehrere F\u00e4lle aus der Zeit um 1600 \u00fcberliefert und relativ ausf\u00fchrlich dokumentiert. (1)<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/531px-Holbein_Hans_-_Georg_Gisze_a_German_merchant_in_London.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1146\" width=\"332\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/531px-Holbein_Hans_-_Georg_Gisze_a_German_merchant_in_London.jpg 531w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/531px-Holbein_Hans_-_Georg_Gisze_a_German_merchant_in_London-266x300.jpg 266w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hans Holbein: Deutscher Kaufmann in London<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Kultur\/Kunst der Renaissance:<\/strong> Auch in der Kunst wurde die zunehmende Besch\u00e4ftigung mit der Antike \u00fcblich, daher wird diese Epoche <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Renaissance#Malerei\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Renaissance#Malerei\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Renaissance<\/a> genannt. In Italien wirkten Leonardo da Vinci (1452-1519), Tizian (1477-1576), Michelangelo (1475-1564) und wurden schnell ber\u00fchmt. In Deutschland wurden v.a. Albrecht D\u00fcrer aus N\u00fcrnberg (1471-1528), Lucas Cranach der \u00c4ltere (1472-1553) und der J\u00fcngere (1515-1586) und Hans Holbein (1497-1543) wichtig. In der Architektur wurde ebenfalls die Formensprache der Antike wiederbelebt. Als neue Technik der Reproduktion entstand in Italien der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kupferstich\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kupferstich\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kupferstich<\/a>, zun\u00e4chst zur Vervielf\u00e4ltigung anderer Gem\u00e4lde und Skulpturen, so dass sich Bildideen und Bildmotive schnell in ganz Europa verbreiteten. Meisterhaft entwickelt wurde diese Technik in Deutschland durch Albrecht D\u00fcrer, dessen Bild <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ritter,_Tod_und_Teufel\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ritter,_Tod_und_Teufel\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ritter, Tod und Teufel<\/a> durch die F\u00fclle anatomischer und landschaftlicher Details, aber auch durch die Vielfalt an Symbolen bekannt und f\u00fcr die Kunstauffassung der Renaissance typisch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere wichtige Anwendung des Kupferstichs war die Kartographie, die wiederum f\u00fcr die Ende des 15. Jahrhunderts beginnende rasante Erforschung bisher unbekannter Weltteile von entscheidender Bedeutung war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bahnbrechende Entdeckungen in Geografie, Wirtschaft und Politik:<\/strong> Die Welt wurde schon l\u00e4nger nicht mehr als Scheibe, sondern als Kugel gesehen. Ende des 15. Jahrhunderts wurden Weltgloben mit den Erdteilen Europa, Asien und Afrika gebaut. Der N\u00fcrnberger Martin Behaim schuf 1492 den ersten noch erhaltenen. Im gleichen Jahr entdeckte Kolumbus f\u00fcr die spanische Krone Amerika, w\u00e4hnte sich aber in Indien. Die Spanier hatten im gleichen Jahr durch die Einnahme von Granada (Reconquista) die letzte maurische (muslimische) Bastion auf der iberischen Halbinsel besiegt. In schneller Folge wurden jetzt immer neue Entdeckungen von Erdteilen und Seewegen gemacht. Antrieb war f\u00fcr die Finanziers dieser Expeditionen in allen F\u00e4llen der Versuch, einen neuen Weg zu den Gew\u00fcrzinseln in Indien, den Molukken, zu finden, der durch die muslimische Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453 f\u00fcr die europ\u00e4ischen H\u00e4ndler versperrt war. Der direkte Weg dorthin versprach f\u00fcr die seefahrende Nation gro\u00dfen Reichtum, weil der t\u00fcrkische, persische, arabische und venezianische Zwischenhandel so ausgeschaltet werden konnte. Portugal hatte unter Heinrich &#8222;dem Seefahrer&#8220; die nautischen und logistischen Voraussetzungen f\u00fcr die Umrundung Afrikas geschaffen, aber erst Vasco da Gama fand 1497 den Weg nach Indien, 1500 entdeckte Cabral Brasilien. 1519 findet Magellan den Weg s\u00fcdlich um Feuerland herum in den Stillen Ozean. Der Papst hatte schon 1494 im Vertrag von Tordesillas die gesamte unentdeckte Welt unter die beiden K\u00f6nigreiche Spanien und Portugal aufgeteilt, so dass jedes entdeckte Land gleichzeitig neues Staatsgebiet und neue Untertanen bedeutete und nach innen beherrscht, nach au\u00dfen gegen Konkurrenz anderer Nationen verteidigt wurde. Die Wege dorthin wurden mit einer geschlossenen Kette eigener St\u00fctzpunkte abgesichert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"729\" height=\"409\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Waldseemueller.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1176\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Waldseemueller.jpg 729w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Waldseemueller-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 729px) 100vw, 729px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine wirtschaftliche Folge der Eroberung Amerikas war, dass Spanische Konquistadoren j\u00e4hrlich bis zu 220 Tonnen Silber aus s\u00fcdamerikanischen Minen nach Europa brachten, die H\u00e4lfte davon aus dem Cerro Rico bei Potosi\/Bolivien. (Hierbei starben Tausende Indios in Bergwerken, u.a. an Quecksilbervergiftung). Die teils schon dort gepr\u00e4gten Reales dienten dem spanischen Hof zur Finanzierung ihrer Armada und des pr\u00e4chtigen Hofstaats, die Luxuswaren wurden u.a. in Frankreich, Italien, England und Deutschland gekauft und f\u00fchrten dort zu einem Aufschwung von Handel und Gewerbe. So verteilte sich das Silber in ganz Europa (Fugger in Augsburg, Genua, Venedig). Es kam nach und nach zu starken Preissteigerungen, die 1570 die Kaufkraft einfacher Lohnbezieher um die H\u00e4lfte reduzierten und gleichzeitig Spekulationen lukrativ werden lie\u00dfen, z.B. 1565 in Antwerpen. Auch F\u00fcrstenh\u00f6fe brauchten jetzt mehr Geld, was zu Steueranhebungen f\u00fcr das einfache Volk f\u00fchrte. Philipp II. erkl\u00e4rte dreimal den Staatsbankrott: 1557, 1575, 1596. Die Zahl der Bettler und Vagabunden nahm stark zu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Reformen im Heiligen R\u00f6mischen Reich: <\/strong>Im <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich#Reichsreform\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich#Reichsreform\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Reich<\/a> lag die K\u00f6nigsw\u00fcrde seit 1438 beim Haus Habsburg, das diese bis zum Ende des Reichs 1805 fast ununterbrochen behielt. 1495 wurde eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reichsreform_%28Heiliges_R%C3%B6misches_Reich%29\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reichsreform_%28Heiliges_R%C3%B6misches_Reich%29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Reichsreform<\/a> unter Kaiser <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maximilian_I._%28HRR%29\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maximilian_I._%28HRR%29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Maximilian I.<\/a> (dem letzten Ritter) eingeleitet, die &#8211; auf Druck der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reichsst%C3%A4nde\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reichsst%C3%A4nde\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Reichsst\u00e4nde<\/a> &#8211; mit dem Ewigen Landfrieden ein absolutes Verbot des mittelalterlichen Fehderechts vorsah, was aber nicht verhinderte, dass noch bis ins 16. Jahrhundert hinein bewaffnete Selbsthilfe ausge\u00fcbt wurde. Au\u00dferdem wurde eine reichsweite Steuer unter dem Namen Gemeiner Pfennig eingef\u00fchrt. Das Reichskammergericht, die Reichskreise und die Reichstage bildeten sich zu allgemeinen Institutionen heraus. 1519 wurde Karl V. zum R\u00f6misch-Deutschen K\u00f6nig ernannt, die Wahl war durch die Fugger finanziert worden. Karl V. nannte sich 1520 \u201eerw\u00e4hlter\u201c Kaiser des Heiligen R\u00f6mischen Reiches, wurde aber erst 1530 als letzter r\u00f6misch-deutscher Kaiser durch den Papst gekr\u00f6nt.<\/p>\n\n\n\n<p>In <strong>Italien<\/strong> lag die politische Macht neben dem Papst bei den st\u00e4dtischen Adelsrepubliken (Venedig, Florenz, Mailand etc.). Als Theoretiker des modernen Staates wurde Niccolo Machiavelli (1469 bis 1527) und sein Werk &#8222;Il Principe&#8220; (&#8222;Der F\u00fcrst&#8220;) weltber\u00fchmt.<\/p>\n\n\n\n<p>In <strong>England<\/strong> bestieg mit Heinrich VIII. 1509 zum ersten Mal seit fast 100 Jahren ein Herrscher ohne Blutvergie\u00dfen den Thron und f\u00fchrte in seiner Auseinandersetzung mit dem Papst um die Scheidung von seiner Frau die Anglikanische Kirche ein.<\/p>\n\n\n\n<p>D\u00e4nemark wurde seit 1448 von der (noch heute amtierenden) <strong>Dynastie der Oldenburger<\/strong> regiert. Noch bis 1523 bestand die Kalmarer Union, durch die der d\u00e4nische K\u00f6nig gleichzeitig Oberhaupt von D\u00e4nemark, Norwegen und Schweden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Vertrag von Ripen im Jahre 1460 war der d\u00e4nische K\u00f6nig auch gleichzeitig Herzog von Schleswig und Graf (seit 1474 Herzog) von Holstein. Durch diese Urkunde wurde staatsrechtlich eine Realunion zwischen dem d\u00e4nischen Lehen Schleswig und dem deutschen Reichslehen Holstein begr\u00fcndet. Die Wahl Christians I. war neben dem d\u00e4nischen Adel auch duch die Ritterschaft von Schleswig und Holstein erfolgt, die n\u00f6rdlich und s\u00fcdlich der Eider Land und Herrschaftsrechte besa\u00dfen. Sie wollten trotz unterschiedlicher pers\u00f6nlicher Bindungen nach D\u00e4nemark oder nach Deutschland nur einen Landesherrn anerkennen und hatten durch den Ripen-Vertrag weitgehende politische und wirtschaftliche Privilegien sowohl gegen\u00fcber dem K\u00f6nig als auch gegen\u00fcber ihren Bauern durchsetzen k\u00f6nnen. Die Formel der Ritterschaft &#8222;Up ewig ungedeelt&#8220; und die Personalunion in der Landesherrschaft mit D\u00e4nemark galten von jetzt an \u00fcber 400 Jahre bis 1864. Die finanziellen Entsch\u00e4digungen Christians f\u00fcr die \u00fcbrigen Erbberechtigten, u.a. den Schauenburg-Pinnebergischen Grafen, konnte dieser nur mit hohen Krediten seitens des schleswig-holsteinischen Adels leisten, da er sich verpflichten musste, diese gro\u00dfen Geldsummen nicht durch Steuern zu erheben. Er konnte 1474 bei Kaiser Friedrich III. erreichen, dass dieser die Grafschaft Holstein zum Herzogtum erhob und damit zum reichunmittelbaren Lehen. Gleichzeitig erreichte er auch, dass die Oberherrschaft \u00fcber Dithmarschen, das praktisch eine Bauernrepublik war, vom Erzbistum Bremen an Holstein fiel. Damit hatte er jedoch noch nicht die tats\u00e4chliche Macht durchgesetzt. (Bohn, S. 40)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Grafschaft Holstein-Pinneberg<\/strong> blieb au\u00dferhalb dieses von Kopenhagen aus regierten k\u00f6nig-herzoglichen Riesenreichs. Der letzte verbliebene Schauenburger in B\u00fcckeburg an der Weser, Otto II., war nach dem Tod Adolf VIII., des letzten Schauenburger Herzogs, nur f\u00fcr die Grafschaft Holstein erbberechtig gewesen und war deshalb von den St\u00e4nden als neuer Herzog abgelehnt worden. Er regierte seine kleine Herrschaft Pinneberg fortan von B\u00fcckeburg aus und lie\u00df sie von einem Drosten verwalten. An den St\u00e4ndeversammlungen f\u00fcr die Herzogt\u00fcmer Schleswig und Holstein nahm er nicht mehr teil. Der n\u00f6rdliche Bereich dieser kleinen Grafschaft wurde vom Amtmann auf dem Haus Barmstedt verwaltet.