{"id":864,"date":"2023-01-15T12:43:33","date_gmt":"2023-01-15T12:43:33","guid":{"rendered":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=864"},"modified":"2023-01-16T17:09:42","modified_gmt":"2023-01-16T17:09:42","slug":"teil-des-daenischen-gesamtstaates-1726-1780","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?page_id=864","title":{"rendered":"Teil des d\u00e4nischen Gesamtstaates: 1726 &#8211; 1780"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js is-open\" data-initially-open=\"true\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8640\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Die Grafschaft Rantzau wird faktischer Teil des Herzogtums Holstein<\/h2><div id=\"ac-8640\" class=\"c-accordion__content\">\n<p><strong>Am 9. April 1726 war Wilhelm Adolf, der letzte regierende Graf der Freien Reichsgrafschaft Rantzau, wegen Anstiftung zum Mord an seinem Bruder Christian Detlef verurteilt worden.<\/strong> Den Prozess hatte der d\u00e4nische K\u00f6nig Friedrich IV. in einem nicht unumstrittenen Verfahren angeordnet. Durch das Urteil wurde das K\u00f6nigreich selbst zum Nutznie\u00dfer des Verfahrens, denn den letzten Grafen in m\u00e4nnlicher Linie, Wilhelm Adolf, \u00fcberf\u00fchrte man gegen seinen Protest nach Norwegen &#8222;nach dem Schlosse Aggershus [\u2026], woselbst er im Gef\u00e4ngnisse ohne je seine Gemahlin wiedergesehen zu haben, am 21. Mai 1734, ohne Hinterlassung eines Descendenten starb.&#8220; (Rauert, S.19) Friedrich IV. berief sich jetzt auf die Donationsakte des Grafen Detlef Rantzau von 1669, der den jeweiligen d\u00e4nischen K\u00f6nig als Erben der Grafschaft eingesetzt hatte, falls keine der Regierung f\u00e4higen m\u00e4nnlichen Erben nach dem Tod des letzten regierenden Grafen vorhanden w\u00e4ren. Als Herzog von Holstein zog er dar\u00fcber hinaus ein Lehen ein. Allerdings unterstand die Reichsgrafschaft der Reichsgerichtsbarkeit, die durch die Intervention des d\u00e4nischen Hofes und Einrichtung eines Kriminalgerichts in Rendsburg ausgeschaltet worden war. Der Kaiserliche Hof hatte das Verfahren nicht gut gehei\u00dfen und einige Nebenlinien der Rantzauischen Familie (Nachkommen von Heinrich Rantzau) klagten bei Reichsgerichten und erhoben Ansp\u00fcche auf das Erbe. Sie verfolgten den Prozess sp\u00e4ter allerdings nicht weiter, nachdem der Kaiser sie selbst 1728 in den Reichsgrafenstand erhob.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer der bekannteren unter ihnen war der Reformer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_zu_Rantzau\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_zu_Rantzau\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hans zu Rantzau<\/a> auf Ascheberg, der ab 1739 Schritt f\u00fcr Schritt aus seinen Leibeigenen Pachtbauern machte. Er war daneben auch 1746-49 Oberpr\u00e4sident von Altona. Dagegen hatte der Reichsgrafentitel des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christoph_von_Rantzau\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Christoph von Rantzau<\/a> auf Gut Schmoel (1623-1696) nichts mit unserer Barmstedter Reichsgrafschaft zu tun. Er war 1652 wegen seiner Konversion zum Katholiszismus von Kaiser Ferdinand III. zum Reichsgrafen, Wirklichen Kammerherrn und Hofrat ernannt worden. Bekannt wurde er wegen des Hexenprozesses gegen 18 Leibeigene seines Gutes im Jahre 1686, die er allesamt zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilte. Um den von beiden Landesherren gegen ihn angestrengten Prozess zu beenden, entlie\u00df er 1688 alle Untertanen aus der Leibeigenschaft, widerrief sie aber sp\u00e4ter wieder, als er das Gut verkaufte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Sequestrierung<\/strong> (Beschlagnahme und zun\u00e4chst Zwangsverwaltung) durch den k\u00f6niglichen <strong>Conferenzrath und Landrat Blome<\/strong> zu Neversdorf am Tage der Urteilsverk\u00fcndung fand offenbar innerhalb der Grafschaft ohne gro\u00dfen Widerspruch statt. <strong>Auf Schloss Rantzau wurden alle &#8222;Eingesessenen&#8220; (Bewohner) zum Gehorsam verpflichtet und das gesamte gr\u00e4fliche Eigentum sowie das Archiv ausgeliefert.<\/strong> Zwei Notare nahmen ein genaues <strong>Inventar<\/strong> der Grafschaft auf. &#8222;Die gr\u00e4flichen Geb\u00e4ude wurden in Augenschein genommen, und die darin befindlichen Mobilien, so wie alles sonstige gr\u00e4fliche Eigenthum verzeichnet. Die s\u00e4mmtlichen Unterthanen wurden um ihr Saat- und Wischl\u00e4ndereien, wie auch Torfmoor befragt, und aus ihren Quitungsb\u00fcchern notirt, was sie daf\u00fcr j\u00e4hrlich bezahlen mu\u00dften und in wie weit sie bezahlt hatten.&#8220; (Rauert, S. 20) Die einzige Erbin war die Schwester der beiden Grafen. Catharina Hedewig, verheiratet mit dem Grafen von Castell-Rudenhausen, erbte aufgrund eines Vergleichs mit dem K\u00f6nig alle Allodialg\u00fcter (den uneingeschr\u00e4nkten Besitz der Familie: Breitenburg, Drage, Lindewitt, Giesingholm, Neuendorf, Rantzauin Wagrien) und Mobilien (bewegliche Ausstattung) und \u00fcbernahm die Prozess- und Gef\u00e4ngniskosten, verzichtete dar\u00fcber hinaus auf alle Rechte an der Grafschaft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einsetzung des ersten Administratoren Heinrich Blome:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Rechtlich war jetzt der d\u00e4nische K\u00f6nig als Erbe des letzten Rantzauer Grafen Christian Detlef deutscher Reichsgraf geworden. Die Grafschaft blieb deshalb als eigenst\u00e4ndiges Territorium des Reichs bestehen, wurde aber faktisch wie ein Teil des Herzogtums Holstein behandelt, wenn auch mit eigener Verwaltung. Der Sequestor Heinrich Blome residierte in der Folge als Administrator auf Schloss Rantzau bis 1730.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ende des Miniaturf\u00fcrstentums hatte deutlich <strong>positive Folgen<\/strong> f\u00fcr die hier lebenden Menschen. Man war jetzt nicht mehr der offensichtlichen Willk\u00fcr eines absolutistisch regierenden Herren \u00fcber ein paar D\u00f6rfer ausgesetzt, der versuchte das Maximum an Abgaben aus den Bauern herauszupressen, sondern unterstand nun wie inzwischen das gesamte Herzogtum Holstein einer relativ gut organisierten, sich immer weiter modernisierenden Staatsverwaltung in Kopenhagen mit merkantilistischen Zielsetzungen. Zwar stand auch hier die Erh\u00f6hung der Staatsfinanzen im Vordergrund, aber gleichzeitig wurde auf die Landesentwicklung und die F\u00f6rderung von Landwirtschaft, Handel und Gewerbe Wert gelegt und jeweils modernste Erkenntnisse angewandt. Ein nationaler Gegensatz zu D\u00e4nemark existierte zu dieser Zeit nicht, da sowohl die Verwaltung der Herzogt\u00fcmer als auch die Deutsche Kanzlei in Kopenhagen von deutschen Adligen gef\u00fchrt wurde. Die Sprache in der Verwaltung und am Hof war Deutsch, denn auch das d\u00e4nische K\u00f6nigshaus leitete sich aus dem deutschen Hause Oldenburg ab. Der nationale Gegensatz entstand erst im Zusammenhang mit der Verfassungsdiskussion in der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts, wurde allerdings kurze Zeit auch w\u00e4hrend der Struensee-Zeit virulent.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Tod Friedrichs IV. wurde sein zweit\u00e4lteter Sohn als <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christian_VI._%28D%C3%A4nemark_und_Norwegen%29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Christian VI.