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8681\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Dithmarscher Bauernrepublik verteidigt noch einmal ihre Unabh\u00e4ngigkeit<\/h2><div id=\"ac-8681\" class=\"c-accordion__content\">\n<p>Gleich zu Beginn des Jahrhunderts, am 17. Februar 1500, machte der Nachfolger Christians I., Johann, den Versuch, die Oberherrschaft \u00fcber Dithmarschen auch praktisch durchzusetzen. In der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_bei_Hemmingstedt\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_bei_Hemmingstedt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schlacht bei Hemmingstedt<\/a> befehligte er zusammen mit seinem Bruder Friedrich von Gottorf ein Heer aus Schleswig-Holsteinischer Ritterschaft, einem S\u00f6ldnerheer (Schwarze Garde), einer Landwehr aus den Herzogt\u00fcmern gegen ein weit unterlegenes Bauernheer der Dithmarscher. Nachdem das k\u00f6nigliche Heer die wehrlose Meldorfer Bev\u00f6lkerung brutal abgeschlachtet hatte, konnten die republikanischen Bauern durch Fluten der Marschen die schwer gepanzerten Gegner vollst\u00e4ndig schlagen und behielten dadurch noch f\u00fcr 59 Jahre ihre Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"314\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Schlacht_bei_Hemmingstedt.800pixelJPG.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1169\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Schlacht_bei_Hemmingstedt.800pixelJPG.jpg 800w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Schlacht_bei_Hemmingstedt.800pixelJPG-300x118.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Schlacht_bei_Hemmingstedt.800pixelJPG-768x301.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8682\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Reformation und Renaissance in Holstein ab 1500<\/h2><div id=\"ac-8682\" class=\"c-accordion__content\">\n<p>Mit dem <strong>Thesenanschlag von Wittenberg<\/strong> im Jahre 1517 leitete der Augustinerm\u00f6nch <strong>Martin Luther <\/strong>(1483-1546) die Reformation im deutschsprachigen Raum ein. In Z\u00fcrich wurde Ulrich Zwingli (1484-1531) wichtigster Reformator, in Frankreich und Genf sp\u00e4ter Johannes Calvin (1509-1564). Diese beiden waren die pr\u00e4gendsten Pers\u00f6nlichkeiten der sp\u00e4teren Reformierten Kirchen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/391px-Martin_Luther_by_Lucas_Cranach_der_Aeltere.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1142\" width=\"181\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/391px-Martin_Luther_by_Lucas_Cranach_der_Aeltere.jpeg 391w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/391px-Martin_Luther_by_Lucas_Cranach_der_Aeltere-196x300.jpeg 196w\" sizes=\"auto, (max-width: 181px) 100vw, 181px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Martin Luther<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Johannes-Bugenhagen-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1161\" width=\"189\" height=\"294\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Johannes-Bugenhagen-2.jpg 515w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Johannes-Bugenhagen-2-193x300.jpg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Johannes Bugenhagen, der Reformator des Nordens<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Luther wird gebannt: Auf dem Reichstag zu Worms (1521) wurde Martin Luther zu seinen reformatorischen Thesen befragt und, da er von seinen Auffassungen nicht abr\u00fcckte, in der Folge mit der p\u00e4pstlichen Bannbulle exkommuniziert und mit der Reichsacht belegt. Der s\u00e4chsische Kurf\u00fcrst Friedrich der Weise sch\u00fctzte ihn durch eine vorget\u00e4uschte Entf\u00fchrung auf die Wartburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Sympathien f\u00fcr Reformation im Norden: Anwesend auf dem Reichstag zu Worms waren auch der sp\u00e4tere d\u00e4nische K\u00f6nig Christian III., jetzt noch als Sohn des Gottorfer Herzogs Friedrich I., zusammen mit seinem Hofmeister Johann Rantzau, die von Luther sehr angetan waren. Christian sorgte in der Folge daf\u00fcr, dass die Reformation zun\u00e4chst in seinem Amt Hadersleben, ab 1537 in D\u00e4nemark und 1542 in den Herzogt\u00fcmern Schleswig und Holstein eingef\u00fchrt wurde. Sein geistlicher Ratgeber war Johannes Bugenhagen, der schon 1529 f\u00fcr Hamburg eine Kirchenordnung ausarbeitete. Calvin arbeitete 1541 die Genfer Kirchenordnung und den Genfer Katechismus aus. Der Sohn Johann Rantzaus, Heinrich, war als 12-J\u00e4hriger zum Studium nach Wittenberg geschickt worden und hier oft Tischgast bei Luther und Melanchthon. Beide Rantzaus waren sp\u00e4ter starke Bef\u00fcrworter der Lutherschen Reformation.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Grafschaft Pinneberg bleibt katholisch<\/strong>: Die Schauenburger Grafen in B\u00fcckeburg blieben dagegen bei der katholischen Kirche. Der zur Zeit des Wormser Reichtags regierende Graf Adolf XII. wurde 1546 sogar Erzbischof im katholischen K\u00f6ln. Der ihm als regierender Graf folgende Otto IV. ordnete erst nach dem Tod Karls V. die Einf\u00fchrung der Reformation an, 1559 in seinen Stammlanden an der Weser und 1561 in der Grafschaft Pinneberg.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\" id=\"johannrantzau\"><h2 id=\"at-8683\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Johann Rantzau und die Reformation<\/h2><div id=\"ac-8683\" class=\"c-accordion__content\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/JohannRantzau.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-1162\" width=\"271\" height=\"364\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Johann Rantzau<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Johann Rantzau<\/strong> (1492-1565) war wie zuvor sein Vater, Heinrich Rantzau (1437-1497), Amtmann auf der Steinburg bei Itzehoe geworden. Er hatte als Hofmeister &#8211; also als Lehrer und Erzieher &#8211; des d\u00e4nischen Thronfolgers Christian III. mit diesem zusammen den Reichstag zu Worms besucht. 1522 kaufte er die St\u00f6rniederung in der N\u00e4he Itzehoes, die nach einer Sturmflut 1521 ver\u00f6det war, vom Kloster Bordesholm und lie\u00df dort ab 1530 die Breitenburg bauen, &#8222;die festungsartig gesch\u00fctzte, stattlichste Adelsburg des Landes&#8220; (Degn, S. 122) Er war verheiratet mit Anna Walstorp (ca. 1510-1582), verm\u00e4hlt 1523.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bauernkriege in S\u00fcddeutschland<\/strong> (1524-26) Die sozialen Unruhen aufgrund der immer st\u00e4rker dr\u00fcckenden Lasten und Pflichten f\u00fcr die Bauern m\u00fcndeten &#8211; auch aufgrund der Lutherschen Flugschrift von der &#8222;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#8220; &#8211; in gewaltsame Aufst\u00e4nde. W\u00e4hrend sich Luther distanzierte, war eine der Leitfiguren dieser Aufst\u00e4nde der gl\u00fchende Luther-Anh\u00e4nger Thomas M\u00fcntzer, der in Th\u00fcringen zu gewaltsamen Aufst\u00e4nden aufrief. Die Bauernhaufen wurden schnell von der vereinten F\u00fcrsten- und Adelsmacht brutal niedergeschlagen, und zwar sowohl in evangelischen als auch in katholischen Territorien. Luther schlug sich in der Folge deutlich auf die Seite der F\u00fcrsten durch den Leitsatz &#8222;Seid untertan der Obrigkeit!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Johann Rantzau wird unverzichtbarer Feldherr gegen abgesetzten K\u00f6nig, aufst\u00e4ndische Bauern und die L\u00fcbecker: 1523 stellte sich Johann Rantzau hinter den gerade zum d\u00e4nischen K\u00f6nig gew\u00e4hlten Friedrich I. (den ehemaligen Gottorfer Herzog Friedrich) und damit gegen Christian II., seinen Neffen, der vom d\u00e4nischen Reichsrat und den schleswig-holsteinischen St\u00e4nden wegen starken Misstrauens in seine bauernfreundliche und gleichzeitig die Privilegien von Adel und Geistlichkeit bedrohende Politik abgesetzt worden war. Im April 1523 f\u00fchrte Johann Rantzau als Feldherr ein Heer gegen Kopenhagen und erzwang nach l\u00e4ngerer Belagerung am 6. Januar 1524 die Kapitulation Christians.Der Adel lie\u00df sich die Unterst\u00fctzung Friedrichs auf dem Kieler Landtag 1524 durch neue Privilegien gegen\u00fcber seinen Hintersassen honorieren. Christian suchte nun Unterst\u00fctzung beim einfachen Volk, unterst\u00fctzte deren Forderungen gegen Adel und Geistlichkeit und lie\u00df das Neue Testament in d\u00e4nischer Sprache drucken. Lucas Cranach lieferte dazu einen Holzstich. Es kam im April 1525 &#8211; wie in S\u00fcddeutschland &#8211; zu einem Bauernaufstand unter F\u00fchrung von S\u00f8ren Norby in Schonen. Dieser wurde von dem Heer unter Johann Rantzau geschlagen. Christian II. wurde in Sonderburg eingekerkert. Als nach dem Tod K\u00f6nig Friedrichs die Thronfolge umstritten war wegen der Bewerber Christian II. (ehemaliger K\u00f6nig), Christian III. (Sohn des verstorbenen K\u00f6nigs Friedrich und sein ehemaliger Z\u00f6gling) und eines weiteren Kandidaten stellte Johann Rantzau sich auf die Seite seines ehemaligen Sch\u00fclers. 1534 kam es wieder zu einem Bauernaufstand unter Skipper Clement, den Johann niederschlug, gleichfalls siegte er in der Grafenfehde gegen die L\u00fcbecker unter Wullenwever 1534. F\u00fcr seine Erfolge als Feldherr und f\u00fchrende Pers\u00f6nlichkeit der Ritterschaft wurde er durch die beiden K\u00f6nige, denen er zur Macht verholfen hatte, reichlich belohnt und mit eintr\u00e4glichen \u00c4mtern belehnt. Das wichtigste war dabei die [Statthalterschaft] f\u00fcr Schleswig und Holstein. Er konnte auch wie andere Adlige die Finanznot der von Kriegssteuern belasteten Kirche nutzen, die diese seit der mit der Reformation verbundenen S\u00e4kularisierung zu zahlen hatten, und gro\u00dfe L\u00e4ndereien erwerben. (Degn, S. 122)<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dieser Zeit stammt das &#8211; heute noch gesungene &#8211; d\u00e4nische Volkslied <strong>Skibber Clement Morgensang<\/strong>, dessen \u00dcbersetzung etwa folgenderma\u00dfen lautet (3):<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"531\" height=\"324\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/SkibberClemensMorgensang.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1172\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/SkibberClemensMorgensang.jpg 531w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/SkibberClemensMorgensang-300x183.