<\/a> K\u00f6nig von D\u00e4nemark etc. (1730-1746). Er war stark pietistisch gepr\u00e4gt, verpflichtete sein Volk zum Kirchgang und f\u00fchrte ein eher zur\u00fcckgezogenes Leben, lie\u00df aber zwei Schl\u00f6sser, n\u00e4mlich Christiansborg und Hirschholm, bauen. Seinem Schwager schenkte er das ehemalige Rantzauische Gut Drage. Unter seiner Herrschaft wurde D\u00e4nemark 1733 zur Kolonialmacht, als es die Karibikinsel St. Croix von Frankreich erwarb.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die \u00c4ra des Christian Albrecht von Johnn (1730-1738<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>Der ab 1730 neu auf Rantzau amtierende Administrator, der Justiz-, Kanzlei- und Regierungsrat Christian Albrecht von Johnn, wurde zu einem wichtigen F\u00f6rderer der Grafschaft. U. a. nutzte er seinen Einfluss bei der Regierung, um beide Orte der Grafschaft zu Flecken erheben zu lassen. Auch an der Erweiterung der St. Nikolaikirche in Elmshorn d\u00fcrfte er einen wichtigen Anteil gehabt haben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/1727RikenReie-Bahnhofst1930.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1280\" width=\"499\" height=\"325\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/1727RikenReie-Bahnhofst1930.jpg 591w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/1727RikenReie-Bahnhofst1930-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dieses &#8222;Ackerb\u00fcrgerhaus&#8220; wurde 1727 gebaut und stand bis in die 1950er Jahre an der Stelle des heutigen &#8222;Schusterjungen&#8220;. Das Haus links beherbergt heute das Modehaus Dannenberg und einen Schuhladen. Das folgende Haus ist inzwischen einem Parkplatz gewichen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Erben des Otto K\u00fchl aus Lutzhorn stifteten 1732 die beiden Kronleuchter in der Heiligen-Geist-Kirche.<\/strong> Die in Barmstedt fr\u00fcher erz\u00e4hlte plattdeutsche Legende, die auch in C.F.Meyers M\u00e4rchensammlung enthalten ist, besagt, dass der &#8222;G\u00e4nsejunge von Lutzhorn&#8220; im Nordischen Krieg dem d\u00e4nischen K\u00f6nig den Weg nach Barmstedt gewiesen habe und daf\u00fcr vom K\u00f6nig nach Kopenhagen geholt und mit \u00c4mtern belohnt worden sei, so dass dieser zu Reichtum gekommen war. Ein \u00e4hnlicher Kronleuchter wurde 1725 auch in Elmshorn f\u00fcr die St. Nikolaikirche gespendet. Die dem Barmstedter &#8222;G\u00e4nsejungen&#8220; sehr \u00e4hnliche Figurengruppe stellt dort allerdings &#8222;Zeus, auf einem Adler reitend&#8220; dar, ein dem Zeitgeist entsprechendes heidnisch-antikes Motiv (Steltner, S.167).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/St.Nikolaikirche-Anbau-Schifferkirche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1289\" width=\"476\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/St.Nikolaikirche-Anbau-Schifferkirche.jpg 800w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/St.Nikolaikirche-Anbau-Schifferkirche-300x225.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/St.Nikolaikirche-Anbau-Schifferkirche-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 476px) 100vw, 476px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Schifferkirche als Anbau der Nikolaikirche entstand 1733<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>1733 wurde die <strong>St. Nikolaikirche in Elmshorn<\/strong> durch einen s\u00fcdlichen Anbau, die &#8222;Schifferkirche&#8220;, erweitert. Die Kirche war erst 1661 nach der Zerst\u00f6rung durch die Schweden (1657) wiedererrichtet worden, hatte ihre Ausstattung aber erst nach und nach erhalten. Vom Rantzauer Grafen war u.a. der heute noch stehende Altar gespendet worden. Das Geb\u00e4ude war, bevor der Anbau errichtet wurde, ein \u00e4u\u00dferlich schlichter, einschiffiger Saalbau mit einer flachen Decke. &#8222;Als gotisch charakterisierten ihn allein die spitzbogigen Abschl\u00fcsse der wenigen Fensternischen, die auf ung\u00fcnstige Lichtverh\u00e4ltnisse im Inneren schlie\u00dfen lassen.