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 531px) 100vw, 531px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Schirmt Euer Haus mit Gruben und Planken, sch\u00e4rft Eure Sensen glitzern und blank, f\u00fcrchtet nicht Rantzaus schwarze Armee. Seide muss der Bauernkleidung weichen. Bauern, Zimmerleute, J\u00fctl\u00e4ndische Knechte, jetzt werden wir siegen im Krieg des Grafen(Rantzau).<\/li>\n\n\n\n<li>Hinter den funkelnden Helmen der Reichen &#8211; verstecken sich vor Angst zitternde Schelme. Der Teufel selbst hat sie scheinbar versorgt &#8211; mit sch\u00f6nen R\u00fcstungen, Schilden und B\u00f6den und M\u00fcnzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die tauschen Menschen f\u00fcr Geld, das Tor zur Freiheit \u00f6ffnen und schlie\u00dfen die, die binden und martern euch mit Erbe und Schulden &#8211; der Boden, als wenn sie ihn selbst geschaffen h\u00e4tten.<\/li>\n\n\n\n<li>Sie sagen dass Reichtum nur f\u00fcr die Reichen ist. Die Bibel sagt aber etwas anderes. Ohne Boden zu besitzen, wanderte Gottes Sohn, er holte sich nicht bei den Reichen seinen Lohn.<\/li>\n\n\n\n<li>Die sch\u00e4dlichen schwarzen Kittel der Kirche (die Pastoren) &#8211; sollen sich vor dem Lachen der M\u00e4dchen sch\u00fctzen. Die sch\u00f6nen Herren (die adligen Herren) in ihren farbigen Uniformen &#8211; werden jetzt auf den d\u00e4nischen Mann treffen.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Hahn hat dreimal gerufen, haltet Stand, wir sind die Vielen (in \u00dcberzahl). Die Zukunft (die Geschichte) soll nicht \u00fcber uns sagen k\u00f6nnen, dass Reichtum uns geknechtet hat, ohne dass wir gek\u00e4mpt haben.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Johann Rantzau nahm sp\u00e4ter wegen zunehmender Interessengegens\u00e4tze mit Christian III. seinen Abschied, lie\u00df es sich aber nicht nehmen, im Jahre 1559 den Oberbefehl zur Zerschlagung der Dithmarscher Bauernrepublik zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Augsburger Reichstag von 1530 wurde Kaiser Karl V. von den lutherischen Reichsst\u00e4nden die von Melanchthon und Brenz verfasste grundlegende Bekenntnisschrift Confessio Augustana dargelegt. Sie war als Verteidigungsschrift formuliert und sollte die Kirche als Ganzes reformieren, wurde aber von p\u00e4pstlicher Seite bek\u00e4mpft. Auf dem Reichstag wurde ebenfalls die Peinliche Halsgerichtsordnung Karls V. (Constitutio Criminalis Carolina) beschlossen, zwei Jahre sp\u00e4ter trat sie f\u00fcr das gesamte Reichsgebiet in Kraft. Damit wurden anstelle mittelalterlicher Rechtsordnungen (v.a. Sachsenspiegel) feste Regeln f\u00fcr Strafprozesse (Inquisitionsprozess \u2013 Richter zugleich Ankl\u00e4ger) und Strafen eingef\u00fchrt, v.a. bei Kapitalverbrechen (Mord, Totschlag, R\u00e4uberei, Vergewaltigung, Brandstiftung, Verrat, M\u00fcnzf\u00e4lschung, Bruch der Urfehde, Diebstahl, Zauberei). Folter wurde jetzt wichtiger als vorher, weil nur ein Gest\u00e4ndnis (Urgicht) zur Verurteilung f\u00fchren durfte, wenn die gleichlautende Aussage zweier Zeugen fehlte. Vorher waren wichtige Beweismittel Reinigungseid, Leumundszeugen, Gottesurteil.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Galgenberg:<\/strong> Bei Barmstedt gab es zu dieser Zeit eine Gerichtsst\u00e4tte. Auf der Landtafel des Daniel Freese sind H\u00fcgel mit Galgen eingezeichnet, die m\u00f6glicherweise den Stra\u00dfennamen Galgenberg erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. In Itzehoe gibt es bis heute ein besonders gro\u00dfes H\u00fcgelgrab der Bronzezeit, auf dem f\u00fcr jeden Gerichtsbezirk ein Galgen stand.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anglikanische Kirche:<\/strong> 1531 weigerten sich die englischen Bisch\u00f6fe auf Wunsch ihres K\u00f6nigs, die Autorit\u00e4t des r\u00f6mischen Bischofs weiterhin anzuerkennen, nachdem dieser die Ehe Heinrichs VIII. mit Katharina von Aragon nicht annullieren wollte. Dadurch kam es zur Englischen Reformation und Gr\u00fcndung der Anglikanischen Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p>1542 nahm der Landtag die evangelische Kirchenordnung Bugenhagens (Ordinatio ecclesiastica) f\u00fcr die Herzogt\u00fcmer an.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aufteilung der Herzogt\u00fcmer:<\/strong> 1544 wurden die Herzogt\u00fcmer Schleswig und Holstein gegen den Willen der St\u00e4nde (Ritterschaft, Pr\u00e4laten, St\u00e4dte)in k\u00f6nigliche (Christian III.), gottorfische (Adolf) und gemeinsam regierte Anteile zerlegt. Johann erhielt Sonderburg und Gl\u00fccksburg, Friedrich wurde Bischof von Schleswig. Holstein blieb formell kaiserliches und Schleswig k\u00f6niglich-d\u00e4nisches Lehen. Aus Ver\u00e4rgerung dar\u00fcber nahm Johann Rantzau seinen Abschied. Die Grafschaft Pinneberg incl. des Amtes Barmstedt als Schauenburgischer Besitz blieb von der Aufteilung naturgem\u00e4\u00df unber\u00fchrt. Sie war jetzt allerdings umgeben von einem Flickenteppich von Zust\u00e4ndigkeiten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"393\" height=\"336\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/KopernikusWeltbild.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1163\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/KopernikusWeltbild.jpg 393w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/KopernikusWeltbild-300x256.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 393px) 100vw, 393px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Heliozentrisches Weltbild<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nikolaus Kopernikus (1473-1543), Frauenburger Domherr, Arzt, Mathematiker und Astronom beschreibt in seinem Werk De Revolutionibus Orbium Coelesticum, gedruckt 1543, das heliozentrische Weltbild. Dieses Buch wird zum Schl\u00fcsselwerk der &#8222;Kopernikanischen Wende&#8220;, die das mittelalterliche (Ptolem\u00e4ische) Weltbild von der Erde als Zentrum des Weltalls endg\u00fcltig verdr\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der <strong>Augsburger Religionsfriede<\/strong> wurde 1555 als Reichsgesetz verabschiedet. Damit kam es zum vorl\u00e4ufigen Abschluss des Reformationszeitalters in Deutschland. Der Gleichheitsgrundsatzes zwischen den beiden Konfessionen evangelisch-lutherisch und katholisch wurde damit abgesichert und das Recht der F\u00fcrsten mit dem ius reformandi festgelegt: Jeder F\u00fcrst ist berechtigt, die Religion der Bewohner seines Landes vorzugeben. Gleichzeitig erhielten die Untertanen das Auswanderungsrecht zugesprochen mit dem ius emigranti, was in Teilen des Reichs Auswanderungswellen ausl\u00f6ste.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp II. erbte 1556 nach dem Thronverzicht seines Vaters, Karl V., der ins Kloster ging, das K\u00f6nigreich Spanien, die amerikan. Kolonien, Niederlande, Burgund, Sizilien, Sardinien, Mailand (ab 1580 auch Portugal). Sein Onkel Ferdinand I., der schon 1531 r\u00f6misch-deutscher K\u00f6nig geworden war, erhielt 1558 die Kaiserw\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1559 Vernichtung der Dithmarscher Bauernrepublik unter F\u00fchrung von Johann Rantzau.<\/strong> Die vereinten Truppen des d\u00e4nischen K\u00f6nigs Friedrich II. , des Gottorfer Herzogs Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf und des Herzogs Johann von Schleswig-Holstein-Hadersleben griffen unter dem Oberbefehlshaber Johann Rantzaus (1492-1556) bei Albersdorf die Dithmarscher Bauernrepublik an. Im Unterschied zur Schlacht von Hemmingstedt 1500 siegten die F\u00fcrsten und unterwarfen Dithmarschen endg\u00fcltig. Es wurde jetzt in drei Teile aufgeteilt, entsprechend dem jeweiligen Anteil der beteiligten drei F\u00fcrsten. Johann Rantzau hatte auch schon 1535 durch den Sieg bei Assens dem d\u00e4nischen K\u00f6nig Christian III. den Thron gerettet, war dann Statthalter in Schleswig-Holstein geworden.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\" id=\"heinrichrantzau\"><h2 id=\"at-8684\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Heinrich Rantzau \/ Reformation im Amt Barmstedt<\/h2><div id=\"ac-8684\" class=\"c-accordion__content\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"363\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/HeinrichRantzau02.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-1157\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Heinrich Rantzau<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinrich_Rantzau\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinrich_Rantzau\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heinrich Rantzau<\/a> oder auch Ranzow (1526-1598), der Sohn von Johann Rantzau, war als Student h\u00e4ufiger im Hause Martin Luthers, sp\u00e4ter im Gottorfer Gefolge am Hof Karls V., dann Amtmann auf der Burg Segeberg und schlie\u00dflich 1556 k\u00f6niglicher Statthalter in Schleswig und Holstein. Als solcher war er ma\u00dfgeblich beteiligt am Feldzug gegen Dithmarschen, den er unter dem Pseudonym Christianus Cilicius Cimber beschrieb und das Buch dann in Basel ver\u00f6ffentlichen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Er war <strong>einer der wichtigsten Berater von drei d\u00e4nischen K\u00f6nigen und erfolgreicher \u00d6konom<\/strong>. Als Gutsbesitzer profitierte er u. a. von der Preisrevolution des 16. Jahrhunderts, als Finanzier des d\u00e4nischen K\u00f6nigs Friedrichs II. und gro\u00dfer St\u00e4dte machte er Verm\u00f6gen. Er lie\u00df als erster in Schleswig-Holstein Kiefern anpflanzen, betrieb Schweinemast, viele M\u00fchlen und verkaufte auf eigene Rechnung den Segeberger Gips. Er wurde so einer der reichsten M\u00e4nner in den Herzogt\u00fcmern und im d\u00e4nischen K\u00f6nigreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Weit \u00fcber die Landesgrenzen hinaus wurde er ber\u00fchmt als <strong>Humanist und F\u00f6rderer der K\u00fcnste und Wissenschaften<\/strong>, korrespondierte mit vielen bedeutenden Pers\u00f6nlichkeiten der Zeit und besa\u00df eine Vielzahl von Schl\u00f6ssern und Herrenh\u00e4usern, von denen er die meisten selbst errichten lie\u00df. Er lebte gro\u00dfenteils auf der vom Vater ererbten und von ihm gestalteten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_Breitenburg\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_Breitenburg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Breitenburg<\/a> bei Itzehoe, einem repr\u00e4sentativen Herrensitz im Stil der Renaissance. Die hier dargestellte Zeichnung stammt aus dem Jahre 1590. Hier lie\u00df er ein von S\u00e4ulen gerahmtes Portal, mit einem Podium f\u00fcr die \u00f6ffentliche Rechtsprechung und einer Freitreppe, einen Treppenturm und eine astronomische Uhr bauen und vor dem Wassergraben einen Renaissance-Garten anlegen. Ber\u00fchmt wurde seine \u00fcber 6000 B\u00e4nde umfassende Bibliothek, aus der er in seinem vielen gedruckten Werken und Briefen mit vielen Gelehrten seiner Zeit ausgiebig zitierte. Diese, wie das gesamte Schloss, wurden im 30-j\u00e4hrigen Krieg von den Truppen Wallensteins vernichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Er kaufte auch den Stammsitz seiner Familie <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_Rantzau_%28Rantzau%29\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_Rantzau_%28Rantzau%29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gut Rantzau<\/a> in Ostholstein und baute darauf eine Burg im italienischen Stil, die sp\u00e4ter barock \u00fcberbaut wurde. Die meisten seiner Bauten existierten nicht lange, da er gro\u00dfenteils kein haltbares Material verwendete. Nach dem Tod Friedrichs II. stellte er sich der weiteren Zersplitterung der Herzogt\u00fcmer entgegen und wurde 1598 vom neuen jungen K\u00f6nig Christian IV. von allen \u00c4mtern entbunden. Vom Maler Daniel Freese lie\u00df er den Stammbaum der Familie Rantzau malen, der sich heute auf Gut Krengerup auf F\u00fcnen befindet. Sein Sohn Gerhard (Gert) wurde sein Nachfolger als Statthalter.