&#8220; (Voigt, S. 15) Die Erweiterung war offenbar aus Platzgr\u00fcnden n\u00f6tig geworden. W\u00e4hrend allerdings im anderen Kirchdorf der Grafschaft Rantzau 1717\/18 die alte, zu klein gewordene St. Margarethenkirche von Barmstedt durch die Heiligen-Geist-Kirche vollst\u00e4ndig ersetzt worden war und noch aufgrund der alten Verh\u00e4ltnisse mit ihrem &#8222;Grafenstuhl&#8220; und adligem Wappen noch das Markenzeichen der Rantzaus erhalten hatte, bekam die Elmshorner Kirche nur einen Anbau und entsprechend der neuen politischen Lage eine d\u00e4nische Symbolik: \u00dcber dem Portal an der S\u00fcdseite tragen zwei L\u00f6wen die d\u00e4nische K\u00f6nigskrone. Die Finanzierung des Anbaus soll weitgehend durch Verkauf oder Vermietung der Sitzpl\u00e4tze erreicht worden sein. Dadurch spiegelte sich die soziale Gliederung der Gemeinde direkt in der Sitzordnung wider. Da die meisten B\u00e4nke im Anbau an die Schiffer vorvermietet waren, b\u00fcrgerte sich bald der Name &#8222;Schifferkirche&#8220; ein. Auch die vielen Emporen waren jeweils bestimmten Gruppen zugeordnet.<\/p>\n\n\n\n<p>1736 bis 1739 \u00d6sterreichisch-russisch-t\u00fcrkischer Krieg.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die <strong>Aufkl\u00e4rung<\/strong> als geistesgeschichtliche Epoche beginnt ab ca. 1720. Frankreich war nicht nur durch Versailles, die Residenz Ludwigs XIV., Vorbild f\u00fcr die F\u00fcrsten Europas, auch die franz\u00f6sische Kultur gab die entscheidenden Impulse f\u00fcr die gesamte gebildete Oberschicht der europ\u00e4ischen Welt. An den H\u00f6fen wurde Franz\u00f6sisch gesprochen, auch die Gebildeten lernten diese Sprache neben Latein und Griechisch. Philosophen und Schriftsteller wie Voltaire (bekannt ab 1718), Rousseau (&#8222;Emile&#8220; und &#8222;Gesellschaftsvertrag&#8220;, beide 1762 erschienen) und die Enzyklop\u00e4disten in Frankreich (1751-1765), John Locke (1632-1704) und David Hume (1711-1776) in Gro\u00dfbritannien, beeinflussten mit ihrer Kritik am Absolutismus und der Herrschaft der Kirche das Denken der Zeit. Die Orientierung an der Antike, die Betonung des menschlichen Individuums und dessen Recht auf Freiheit im Denken und wirtschaftlichem Handeln, Forderung von Toleranz seitens der kirchlichen Autorit\u00e4ten, Verstand (Rationalismus) und Erfahrung (Empirismus) bestimmten jetzt &#8211; gegen die oder erg\u00e4nzend zur biblischen Offenbarung &#8211; den Wahrheitswert eines Urteils.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Folge war ab der zweiten H\u00e4lfte des Jahrhunderts das Leitbild des <strong>aufgekl\u00e4rten Absolutismus<\/strong>, das in Preu\u00dfen, aber besonders auch f\u00fcr D\u00e4nemark eine Rolle spielen sollte. F\u00fcr die <strong>Literatur<\/strong> in Deutschland wurden die franz\u00f6sischen Dramen der Br\u00fcder Corneille, Destouches, Moli\u00e8re, Jean Racine und Voltaire die gro\u00dfen Vorbilder. Der Letztere war ab 1718 in Frankreich durch das Drama &#8222;\u00d6dipus&#8220; schlagartig bekannt geworden und wurde sowohl in b\u00fcrgerlichen als auch hochadligen Kreisen geehrt, aber auch bek\u00e4mpft, weil er bissige Satiren auf bekannte Pers\u00f6nlichkeiten schrieb. Er wurde als Erz\u00e4hler und Philosoph europaweit zum ber\u00fchmtesten Autor und vertrat den &#8222;aufgekl\u00e4rten Absolutismus&#8220;. Friedrich II. (der Gro\u00dfe) war sein gl\u00fchender Anh\u00e4nger und berief ihn 1750-1752 als Kammerdiener an seinen Hof nach Sancoussi, trennte sich aber schlie\u00dflich im Streit von ihm. 1719 erschien in England Defoes &#8222;Robinson Crusoe&#8220;. Viele der aufkl\u00e4rerischen Schriften wurden von den F\u00fcrsten sofort verboten, wurden aber dennoch &#8211; unter Ausnutzung der vielen Landesgrenzen &#8211; schnell verbreitet. Literatur sollte nach Auffassung der Aufkl\u00e4rer den beiden Prinzipien &#8222;prodesse&#8220; (n\u00fctzen) und &#8222;delectare&#8220; (erfreuen) dienen. Sie sollte die Menschen kl\u00fcger machen, sie lehren, selbstst\u00e4ndiger zu werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In Deutschland erschien ab 1725 eine moralische Wochenschrift unter dem Titel &#8222;Die vern\u00fcnftigen Tadlerinnen&#8220; des Fr\u00fchaufkl\u00e4rers Johann Christoph Gottsched. Sie wandte sich v.a. an Frauen. Gottsched bem\u00fchte sich hier und in der zwei Jahre sp\u00e4ter nachfolgenden Wochenschrift &#8222;Der Biedermann&#8220; um Reformen in Sprache und Literatur. Wichtige Aufkl\u00e4rer in Deutschland wurden neben Gottsched der Philosoph <strong>Immanuel <\/strong>Kant (1724-1804) und <strong>Gotthold Ephraim Lessing<\/strong> (1729-1781), der ab 1767 Dramaturg am ersten b\u00fcrgerlichen [&#8222;deutschen Nationaltheater&#8220;] in Hamburg wurde und hier seine &#8222;Hamburgische Dramaturgie&#8220; verfasste, die f\u00fcr die literarische Entwicklung im deutschsprachigen Raum gro\u00dfe Bedeutung erlangte.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Im Zeichen der Aufkl\u00e4rung standen auch die <strong>Bildungsanstrengungen<\/strong>, die in dieser Zeit unternommen wurden, denn zu ihren Grunds\u00e4tzen geh\u00f6rte die \u00dcberzeugung, &#8222;dass es m\u00f6glich sei, durch Erziehung und Bildung die Menschen zu einem besseren, weil vern\u00fcnftigeren und gl\u00fccklicheren Leben zu f\u00fchren und anzuleiten.&#8220; (Kopitsch, S. 313) Dennoch hatten die stark absolutistisch gepr\u00e4gten <strong>Schulordnungen<\/strong>, im k\u00f6niglichen Teil des Herzogtums Holstein 1745 erlassen, keinen grundlegenden Wandel herbeigef\u00fchrt. &#8222;Auf dem Lande gingen Aussaat und Ernte der Schule vor, im Winter fiel der Unterricht oft aus. (\u2026) Die Landschullehrer hatten ihren Beruf als Gehilfen bei einem Schulmeister erlernt oder kamen aus anderen Professionen und waren h\u00e4ufig auf Neben-, d.h. Zuerwerb angewiesen, weil das Schulgeld nicht ausreichte. Entsprechend waren ihre Kenntnisse und ihr soziales Ansehen.&#8220; (ebd.) Der P\u00e4dagoge <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Bernhard_Basedow\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Johann Bernhard Basedow<\/a>, 1767 wegen seiner rationalistischen Ansichten von der Ritterakademie an das 1738 gegr\u00fcndete Altonaer <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christianeum\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Christianeum<\/a> strafversetzt, wurde einer der f\u00fchrenden K\u00f6pfe der sich entwickelnden <strong>Reformpadagogik<\/strong>. Hier in Altona geriet er jedoch &#8211; wie Lessing in seinem &#8222;Fragmentenstreit&#8220; &#8211; mit dem antiaufkl\u00e4rerischen Hamburger Hauptpastor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Melchior_Goeze\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Johann Melchior Goeze<\/a> in Konflikt. Dieser war der wichtigste Vertreter der Lutherschen Orthodoxie und konnte erreichen, dass Basedow vom Abendmahl ausgeschlossen und vom d\u00e4nischen Minister Bernstorff wieder entlassen wurde. Er bekam jedoch durch eine Ver\u00f6ffentlichung des Segeberger Rektors <strong>Martin Ehlers<\/strong> in seinen Positionen starke Unterst\u00fctzung: Das Schulwesen solle als staatliche Aufgabe angesehen, Lehrer sollten erfahrene P\u00e4dagogen mit materieller Absicherung und gesellschaftlicher Wertsch\u00e4tzung sein. Neuere Sprachen &#8211; die Realien, historisch-geographische und naturkundliche Bildung sollten ausgebaut und das selbstst\u00e4ndige Denken gef\u00f6rdert werden. Von der Kieler Universit\u00e4t und der Deutschen Kanzlei ging schlie\u00dflich die Gr\u00fcndung eines Lehrerseminars in Kiel im Jahre 1781 aus, deren Absolventen zu &#8222;erfolgreichen Lehrern und wertvollen Multiplikatoren der Aufkl\u00e4rung wurden&#8220;. (Kopitzsch, S.314). Nach \u00dcbernahme des Kuratoriums der Kieler Universit\u00e4t durch den Gegenaufkl\u00e4rer Friedrich Graf von Reventlow wurde das Seminar jedoch ruiniert.