<\/p>\n\n\n\n<p>1556 endete der 60-j\u00e4hrige Krieg Spaniens mit Frankreich. 1562 wurde Maximilian II. K\u00f6nig von B\u00f6hmen, dann R\u00f6misch-Deutscher K\u00f6nig, 1562 folgte er Ferdinand I. als Kaiser.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch Barmstedt wird evangelisch<\/strong>: 1561 wurde die Reformation auf Anordnung des Schauenburger Grafen Otto IV. in der Grafschaft Pinneberg eingef\u00fchrt. Alle Pastoren wurden auf das Schloss Pinneberg zitiert und empfingen dort aus den H\u00e4nden des Drosten Hans Barner die neue Kirchenordnung mit der Weisung, sich danach zu halten. Als Pastoren des Amtes Barmstedt werden genannt Johann Vulensick (Barmstedt) und Steffen M\u00f6ller (Elmshorn).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Amt Barmstedt ab 1564 vollst\u00e4ndig im Schauenburgischen Besitz<\/strong>: 1564 verkaufte das inzwischen auch zum Luthertum \u00fcbergetretene Hamburger Domkapitel seine Anspr\u00fcche aus Verpf\u00e4ndungen in den Kirchd\u00f6rfern Barmstedt und Rellingen sowie die Kornrenten aus 24 D\u00f6rfern an das Schauenburger Grafenhaus. (2) Auch die Kirche ging in herrschaftlichen Besitz \u00fcber und <strong>die Wasserm\u00fchle neben dem Haus Barmstedt wurde zur Hausm\u00fchle<\/strong>, also Bestandteil des Hofes Barmstedte vor der Burganlage. Alle Bauern des Kirchspiels Barmstedt waren verpflichtet, hier ihr Korn gegen entsprechende Abgaben mahlen zu lassen. Sie hatten oft weite Wege zur\u00fcckzulegen, denn zum Caspell Barmstedte (Schreibweise von 1600) geh\u00f6rten alle unten aufgef\u00fchrten D\u00f6rfer des heutigen Amtes Rantzau. Die Bauern des Elmshorner Kirchspiels hatten ihr Korn zur dortigen M\u00fchle zu bringen (D\u00f6ssel I, S. 55f). In der Kaufurkunde vom 30.11.1564 sind s\u00e4mtliche Hufenstellen (H\u00f6fe) aufgelistet, deren Abgaben von jetzt an \u00fcber das Amt Barmstedt und Pinneberg in die B\u00fcckeburger Kasse flossen. (Trede 1992, S.32)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleine_Eiszeit\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleine_Eiszeit\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kleine Eiszeit:<\/a> In Mitteleuropa herrschte von 1570 bis 1630 und dann von 1650 bis 1700 ein besonders kaltes Klima, als Teil der kleinen Eiszeit von etwa 1350 bis ca. 1880. (Im Mittelalter gab es eine W\u00e4rmeperiode von 950 bis 1250). Als Ursachen werden Ver\u00e4nderungen der Sonnenaktivit\u00e4t, Vulkanausbr\u00fcche, seit Neuestem auch die Folgen eines Klimawandels diskutiert. Letzterer sei hervorgerufen worden durch die sich ausbreitende Bewaldung nach der haupts\u00e4chlich durch Krankheiten hervorgerufenen Ausrottung der indianischen Urbev\u00f6lkerung in Amerika infolge der Entdeckung und Eroberung durch die Spanier. Die Folgen dieses K\u00e4lteeinbruchs, der zu verk\u00fcrzter Vegetationsperiode und kalten, verregneten Sommern in Mitteleuropa f\u00fchrte, waren Hungerkatastrophen und soziale Krisen. Inwieweit sich einzelne Ereignisse wie der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg und die Franz\u00f6sische Revolution auch darauf zur\u00fcckf\u00fchren lassen, wird derzeit in der Wissenschaft diskutiert. Ein besonders kalter Winter folgte 1683\/84.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Pieter_Bruegel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1168\" width=\"596\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Pieter_Bruegel.jpg 512w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Pieter_Bruegel-300x188.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 596px) 100vw, 596px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Winterlandschaft mit Eisl\u00e4ufern und Vogelfalle von Pieter Brueghel dem J\u00fcngeren 1601<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>1581 Aufteilung des Haderslebener Anteils von Dithmarschen an Gottorf und D\u00e4nemark<\/p>\n\n\n\n<p>1587 Hinrichtung von Maria Stuart (bis 1567 K\u00f6nigin von Schottland) wegen Hochverrats und Beteiligung an Mordanschlag auf K\u00f6nigin Elisabeth I., the Virgin Queen, von England.<\/p>\n\n\n\n<p>Der d\u00e4nisch-norwegische K\u00f6nig Friedrich II. starb 1588, bis zur Regierungs\u00fcbernahme seines noch minderj\u00e4hrigen Sohnes Christian IV. im August 1596 wurden die Regierungsgesch\u00e4fte von einem Regenten gef\u00fchrt. Die K\u00f6niginwitwe versuchte die Herzogt\u00fcmer unter ihre S\u00f6hne zu verteilen, wodurch sie in einen Konflikt mit der Ritterschaft geriet. Vor allem deren Wortf\u00fchrer, der Statthalter Heinrich Rantzau, versuchte dieses vehement zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>1588 wurde die spanische Armada (Kriegsflotte) bei ihrem Angriff auf England durch Unwetter und die englische Flotte unter Charles Howard und Francis Drake besiegt. Das Elisabethanische Zeitalter von 1558 bis 1603 begr\u00fcndete die englische Seemacht durch Abenteurer wie Drake, die einen Teil des spanischen Kolonialreichtum durch Piraterie nach England bringen konnten und &#8211; auch aufgrund der starken F\u00f6rderung durch die Krone &#8211; eigene neue Entdeckungen und die erste Weltumsegelung seit Magellan machen konnten.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8685\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Barmstedt und die Pinneberger Landtafel von Daniel Frese<\/h2><div id=\"ac-8685\" class=\"c-accordion__content\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bueckeburg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1152\" width=\"428\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bueckeburg.jpg 1024w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bueckeburg-300x200.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bueckeburg-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 428px) 100vw, 428px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schloss in B\u00fcckeburg. Hier h\u00e4ngt das Original der Pinneberger Landtafel von Daniel Frese. Eine Kopie h\u00e4ngt im Pinneberger Kreishaus<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>1588 wird die <strong>Pinneberger Landtafe<\/strong>l von Daniel Frese im Auftrag von Graf Adolf XIV. von Holstein-Schauenburg fertiggestellt. Das mit kunstvollen Details ausgestattete Landkarten-Gem\u00e4lde (5m x 4,50m) mit 65<strong>0 historischen Orts- und Flurbezeichnungen der Grafschaft Holstein-Pinneberg und 62 Wappen des Schauenburger Adelsgeschlechts ist eines der ersten seiner Zeit. Das Original befindet sich im B\u00fcckeburger Schloss. Eine Kopie im Pinneberger Ratssaal und im Altonaer Museum. Barmstedt als &#8222;Barmstede&#8220; wird als umfriedetes Kirchdorf an der Kr\u00fcckau &#8211; kleiner als Elmshorn &#8211; dargestellt, mit einem n\u00f6rdlich gelegenen Galgenh\u00fcgel. Daneben die vom Barmsteder Wolth eingerahmte herrschaftliche Anlage auf den Inseln im Fluss mit einem vorgelegenen Gutshof.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Amt und Haus (Gut) Barmstedt sind ab 1600 &#8211; nach D\u00f6ssel &#8211; erstmals ausf\u00fchrliche schriftliche Unterlagen zu Einnahmen- und Ausgabenregister, Voranschl\u00e4gen, Pachtvertr\u00e4gen u. \u00c4. erhalten geblieben. So k\u00f6nnen f\u00fcr diese Zeit zugeh\u00f6rige Gebiete, Bewohner, Verwaltungsaufbau, Dienstpflichten, wirtschaftliche Verh\u00e4ltnisse und Einkommen bestimmter Berufsgruppen nachvollzogen werden. Als Bewohner des Amtes Barmstedt werden die Dorfbewohner aus den beiden Kirchspielen Elmshorn und Barmstedt gerechnet. Bei Elmshorn werden aufgef\u00fchrt, die Raherleutte, Elm\u00dfhorner Fleckesleutte, Kaltenwweider, Spiekerleutte, Hasenb\u00fcscher, Sandtberger&#8220;. &#8222;Das Caspell Barmstedte mit Bockholtz, Hanredder, Aspern, Gro\u00dfen Offensetz, L\u00fctken Offensethe, Bokelse\u00df, Westerhorn, Osterhorn, Bokel, Brande, L\u00fctzhorn, Hede, Langlen, Hemdingen, Tiensen, Bevern, Seth, Colling, Kirchdorff (1; StAK, AX83). Bullenkuhlen, Ellerhoop, Eekholt, Sparrieshoop werden nicht genannt, m\u00f6glicherweise weil die Ortsbezeichnungen damals nicht gebr\u00e4uchlich waren, so D\u00f6ssel.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"896\" height=\"686\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/1588_DanielFrese.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1147\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/1588_DanielFrese.jpg 896w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/1588_DanielFrese-300x230.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/1588_DanielFrese-768x588.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 896px) 100vw, 896px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der <strong>Amtmann<\/strong> wohnte auf dem Haus Barmstedt, also auf der heutigen Schlossinsel. Er war dem Drost in Pinneberg unterstellt, an den auch die erwirtschafteten \u00dcbersch\u00fcsse abgef\u00fchrt werden mussten: Zwischen 1600 und 1617 betrugen sie zwischen 7.463 und 15.693 Mark j\u00e4hrlich. Die Einnahmen stammten aus &#8222;stehenden Pflichten&#8220;, verkauftem Korn, verkauftem Holz (f\u00fcr M\u00fchlen, Vorwerke, Br\u00fccken, Marschbewohner), &#8222;Br\u00fcche&#8220; (verh\u00e4ngte Strafen), Barmstedter und Elmshorner Dienstgelder (Abl\u00f6sung eines Teils der Hand- und Spanndienste), die 3- oder 5-j\u00e4hrige &#8222;Bede&#8220;, das &#8222;H\u00fchnergeld&#8220;, der Schweinemast in den gr\u00e4flichen H\u00f6lzungen, Fischerei (u. a. in der Aue und dem Burggraben), Jagdergebnisse des J\u00e4gerknechts), Einnahmen aus den M\u00fchlen. Die Wasserm\u00fchle war bis 1605 eine Hausm\u00fchle, danach wurde sie &#8211; wie der Hof &#8211; verpachtet, so dass eine gleichbleibende feste Einnahme entstand. Das selbe galt f\u00fcr die anderen M\u00fchlen des Amtes.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/1588_FreseBarmstedtSchlossinseln-1024x563.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1148\" width=\"375\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/1588_FreseBarmstedtSchlossinseln-1024x563.jpg 1024w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/1588_FreseBarmstedtSchlossinseln-300x165.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/1588_FreseBarmstedtSchlossinseln-768x422.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/1588_FreseBarmstedtSchlossinseln-1536x844.jpg 1536w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/1588_FreseBarmstedtSchlossinseln.jpg 1589w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im Amt Barmstedt gab es damals 112,5 &#8222;Bauleute&#8220; (Bauernstellen), 185 K\u00e4tner und 45 Brinksitzer (Tagel\u00f6hner\/Kleinstbauern), im Barmstedter Kirchdorf selbst gab es 7 Bauleute und 22 K\u00e4tner.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Amtmann, der auch f\u00fcr die Bewirtschaftung der gr\u00e4flichen L\u00e4ndereien zust\u00e4ndig war, unterstanden der <strong>Kornschreiber<\/strong> des Amtes, der <strong>Vogt von Elmshorn<\/strong> und das <strong>Personal auf Schloss und (Guts-)Hof<\/strong> Barmstedt. Dorfv\u00f6gte gab es &#8211; nach D\u00f6ssel damals nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>1590 bis 1598 <strong>Franz\u00f6sischer Religionskrieg<\/strong> Philipps II. von Spanien auf Seiten des Papstes gegen Heinrich IV. von Frankreich (Hugenottenpartei). Mit dem Edikt von Nantes vom 13. April 1598 wird den Protestanten Religionsfreiheit und volle B\u00fcrgerrechte zugesichert. Heinrich errichtet den w\u00e4hrend 60 Jahren immer wieder aufflammenden K\u00e4mpfen zwischen Katholischer Liga und Hugenotten zerr\u00fctteten franz\u00f6sischen Staat neu. In der Folge k\u00f6nnen die Protestanten au\u00dfer in Paris und St\u00e4dten mit Bischofssitz frei ihre Religion aus\u00fcben, Kirchen bauen und staatlich bezahlte Pastoren anstellen. Der Katholiszismus wird jedoch als Staatsreligion best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gottorfer Herzog verleiht Stadtrechte an T\u00f6nning und Garding, um hier den Exporthandel anzuregen. Auch Husum, wo sich bereits niederl\u00e4ndische (Fernhandels-)Kaufleute angesiedelt haben, erh\u00e4lt Stadtrechte.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\" id=\"VerpachtungHausBarmstedt\"><h2 id=\"at-8686\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Verpachtung des Hauses Barmstedt 1602<\/h2><div id=\"ac-8686\" class=\"c-accordion__content\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ernst_von_Holstein-Schauenburg-B100.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1155\" width=\"299\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ernst_von_Holstein-Schauenburg-B100.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ernst_von_Holstein-Schauenburg-B100-254x300.jpg 254w\" sizes=\"auto, (max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Graf Ernst von Holstein Schauenburg 1601-1622<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Fast \u00fcberall in den Herzogt\u00fcmern wurden die herrschaftlichen L\u00e4ndereien wegen der krisenhaften Entwicklungen auf den Absatzm\u00e4rkten um die Wende des Jahrhunderts verpachtet. Die <strong>L\u00e4ndereien des Hauses Barmstedt pachtete der dortige Amtmann<\/strong> Dr. Joh. Treimann f\u00fcr 2000 Taler (u. a. Dienstgeldentsch\u00e4digung f\u00fcr gr\u00e4fliche Kasse: 200 Taler f\u00fcr 40 Bauleute (Bauern) und 100 Taler f\u00fcr 50 K\u00e4tner, die er zum Ackerbau n\u00f6tig hatte. Dazu geh\u00f6rten auch 20 Morgen Marschland in Sommerland, 61 Morgen Grasland, 38 \u00bd Morgen Deichland, 4 Moorkoppeln, die Sch\u00e4ferei, Sommerweidung aller Redder (Wege mit Hecken auf beiden Seiten) [Ehlers S.108] Der volle Baumann zahlte an Dienstgeld ca. 20 Taler, K\u00e4tner verschieden, Brinksitzer. [Ehlers S.104]<\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahren 1599, 1607 und 1611 f\u00fchrte der Amtmann im Haus Barmstedt <strong>Hexenprozesse<\/strong> durch, in denen mehrere Frauen nach langen Verh\u00f6ren unter Folter &#8222;gestanden&#8220;, Umgang mit dem Teufel gehabt zu haben und an Tod, Krankheit und Missernten durch Zauberei schuld zu sein. Alle diese Frauen starben auf dem Scheiterhaufen. Die Gerichtsakten sind von Hans D\u00f6ssel ausf\u00fchrlich dargestellt. (1)<\/p>\n\n\n\n<p>1605: In Elmshorn w\u00fctete von Ostern bis 14 Tage nach Pfingsten die asiatische <strong>Beulenpest<\/strong> mit \u00fcber 1000 Toten hier und in Uetersen, so dass die Friedh\u00f6fe nicht mehr alle fassen konnten, sondern sie im Hof und Garten des Sterbehauses begraben werden mussten. Ganze Familien starben aus, in der Erntezeit waren zu wenig Arbeitskr\u00e4fte vorhanden. [Ehlers S.509]<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kalmar-Krieg (1611 bis 1613) konnte Christian IV. auf Kosten Schwedens das d\u00e4nische Territorium auf die maximale Gr\u00f6\u00dfe vom Eismeer bis zur Elbe und von Gr\u00f6nland bis zur Insel \u00d6sel vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Grenzbereich des Dorfes <strong>Altona<\/strong> zu Hamburg hin wurde 1611 die volle Glaubens- und Gewerbefreiheit erlaubt. Ab 1570 waren Calvinisten und Mennoniten aus den Niederlanden eingewandert und hatten hier vor den Toren Hamburgs einen wirtschaftlichen Aufschwung herbeigef\u00fchrt. Altona geh\u00f6rte zur schauenburgischen Grafschaft Holstein-Pinneberg, deren Grafen Otto IV. und Ernst, im Unterschied zum streng lutherisch ausgerichteten Hamburger Rat, eine sehr tolerante Politik betrieben. In den Grenzbereichen zur Hansestadt entstanden die Stra\u00dfen <strong>Gro\u00dfe und Kleine Freiheit<\/strong>. Ab 1648 siedelten sich in Altona auch ashkenasische Juden an, die zuvor aus Hamburg vertrieben worden waren.<\/p>\n\n\n\n<p>1614 wird <strong>Christian Rantzau in Hadersleben geboren<\/strong>, als Sohn des Statthalters der Herzogt\u00fcmer Gerhard Rantzau. Gro\u00dfvater war der gelehrte Heinrich Rantzau (auch Statthalter), Urgro\u00dfvater der Feldherr Johann Rantzau.<\/p>\n\n\n\n<p>1616-1659 Friedrich III. Gottorfer Herzog<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ostindienfahrer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1167\" width=\"196\" height=\"305\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nachbau eines Ostindienfahrers der VOC im Amsterdamer Hafen<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Gleich zu Beginn des Jahrhunderts wurden kurz nacheinander die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Englische_Ostindien-Kompanie\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Englische_Ostindien-Kompanie\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Britische Ostindien-Kompanie<\/a> (1600) und die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niederl%C3%A4ndische_Ostindien-Kompanie\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niederl%C3%A4ndische_Ostindien-Kompanie\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Niederl\u00e4ndische Ostindien-Kompanie VOC<\/a> (1602) gegr\u00fcndet. Durch den Zusammenschluss schalteten die bisherigen Kaufmannskompanien in den beiden L\u00e4ndern jeweils ihre Konkurrenz untereinander aus und konnten von ihren Regierungen Hoheitsrechte wie Kriegsf\u00fchrung, Truppenaushebung, Festungsbau, Landerwerb und M\u00fcnzenschlagen in \u00dcbersee erhalten. Sie bauten dabei Handelsmonopole auf und sicherten jeweils ihre Handelsimperien durch eine l\u00fcckenlose Kette von Niederlassungen und Versorgungsh\u00e4fen. Die niederl\u00e4ndische Kompanie mit Hauptquartier in Amsterdam war im 17. und 18. Jahrhundert eines der gr\u00f6\u00dften Handelsunternehmen der Welt, das auch als erstes Aktien ausgab. Hauptaktionsgebiet beider Gesellschaften war Ostasien, das erst Ende des 15. Jahrhundert von den Portugiesen (Magellan) \u00fcber das Kap der guten Hoffnung erreicht worden war. Niederl\u00e4ndische Seefahrer, die bei den Portugiesen gefahren waren, brachten das Wissen f\u00fcr eigenen Unternehmungen ein. Die neu gegr\u00fcndete Kompanie hatte ihre Hauptniederlassung in Batavia im heutigen Indonesien und weitere St\u00fctzpunkte auf benachbarten Inseln, vor Japan, in Indien, Bengalen, Ceylon und Kapstadt. Sie besa\u00df das Gew\u00fcrzmonopol in der Stra\u00dfe von Malakka. Die englische Ostindienkompanie begann zwar auf Sumatra, konzentrierte sich aber bald auf das heutige Indien, drang aber auch bis Kanton in China vor. In Indien hatten die Portugiesen in Goa und Bombay bereits Handelsposten aufgebaut. Die Engl\u00e4nder konnten aber durch Vertr\u00e4ge mit dem Mogulreich diese bald \u00fcbertreffen und beherrschten den Handel mit den Kolonialwaren <strong>Tee, Baumwolle, Seide, Indigo-Farbstoff und Salpeter.<\/strong><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8687\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Gr\u00fcndung von Gl\u00fcckstadt und Friedrichstadt 1617\/21<\/h2><div id=\"ac-8687\" class=\"c-accordion__content\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Glueckstadt_1652.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1156\" width=\"550\" height=\"419\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Glueckstadt_1652.jpg 614w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Glueckstadt_1652-300x229.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gl\u00fcckstadt 1652 nach Danckwerth\/Mejer<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>1617 Gr\u00fcndung Gl\u00fcckstadts als Hafen und Festungsstadt durch den d\u00e4nischen K\u00f6nig Christian IV. 1615 waren die Blomesche und die Engelbrechtsche Wildnis bei Herzhorn gemeinsam unter den Schauenburgern und der d\u00e4nischen Krone eingedeicht worden. Christian IV. wollte damit einen St\u00fctzpunkt in der N\u00e4he zu Hamburg errichten und der Hansestadt einen Teil des Handelsgewinns absch\u00f6pfen, gleichzeitig aber auch eine strategische Position an der Elbe gegen den nieders\u00e4chsischen Kreis aufbauen und eine Br\u00fccke herstellen zu den Oldenburger Stammlanden des d\u00e4nischen K\u00f6nigshauses aufbauen. Die neue Stadt war der einzige Nordseehafen in den k\u00f6niglichen Anteilen der Herzogt\u00fcmer, T\u00f6nning und (bald) Friedrichstadt waren gottorfisch. Auch in Gl\u00fcckstadt wurden niederl\u00e4ndische Glaubensfl\u00fcchtlinge angesiedelt und als Baumeister engagiert. Daneben gab es gezielte Anwerbungen sephardischer Juden aus Portugal. Glaubensfreiheit und zahlreiche Privilegien wurden garantiert sowie die Gr\u00fcndung von Handelskompagnien k\u00f6niglich gef\u00f6rdert. Durch einen Elbzoll wurden die k\u00f6niglichen Einnahmen zwar erweitert, der Hamburger Handel dennoch kaum geschm\u00e4lert, der internationale Handel der Stadt bezog sich fast nur auf die iberische Halbinsel. Wegen einer Sandbank vor der Hafeneinfahrt konnte Gl\u00fcckstadt sich als Hafenstadt nicht stark entwickeln, es gingen aber von hier wie von Friedrichstadt Impulse aus. Einerseits waren sie balde Standorte von Manufakturen und damit merkantile und kulturelle Zentren der Nahregion, f\u00f6rderten aber auch die landwirtschaftliche Entwicklung der Marschen, z. B. durch die sich jetzt entwickelnden Holl\u00e4ndereien, also Meiereien. Sp\u00e4ter im 18. Jahrhundert wurde der Walfang wichtig. (Bohn 2006, 75f) Gegen Ende der Regierungszeit Christian IV. wurde hier sogar eine k\u00f6nigliche Residenz gebaut, bald aber wieder abgebrochen. Wichtig f\u00fcr die Region blieb aber die hier eingerichtete <strong>k\u00f6nigliche Kanzlei<\/strong> als Justiz- und Verwaltungsbeh\u00f6rde der k\u00f6niglichen Anteile in den Herzogt\u00fcmern.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"347\" height=\"455\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/ChristianIV.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1153\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/ChristianIV.jpg 347w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/ChristianIV-229x300.jpg 229w\" sizes=\"auto, (max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Christian IV.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>1618 begann durch den <strong>Prager Fenstersturz<\/strong> der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg<\/a>. Ab 1627 wurde auch Holstein in Mitleidenschaft gezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>1620 wurde in Nord-Amerika von Kongregationalisten (Pilgerv\u00e4tern) die <strong>erste britische Kolonie Plymouth<\/strong> (sp\u00e4ter Massachusetts) gegr\u00fcndet, vorher war von anderen allerdings schon Virginia gegr\u00fcndet worden.<\/p>\n\n\n\n<p>1621 <strong>Gr\u00fcndung von Friedrichstadt<\/strong> durch den Gottorfer Herzog Friedrich III. als profitables Zentrum einer erhofften, sp\u00e4ter aber gescheiterten Handelslinie zwischen Spanien, Niederlande und Russland, die die durch das Osmanische Reich erschwerte Handelsroute durch das Mittelmeer mit Gew\u00fcrzen, Seide etc aus dem Orient (Asien) ersetzen sollte. Zur Anlage der Stadt wurden verfolgte Glaubens- und B\u00fcrgerkriegsfl\u00fcchtlinge (zun\u00e4chst Remonstranten, dann Lutheraner und Mennoniten und Juden) aus Holland geholt (Backsteinrenaissance), die in vielen Regionen wichtige Impulse in der Landwirtschaft, im Bau- und Verkehrswesen setzten. Niederl\u00e4ndische Kaufleute schalteten sich dank ihrer Kapitalkraft und internationaler Handelsbeziehungen jetzt stark in den Warenaustausch der Herzogt\u00fcmer ein, deren Heimat wichtigster Absatzmarkt f\u00fcr die Herzogt\u00fcmer wurde. Es war ein bedeutender Geldmarkt durch die gesteigerte Ertragskraft auf den ostholsteinischen Adelsg\u00fctern und den \u00fcberseeischen Handel mit Agrarg\u00fctern entstanden, v. a.. in den Gottorfer Anteilen. Der <strong>Kieler Umschlag<\/strong> wurde zum wichtigsten Geldumtausch- und Kapitalmarkt in Nordeuropa, weil der Herzog Sicherheiten garantierte. Er selbst konnte daf\u00fcr gegen Verpf\u00e4ndung von \u00c4mtern \u2013 meist an adlige Gutsbesitzer \u2013 seine st\u00e4ndige Geldnot durch Kredite abdecken. Hier fand auch ein wichtiger Heiratsmarkt statt. In Kiel errichteten einige Adlige \u201efeste H\u00e4user\u201c, um Zugriff auf den st\u00e4dtischen Handel zu gewinnen. <strong>Flensburg<\/strong> \u2013 im k\u00f6niglichen Anteil \u2013 war gleichzeitig die gr\u00f6\u00dfte Handelsstadt in den Herzogt\u00fcmern durch Fernhandel im west-\u00f6stlichen Warenaustausch, u. a. \u00fcber Husum. Hinderlich waren f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung die vielen Zollstellen in dem territorialen Flickenteppich, wo Transitrechte, Zolltarife, Br\u00fcckengelder und Stapelzw\u00e4nge die herrschaftlichen Einnahmen erh\u00f6hen sollten. (Bohn 2006, 73ff)<\/p>\n\n\n\n<p>1624: <strong>Einrichtung eines Postdienstes<\/strong> durch den d\u00e4nischen K\u00f6nig von Kopenhagen nach Hamburg f\u00fcr Briefe und Pakete, ab 1653 auch f\u00fcr Personen auf dem Ochsenweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Da <strong>Elmshorn<\/strong> verkehrsg\u00fcnstig auf dem Weg von Itzehoe nach Altona lag und gleichzeitig von hier aus die Region in der Umgebung mit versorgt werden konnte, wurde das Dorf jetzt <strong>Poststation<\/strong>.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\" id=\"dreissigkrieg\"><h2 id=\"at-8688\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">30-j\u00e4hriger Krieg erreicht das Amt Barmstedt 1627\/28<\/h2><div id=\"ac-8688\" class=\"c-accordion__content\">\n<p>1625 Christian IV. trat als neu gew\u00e4hlter Oberst (Oberbefehlshaber) der protestantischen Truppen des Nieders\u00e4chsischen Kreises und selbsternannter \u201eVerteidiger des lutherischen Glaubens\u201c in den gro\u00dfen Krieg gegen die kaiserliche Liga ein. Neben Glaubensfragen spielten hier auch Machtinteressen \u2013 \u00fcber die Unterelbe hinaus \u2013 eine Rolle. Er verfolgte eine konsequent merkantilistische Wirtschafts- und Territorialpolitik. [Bohn 2006, 60]<\/p>\n\n\n\n<p>1626 In der Schlacht bei Lutter im Harzvorland wurde Christians Heer am 27.08.1626 von Tilly vernichtend geschlagen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"220\" height=\"389\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Tilly_Ruestung.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1174\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Tilly_Ruestung.jpg 220w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Tilly_Ruestung-170x300.jpg 170w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Tilly in zeitgen\u00f6ssischer R\u00fcstung<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>1627-29 Kaiserlicher Krieg im Amt Barmstedt und der Grafschaft Pinneberg:<\/strong> Tilly und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wallenstein\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wallenstein<\/a> zogen nach ihrem Sieg bei Lutter mit ihren S\u00f6ldner-Heeren im <strong>j\u00fctischen Feldzug<\/strong> gegen den d\u00e4nischen K\u00f6nig. Dieser lagerte nach der verlorenen Schlacht im &#8222;Winterquartier bei Stade. Ein Teil seines Heeres lag auch bereits auf dem rechten Elbufer in der Grafschaft bei Wedel und Blankenese. Ausgehungerte Scharen ungeordneten Volkes waren es, die nach dem fluchtartigen Ruckzug hier eintrafen und nach dem Kriegsbrauch damaliger Zeit sich von den Landleuten ern\u00e4hren lie\u00dfen. Am 9. Februar 1627 berichtet der Pinneberger Amtmann Steinhoff seinem Grafen: bei den Bewohnern herrsche &#8222;gar eine gro\u00dfe Armut, und nunmehr all ihr Korn weg und Vieh verzehret; der liebe Gott mag ihnen fortan helfen, denn sie vom Vieh gar kein Geld machen k\u00f6nnen&#8220;.&#8220; (Ehlers, S.164)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verb\u00fcndeten des d\u00e4nischen K\u00f6nigs waren aufgrund der gegnerischen \u00dcbermacht nach und nach abgefallen, sein S\u00f6ldner-Heer hatte aber im April 1627 durch englische und franz\u00f6sische Hilfe wieder eine St\u00e4rke von 13.000 Mann erreicht, so dass er ein Friedensangebot der Kaiserlichen glaubte ablehnen zu k\u00f6nnen. Auch die holsteinische Ritterschaft hatte durch Beschluss auf drei Landtagen Soldaten zu liefern &#8211; auf jeden Pflug 2 Mann &#8211; und zus\u00e4tzlich eine Steuer, die den V\u00f6gten, Kutschern, Schiffern, Dienstm\u00e4dchen, Predigern, Organisten und Schullehrern vom Gehalt abgezogen wurde. (Ehlers, ebd.)<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Albrecht_von_waldstein-Wallenstein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1149\" width=\"264\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Albrecht_von_waldstein-Wallenstein.jpg 460w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Albrecht_von_waldstein-Wallenstein-230x300.jpg 230w\" sizes=\"auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wallenstein<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ab dem 3. August 1627 \u00fcberquerte Tillys Armee bei Bleckede die Elbe. Die k\u00f6nigliche Armee war jedoch noch nicht wieder aufgef\u00fcllt, um den Angriff abfangen zu k\u00f6nnen. Alle M\u00e4nner zwischen 18 und 55 Jahren wurden zum Heeresdienst aufgefordert. Was Graf Thurn und J\u00fcrgen Ahlefeldt bei Barmstedt jedoch an Truppen einsammelte, war nach Ehlers v\u00f6llig unzl\u00e4nglich. Auf ihrem Weg in die Herzogt\u00fcmer und J\u00fctland nahmen die Kaiserlichen in gro\u00dfer Geschwindigkeit Oldesloe, Tremsb\u00fcttel, Trittau und Rahlstedt ein, marschierten sodann an den W\u00e4llen Hamburgs vorbei in die neutrale Grafschaft Pinneberg ein. Hamburg blieb verschont, weil dieser neutrale Ort f\u00fcr den Nachschub von Proviant und Kriegsmaterial unentbehrlich war und sich dort jederzeit Vertreter der feindlichen M\u00e4chte aufhalten konnten. Im September wurde das mit Wall und Gr\u00e4ben befestigte, kurz vorher von den D\u00e4nen besetzte Schloss Pinneberg belagert und am 12. September schlie\u00dflich nach hohen Verlusten \u00fcbergeben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"286\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Sebastian_Vrancx-Pluenderung_eines_Dorfes.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1170\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Sebastian_Vrancx-Pluenderung_eines_Dorfes.jpg 400w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Sebastian_Vrancx-Pluenderung_eines_Dorfes-300x215.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sebastian Vrancx: Pl\u00fcnderung eines Dorfes (Gem\u00e4lde 17. Jahrhundert)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Bei der Belagerung des Pinneberger Schlosses war der kaiserliche Feldherr Tilly verletzt worden, so dass <strong>Wallenstein<\/strong> jetzt den Oberbefehl \u00fcber beide Heere erhielt. Bevor seine Landsknechte entlang der Heerstra\u00dfe nach Norden weiterzogen, lie\u00dfen die D\u00e4nen zur Abwehr im August 1627 <strong>vor Elmshorn von der dortigen Bev\u00f6lkerung Schanzen<\/strong> aufwerfen. Die Bev\u00f6lkerung aus Elmshorn, Herzhorn, Sommerland und Gr\u00f6nland musste sowohl dort arbeiten als auch die Baumeister neben den Gl\u00fcckst\u00e4dtern unterhalten und die Ernte einbringen. (Amtmann Dr. Stapel in Ehlers, S. 167) Als die kaiserlichen Truppen jedoch anr\u00fcckten, zogen sich die zur Verteidigung aufgestellten franz\u00f6sischen und d\u00e4nischen S\u00f6ldner statt zu k\u00e4mpfen in Banden aufgel\u00f6st zur\u00fcck und hausten als Mordbrenner in den D\u00f6rfern der Umgebung. (Struve, bei Ehlers 510). Der Wedeler Pastor und Dichter <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Rist\" target=\"_blank\">Johann Rist<\/a> berichtete \u00fcber die Grausamkeit der Soldaten gegen\u00fcber der Landbev\u00f6lkerung: &#8222;Unter den vielen grewlichen Thaten, so bey dem itzigen verfluchten Kriegswesen sind ver\u00fcbet, ist schrecklich anzuh\u00f6ren, da\u00df man die unschuldigen Menschen hat gezwungen, ihren Leib mit unnat\u00fcrlichen Sachen, als da seyn Koth, Milch, Wasser und dergleichen (welches sie zusammengemischt eine <strong>Schwedischen Trunk<\/strong> geheissen und den Leuten in grosser Menge mit gantzer Gewalt eingegossen) zu erf\u00fcllen&#8220; (Ehlers, S. 169) Wallensteins Truppen zogen am 11.09.1627 durch Elmshorn zur Steinburg, die von den Verteidigern eiligst verlassen wurde, so dass Wallenstein bereits am 14. September in Itzehoe war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_Breitenburg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Breitenburg<\/a>, deren Besitzer Gerhard Rantzau (1558-1627) einen zus\u00e4tzlichen Burggraben hatte anlegen lassen, wurde 1627 zwei Wochen lang belagert, w\u00e4hrend 400 Schotten und 100 bis 150 Bauern und Knechte diese verteidigten. Als am 29. September die Burg gest\u00fcrmt wurde, sprengte sich ein Teil der Mannschaft in die Luft, und die Sieger ermordeten die verbliebene Besatzung aus Bauern der Umgebung zur Warnung f\u00fcr andere. (Halling, S. 49) Das gesamte Schlossgel\u00e4nde wurde verw\u00fcstet und die Geb\u00e4ude teilweise zerst\u00f6rt, die ber\u00fchmte Bibliothek Heinrich Rantzaus mit \u00fcber 6300 B\u00e4nden verschleppt.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nig Christian, der sich bisher in Gl\u00fcckstadt verschanzt hatte, fl\u00fcchtete jetzt mit einem Schiff nach Dithmarschen und dann weiter nach Flensburg und Seeland. Tilly verzichtete auf eine weitere Belagerung Gl\u00fcckstadts und besetzte statt dessen Rendsburg, worauf Holstein, Schleswig und J\u00fctland in k\u00fcrzester Zeit fast vollst\u00e4ndig in der Hand der Kaiserlichen waren. Krempe hielt bis 1628 stand. Gl\u00fcckstadt blieb unbesetzt. Allerdings waren am 18. Oktober alle d\u00e4nischen Truppen in ganz J\u00fctland geschlagen und vernichtet. K\u00f6nig Christian IV. konnte nach Seeland fl\u00fcchten. Wallenstein schlug am 29. und 30. Oktober auf der Durchreise sein <strong>Hauptquartier in Elmshorn<\/strong> auf und erlie\u00df hier am 30. Oktober 1627 einen Schutzbrief an die holsteinische Ritterschaft mit Ausnahme der holsteinischen Marschg\u00fcter. (Ehlers, S. 171)<\/p>\n\n\n\n<p>Im November belagerte Wallenstein die Festungen Gl\u00fcckstadt und Krempe, wobei besonders das <strong>Amt Barmstedt<\/strong> und die an der Etappenstra\u00dfe liegenden Orte Wedel, Uetersen und Elmshorn sowohl unter kaiserlichen als auch d\u00e4nischen Soldaten extrem zu leiden hatten, nicht durch Kriegshandlungen, sondern durch <strong>Einquartierungen und Brandschatzungen<\/strong>. Bis zum Ende dieses Kaiserlichen Krieges waren die Orte von meist kroatischen Truppen besetzt. <strong>Elmshorn wurde gro\u00dfenteils einge\u00e4schert<\/strong>, nur 20 Menschen sollen geblieben sein, die \u00fcbrigen waren tot oder gefl\u00fcchtet. (Struve, bei Ehlers 510).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das <strong>Dorf Barmstedt<\/strong> erlitt wohl ein \u00e4hnliches Schicksal. Das Barmstedter Kirchenbuch enth\u00e4lt die Eintragungen: &#8222;Anno 1627 3 Wochen vor Michaelis sind die Kayserlichen in Holstein angekommen&#8220;, <strong>Pfarrhaus und Kirche seien von &#8222;dem Kayserlichen Kriegs Volk gantz und gar in die aschen gelegt \u2026<\/strong> Anno 1629 auf Johannis sind sie wieder ausgezogen. Anno 1627 im Kayserlichen Kriege starb in Barmstedt der Pastor Johannes Kruse mit den Seinigen an der damals hier regierenden <strong>rothen Ruhr.<\/strong>&#8220; Nach D\u00f6ssel fl\u00fcchteten viele Bewohner beim Nahen der Feinde in Moore und W\u00e4lder und kehrten nur sehr z\u00f6gernd nach Abzug der wilden Scharen auf ihren Besitz zur\u00fcck. Eine normale Landwirtschaft war kaum mehr m\u00f6glich, Armut und Krankheiten waren die Folge. Pastor Christian Detlef Rode schreibt nach m\u00fcndlichen \u00dcberlieferungen aus seiner Gemeinde um 1700, dass &#8222;zur selbigen Zeit unser Kirchspiel, welches mehr denn 20 D\u00f6rfer hat, so gar ausgestorben, und die Leute dergestalt zerstreuet und verjaget worden, da\u00df nach dem Kriege die ganzte Gemeine nicht \u00fcber 20 bis 30 Personen starck gewesen.&#8220; (nach D\u00f6ssel 1936, S. 83)<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gottorfer Herzog hatte sich neutral erkl\u00e4rt, den Kaiserlichen sogar Festungen zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Truppen machten beim Rauben und Totschlagen aber keinen Unterschied zwischen den Territorien. Das besetzte Land musste jeweils das Heer ern\u00e4hren, was bedeutete, dass Pl\u00fcnderungen und Morde zum Alltag wurden. Dann kam es zur d\u00e4nischen R\u00fcckeroberung \u00fcber die nordfriesischen Inseln und die Ostsee, wobei Stralsund von der kaiserlichen Belagerung befreit werden konnte (und daraufhin unter schwedische Herrschaft geriet). Am 31. Mai 1629 wurde der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L%C3%BCbecker_Friede\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Frieden von L\u00fcbeck<\/a> ausgeblasen, wobei sich D\u00e4nemark aus Niedersachsen zur\u00fcckziehen musste und die Kaiserlichen \u00fcber die Elbe zur\u00fcck gingen. Durch diesen Teilfrieden war D\u00e4nemark vorerst aus dem Krieg ausgeschieden, der Hauptfeind der Kaiserlichen im Norden war jetzt Schweden. Der Krieg hatte starke Sch\u00e4den in Holstein durch Pl\u00fcnderungen, Brandschatzungen, Einquartierungen und Vergewaltigungen hinterlassen. (Bohn 2006, 61)<\/p>\n\n\n\n<p>1629: Durch den Frieden mit dem K\u00f6nig von Polen erreichte der schwedische K\u00f6nig die <strong>Herrschaft \u00fcber die Ostseek\u00fcste<\/strong> von Danzig bis Reval. Der Krieg spielte sich ab Juni 1630 durch die Landung der Schweden in Usedom im S\u00fcden des Reiches ab, und zwar zwischen Schweden und seinen deutschen Verb\u00fcndeten gegen die Kaiserlichen. Christian IV. r\u00fcstete allerdings wieder auf und verschaffte sich finanzielle Mittel durch M\u00fcnzverschlechterung, Anziehung der Steuerschraube und starke Erh\u00f6hung des Sundzolls, was v. a. die niederl\u00e4ndische Schiffahrt traf, woraufhin diese mit den Schweden ein B\u00fcndnis gegen D\u00e4nemark eingingen.<\/p>\n\n\n\n<p>1631: Im <strong>Vertrag von B\u00e4rwalde<\/strong> sicherte sich der schwedische K\u00f6nig Gustav II. Adolf die (zun\u00e4chst finanzielle) Unterst\u00fctzung des katholischen Frankreich unter Kardinal Richelieu gegen den Kaiser, wodurch sichtbar auch im Reich die konfessionell begr\u00fcndete B\u00fcndnispolitik einer rein machtpolitischen gewichen war. Frankreich wollte so die spanische Vorherrschaft in Europa brechen, was \u00fcber die Schw\u00e4chung der Habsburger geschehen sollte, die jeweils als Dynastie in Spanien und Deutschem Reich regierten, und hatte bereits vorher ein B\u00fcndnis mit seiner katholischen Liga von Lyon und den evangelischen M\u00e4chten Niederlande und England zustande gebracht. Innerhalb des eigenen Landes war die milit\u00e4rische Macht der Hugenotten mit der \u00dcbergabe der Festung La Rochelle nach einj\u00e4higer Belagerung 1628 gebrochen worden.<\/p>\n\n\n\n<p>1632: Gustav II. Adolf, schwedischer K\u00f6nig stirbt in der <strong>Schlacht bei L\u00fctzen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>1635 tritt das katholische <strong>Frankreich<\/strong> aktiv in den Krieg gegen den Papst und den katholischen Kaiser des Heiligen R\u00f6mischen Reichs ein.<\/p>\n\n\n\n<p>1607-1667: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Rist\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Johann Rist<\/a>(1607-1667) wurde 1635 Pastor in Wedel. Er war bedeutendster protestantischer geistlicher Dichter und einer der wichtigen deutschsprachigen Literaten des 17. Jahrhunderts. Im Torstensson-Krieg und im 2. Nordischen Krieg verlor er Hab und Gut. Rist war Mitglied in verschiedenen Sprach- und Dichtergesellschaften: im Pegnesischen Blumenorden und der Fruchtbringenden Gesellschaft und gr\u00fcndete selbst 1656 den Elbschwanenorden. Kaiser Ferdinand III. erhob ihn f\u00fcr seine dichterischen Leistungen 1653 in den Adelsstand.<\/p>\n\n\n\n<p>1640: Friedrich Wilhelm (Der Gro\u00dfe Kurf\u00fcrst) wird Kurf\u00fcrst von Brandenburg.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8689\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Das Amt Barmstedt unter dem Gottorfer Herzog ab 1640<\/h2><div id=\"ac-8689\" class=\"c-accordion__content\">\n<p><strong>1640 starb der letzte Schauenburger<\/strong>, Graf Otto V. von Schaumburg (Holstein-Schauenburg), Landesherr der Grafschaft Holstein-Pinneberg, ohne Erben. Der d\u00e4nische K\u00f6nig Christian IV. nahm daraufhin mit der Begr\u00fcndung, es sei ein heimgefallenes Reichslehen und ein Teil des Herzogtums Holstein, die gr\u00e4flichen L\u00e4ndereien in Besitz und lie\u00df sich von den Eingesessenen huldigen. <strong>Herzog Friedrich III. von Holstein-Gottorp<\/strong> machte aber ebenso wie die Mutter des verstorbenen Schauenburgers, die nachweisen konnte, dass es ein erblicher Familienbesitz sei, die gleichen Anspr\u00fcche geltend. Am 7. Dez. 1640 kam es zu einem Vergleich: K\u00f6nig und Herzog kauften der Grafenmutter die Grafschaft ab. Der K\u00f6nig erhielt 3\/5 (wegen der bisherigen Unkosten), der Herzog 2\/5 des Territoriums. Alles zusammen soll mit 800.000 Talern veranschlagt worden sein. Der k\u00f6nigliche Teil wurde als <strong>Herrschaft Pinneberg<\/strong> nicht mit dem Herzogtum Holstein verbunden, sondern gesondert verwaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <strong>Amt Barmstedt<\/strong> nebst Elmshorn, veranschlagt zusammen f\u00fcr 150.000 Taler und 10.000 in bar, kam an den Gottorfer Herzog. Das 2. F\u00fcnftel erhielt der Herzog 1642 auf dem Kieler Umschlag mit 160.000 Talern ausgezahlt. Jeder Landesherr lie\u00df seinen Anteil durch einen Drosten verwalten und setzte zur Aufsicht \u00fcber die Kirchen einen Probsten ein. Entgegen der Forderung der Holsteinischen Landst\u00e4nde wurde die ehemalige Grafschaft Holstein-Pinneberg nicht dem Herzogtum Holstein einverleibt, sondern blieb im Einvernehmen beider Herrscher ein f\u00fcr sich bestehender Landesteil (bis 1806), \u00e4hnlich dem Bistum L\u00fcbeck. Drost \u00fcber den herzoglichen Anteil Barmstedt und Elmshorn wurde Anthon von Wietersheim. Die Kirchenaufsicht hatte vorher beim Superintendanten Johann Gisenius in Rinteln gelegen. Der Herzog setzte jetzt seinen holsteinischen Probsten Paul Sperling ein. Die Bauern hatten neben den Abgaben Hand- und Spanndienste zu leisten, was bedeutete, dass jeder an einigen Tagen der Woche auf den herrschaftlichen L\u00e4ndereien zu arbeiten hatte. Leibeigenschaft wie auf den ostholsteinischen G\u00fctern gab es hier nicht. (Rauert).<\/p>\n\n\n\n<p>1642 bis 1649 <strong>Englischer B\u00fcrgerkrieg<\/strong>. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oliver_Cromwell\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Oliver Cromwell<\/a> siegte mit dem Parlamentsheer gegen K\u00f6nig Karl I. und errichtete als Lordkanzler f\u00fcr die Zeit bis zu seinem Lebensende 1658 eine Republik. Karl I., der letzte Tudor-K\u00f6nig, der versucht hatte den Absolutismus zu verwirklichen, wurde hingerichtet. In diese kurze republikanische Epoche der englischen Geschichte geh\u00f6rt auch die Wieder-Eroberung Irlands mit einem grausamen Massaker an den gefangenen Iren.<\/p>\n\n\n\n<p>1643 Hamburg musste erneut die Oberhoheit des Herzogs von Holstein, des d\u00e4nischen K\u00f6nigs, anerkennen und hatte in Gl\u00fcckstadt Elbzoll an das K\u00f6nigreich zu zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>1643 begann der <strong>Torstenssonkrieg<\/strong> zwischen D\u00e4nemark und Schweden, der die Herzogt\u00fcmer schlimmer treffen sollte als alle Kriegshandlungen bisher. Die Friedensverhandlungen in M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck hatten zwar schon begonnen, aber der d\u00e4nische K\u00f6nig Christian IV. hatte mit einer neuerlichen Aufr\u00fcstung begonnen und dazu neben einer M\u00fcnzverschlechterung und Steueranhebung auch den Sundzoll exorbitant erh\u00f6ht, was die davon haupts\u00e4chlich betroffenen Niederl\u00e4nder zu einem B\u00fcndnis mit Schweden brachte. (Bohn, S.61) Schwedische Truppen, unterst\u00fctzt von niederlandischen und (inoffiziell) von hamburgischen, die noch in Norddeutschland waren, \u00fcberfielen pr\u00e4ventiv, ohne Kriegserkl\u00e4rung, die d\u00e4nischen Landesteile in Holstein und besetzten die gesamte j\u00fctische Halbinsel. Es kam zu mehreren Schlachten, in denen der evangelische Christian IV. von den katholischen Kaiserlichen unterst\u00fctzt wurde und die Herzogt\u00fcmer noch st\u00e4rker verw\u00fcstet wurden als im \u201eKaiserlichen Krieg\u201c. In dieser Zeit war <strong>Christian zu Rantzau d\u00e4nischer Generalkriegskommissar<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Bericht des Barmstedter Drosten von Witersheim wurde vor Elmshorn trotz der Gottorfischen Neutralit\u00e4t in dem gemeinsam verwalteten Landesteil an der Kruck von den D\u00e4nen eine Schanze angelegt. Die Elmshorner wurden gezwungen, d\u00e4nische Einquartierung zu ertragen und au\u00dferdem die Wache an den Schanzen zu \u00fcbernehmen. Diese wurden jedoch von den Schweden \u00fcberrannt und <strong>Elmshorn wieder zerst\u00f6rt<\/strong>. Breitenburg wurde von Torstensson am 17.12.1643 gepl\u00fcndert. Johann Rist in Wedel verlor seine wertvolle Bibliothek. Wichtig waren die Seeschlachten in der Kieler F\u00f6rde und bei Fehmarn.<\/p>\n\n\n\n<p>1644 schloss der Gottorfer Herzog Friedrich III. mit den Schweden ein Neutralit\u00e4tsabkommen und l\u00f6ste sich vom d\u00e4nischen K\u00f6nig als Lehnsherrn (Herzogtum Schleswig) und brach damit die 1623 erneuerte Union mit ihm. Er kam dementsprechend seiner Beistandspflicht im Torstensson-Krieg gegen die Schweden nicht nach. Gegen Zahlung von 100.000 Reichstalern erhielt er zwar eine Befreiung von den d\u00e4nischen Kriegsauflagen, aber keine Schonung der Territorien vor Einquartierungen, Kontributionen und Kriegssch\u00e4den.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hauptsto\u00df der Schweden erfolgte unter Wrangel im Herbst 1644. Sie schlugen die D\u00e4nen bei <strong>Pinneberg<\/strong>, nahmen die <strong>Kruckschanze, brannten Raa und Neuendorf nieder und verfolgten die fl\u00fcchtenden D\u00e4nen bis zur Steinburg<\/strong>. Auch die anderen D\u00f6rfer des Amtes wurden schwer getroffen. <strong>Bokholt, Hemdingen und Bevern wurden fast ganz niedergebrannt<\/strong>. Im von Frankreich vermittelten <strong>Frieden von Br\u00f6msebro<\/strong> 1645 musste D\u00e4nemark Gotland und \u00d6sel sowie norwegische Landesteile an Schweden abgeben und die schwedischen Handelsschiffe vom Sundzoll auf dem \u00d6resund befreien. [u. a. Bohn 2006, 62]. Schweden wurde jetzt Schutzmacht des Herzogtums Schleswig-Holstein-Gottorf.<\/p>\n\n\n\n<p>1643 Ludwig XIV. (1638-1715) wird K\u00f6nig von Frankreich \u2013 unter der Regentschaft seiner Mutter \u00fcbten die Kardin\u00e4le Mazarin und Richelieu die Macht aus. Ludwig XIV. wurde Vorbild f\u00fcr alle Monarchien in Europa durch den von ihm entwickelten h\u00f6fischen Absolutismus mit Ausbau der Verwaltung, Bek\u00e4mpfung der Adelsopposition, merkantilistische Wirtschaftsf\u00f6rderung und Ausrichtung der Hofkultur ganz auf die Person des Herrschers, F\u00f6rderung von Kunst und Wissenschaft, expansive und kriegerische Au\u00dfenpolitik)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges 1648:<\/strong> Der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg und der Achtzigj\u00e4hrige Unabh\u00e4ngigkeitskrieg der Niederlande wurden nach 5-j\u00e4hrigen Verhandlungen und sieben Jahre nach dem Hamburger Pr\u00e4liminarfrieden von 1641, w\u00e4hrend deren der Krieg unvermindert weiterging, mit dem <strong>Westf\u00e4lischen Frieden<\/strong> in M\u00fcnster (Kaiser und Frankreich) und Osnabr\u00fcck (Kaiser und Reich bzw. Schweden) beendet. Die Unterzeichnung fand am 24.10.1648 in M\u00fcnster statt. Es war der erste internationale Kongress, auf dem nahezu alle europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte vertreten waren. Beschlossen wurde aber zun\u00e4chst nur ein Waffenstillstand und man traf einige Grundentscheidungen. Alle Einzelheiten wurden auf Nachfolgekongressen weiter verhandelt und schlie\u00dflich im \u201eJ\u00fcngsten Reichsabschied\u201c von 1654 endg\u00fcltig beschlossen. Sie wurden Bestandteil der Verfassungsordnung des \u201eHeiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation\u201c, die bis zu dessen Ende 1806 g\u00fcltig war. Die genauen Regelungen wurden allerdings erst danach in zwei Rezessen und schlie\u00dflich 1654 im &#8222;J\u00fcngsten Reichsabschied&#8220; zu Verfassungsrecht des Heiligen R\u00f6mischen Reichs Deutscher Nation. Sie waren Friedensvertragsregelungen, die f\u00fcr 100 Jahre durch genaue Regelungen auf der Grundlage der Gleichberechtigung aller Staaten eine stabile Friedensordnung f\u00fcr fast ganz Europa schafften, der Hegemonialkonflikt zwischen Frankreich und Spanien wurde allerdings erst 1659 in gesonderten Verhandlungen gel\u00f6st. Die <strong>Vereinigten Provinzen der Niederlande<\/strong> schieden jetzt aus dem Reich aus und die <strong>Schweizerische Eidgenossenschaft<\/strong> wurde faktisch als unabh\u00e4ngig anerkannt. <strong>Schweden erhielt Vorpommern, R\u00fcgen und Wismar sowie die F\u00fcrstbist\u00fcmer Bremen und Verden<\/strong> und wurde dadurch deutscher Reichsstand mit Sitz und Stimme auf Reichs- und Kreistagen. Es war jetzt zur dominierenden Ostseemacht und zur st\u00e4ndigen <strong>Bedrohung f\u00fcr D\u00e4nemark<\/strong> geworden, das 1629 gegen die kaiserlichen Truppen verloren hatte und 1645 im Torstensson-Krieg mit dem Frieden von Br\u00f6msebro gegen\u00fcber Schweden auf Gotland, \u00d6sel und Teile Norwegens verzichten musste. Das Herzogtum Gottorf war durch die Verbindung zu Schweden in eine zus\u00e4tzliche Konkurrenz zu D\u00e4nemark geraten. In kirchlichen Fragen wurde die Regelung des <strong>Augsburger Religionsfriedens<\/strong> festgeschrieben und auf die <strong>Reformierten<\/strong>, nicht jedoch auf die &#8222;T\u00e4ufer&#8220; erweitert. Es galt der Grundsatz Cuius regio, eius religio, d. h. das Recht des Landesherrn, die Konfession seiner Untertanen vorzugeben. Daneben gab es f\u00fcr die Untertanen das ius emigrandi, das Recht auf Auswanderung. Hiernach konnten Untertanen, die nicht der Konfession des Landesherrn folgen wollten, in Begleitung ihrer Familie und unter Mitnahme ihres Eigentums auswandern. Die Untertanen hatten somit das Recht, einem erzwungenen Konfessionswechsel auszuweichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Barmstedter Gebiet, zun\u00e4chst in der Grafschaft Pinneberg, ab 1650 Grafschaft Rantzau, blieb &#8211; wie in den \u00fcbrigen k\u00f6niglichen und herzoglichen Anteilen des Herzogtums Holstein &#8211; auch unter allen wechselnden Herrschaften die <strong>lutherische Konfession<\/strong> unver\u00e4ndert verbindlich. Im Amt Barmstedt wurden eine neue Kirchen- und Schulordnung erlassen. Als Nachfolger des Drosten von Wietersheim wurde der herzogliche Minister Graf von Kielmannsegge eingesetzt. Er war eng mit Christian Rantzau, dem k\u00f6niglichen Statthalter der Herzogt\u00fcmer, befreundet und handelte mit diesem einen Vertrag aus, nach dem Rantzau das Amt Barmstedt kaufte. Als Kaufpreis gab er seine beiden G\u00fcter Rantzau in Wagrien (Ostholstein) und Koxb\u00fcll bei Husum, zus\u00e4tzlich 101.000 Reichstaler.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-86810\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Anmerkungen<\/h2><div id=\"ac-86810\" class=\"c-accordion__content\">\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>(1) Eine ausf\u00fchrliche Beschreibung der Anklage und der Umst\u00e4nde der Prozesse findet sich bei Hans D\u00f6ssel: Barmstedt &#8211; Geschichtliche Schau, S.228ff<\/li>\n\n\n\n<li>(2) B\u00e4renf\u00e4nger\/Zimmermann in Jb.f.d.Kr.Pi 1987, S.41<\/li>\n\n\n\n<li>(3) Das d\u00e4nische Volkslied und die deutsche \u00dcbersetzung wurden von dem in D\u00e4nemark lebenden Barmstedter Werner Sternberg \u00fcbermittelt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-86811\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Literatur<\/h2><div id=\"ac-86811\" class=\"c-accordion__content\">\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Robert Bohn: Geschichte Schleswig-Holsteins, M\u00fcnchen 2006<\/li>\n\n\n\n<li>Tatjana Ceynowa: Das Wandsbeker Herrenhaus des Heinrich Rantzau: Zur Geschichte eines Adligen Gutes in Holstein, Reihe: Kieler Kunsthistorische Studien N.F. (Band 7), Kiel 2004 verf\u00fcgbar als Voransicht im Internet<\/li>\n\n\n\n<li>Christian Degn: Schleswig-Holstein &#8211; eine Landesgeschichte, Neum\u00fcnster 1994<\/li>\n\n\n\n<li>Hans D\u00f6ssel: Amt und Gut Barmstede in der Zeit 1582-1648, in: Stadt und Kirchspiel Barmstedt, Hg.: Hans D\u00f6ssel, Barmstedt 1936<\/li>\n\n\n\n<li>Hans D\u00f6ssel: Barmstedt &#8211; Geschichtliche Schau, Hrsg. Stadt Barmstedt, Husum 1988<\/li>\n\n\n\n<li>Wilhelm Ehlers: Geschichte und Volkskunde des Kreises Pinneberg, Elmshorn 1922, Nachdruck 1977<\/li>\n\n\n\n<li>A.Halling: Schlo\u00df und Amt Steinburg und seine Amtm\u00e4nner, Gl\u00fcckstadt 1911<\/li>\n\n\n\n<li>Eckart Klessmann: Geschichte der Stadt Hamburg, Hamburg 1981<\/li>\n\n\n\n<li>Lorenzen-Schmidt, Klaus-Joachim \/ Pelc, Ortwin (Hrsg.): Schleswig-Holstein Lexikon, Neum\u00fcnster 2000<\/li>\n\n\n\n<li>Lorenzen-Schmidt, Klaus-Joachim: Reichsgraf Christian Detlef als Sodomit? In: <a href=\"http:\/\/www.invertito.de\/jahrbuch\/inv08\/inv08_02.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.invertito.de\/jahrbuch\/inv08\/inv08_02.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">invertito 2006<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Bernhard Theilig: Die sieben Epochen in der Geschichte unserer engeren Heimat. Ein \u00dcberblick, in: Jahrbuch f\u00fcr den Kreis Pinneberg 1999<\/li>\n\n\n\n<li>Helmut Trede: Dorfgeschichte Lutzhorn, Lutzhorn 1992<\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Verfasser: Michael Theilig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verfasser: Michael Theilig<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":853,"menu_order":5,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-868","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/868","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=868"}],"version-history":[{"count":26,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/868\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1261,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/868\/revisions\/1261"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/853"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=868"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}