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-8647\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Barmstedt und Elmshorn werden &#8222;Flecken&#8220; &#8211; 1736<\/h2><div id=\"ac-8647\" class=\"c-accordion__content\">\n<p><strong>1736 erhielten Barmstedt und Elmshorn das Fleckensprivileg.<\/strong> Die Situation der Handwerker in Barmstedt und Elmshorn war durch das Ende der Reichsgrafschaft prek\u00e4r geworden. In den beiden Hauptorten des Kleinf\u00fcrstentums hatten sie eine Sonderstellung besessen, obwohl sie nur in D\u00f6rfern ans\u00e4ssig waren. Jetzt waren sie zu blo\u00dfen Landhandwerkern geworden, die &#8222;keine Jahrm\u00e4rkte besuchen und keine Gesellen halten sowie Lehrlinge einstellen&#8220; durften. (Lorenzen-Schmidt, S.12) Durch die Status\u00e4nderung vom Dorf zum Flecken erhielten beide Orte jetzt zentral\u00f6rtliche Funktionen f\u00fcr ihre Umlandgemeinden und einige Privilegien, die sonst St\u00e4dten vorbehalten waren. F\u00fcr das bisherige Kirchdorf Barmstedt, das eine Mischung aus Gewerbebetrieben und b\u00e4uerlichen Stellen besa\u00df, bedeutete das die Aufteilung in den <strong>Flecken Barmstedt<\/strong> und das Dorf <strong>Gro\u00dfendorf<\/strong>. Erstmals musste nun eine genaue Grenzlinie zum &#8222;Gro\u00dfendorf&#8220; festgelegt werden, was 1754 geschah und den merkw\u00fcrdigen Umstand zur Folge hatte, dass der Flecken fast von einem Dorf umgeben war. Barmstedt und Elmshorn gewannen dadurch f\u00fcr das l\u00e4ndliche Umland an Bedeutung. Im Dekret vom 4.1.1737 wurde den Einwohnern &#8222;jedwedes Handwerk und b\u00fcrgerliche Nahrung&#8220; gestattet. &#8222;<strong>In den D\u00f6rfern durften sich neue Handwerker nicht mehr niederlassen.<\/strong> Es sollte eine Konzentrierung von Handel und Gewerbe im Flecken erreicht werden mit dem Ziel, da\u00df sich die Fleckenseinwohner in Z\u00fcnften organisieren und damit gegen\u00fcber der Konkurrenz in den St\u00e4dten bestehen konnten.&#8220; (Barmstedt 100 Jahre Stadt, S.33)<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/479px-Zunftwappen-Schuster.svg_.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1273\" width=\"218\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/479px-Zunftwappen-Schuster.svg_.png 479w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/479px-Zunftwappen-Schuster.svg_-240x300.png 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>&#8222;In kurzer Zeit bildeten sich in beiden Flecken <strong>Z\u00fcnfte<\/strong> aller nennenswerten Handwerkszweige. <strong>Die erste und die in der Nachfolgezeit bedeutendste Zunft f\u00fcr Barmstedt war die der Schuhmacher.<\/strong> Ihr geh\u00f6rten zu Beginn bereits 12 Meister an, bis 1800 waren es schon 95 geworden. &#8222;Sie besuchten M\u00e4rkte im Umkreis bis Itzehoe, Oldesloe, Bargteheide, Wandsbek, Stade, Buxtehude. Ein gro\u00dfer Teil der Waren ging \u00fcber den Hamburger Hafen ins Ausland, bis nach Amerika&#8220; (D\u00f6ssel, Namen und Zahlen aus Barmstedts Vergangenheit) In <strong>Elmshorn<\/strong> durften jetzt mittwochs und sonnabends an der Nikolaikirche <strong>Victualien<\/strong>, also Lebensmittel, und andere Waren unter strenger zeitlicher Reglementierung verkauft werden. 1741 erlie\u00df der neue Administrator von S\u00f6hlenthal die \u201eAnordnung wegen der zwei Wochenm\u00e4rkte in <strong>Elmshorn<\/strong>\u201c. Die <strong>erste Apotheke<\/strong> f\u00fcr die Grafschaft wurde durch k\u00f6nigliches Privileg 1737 in Elmshorn am Wedenkamp er\u00f6ffnet, in Barmstedt 1758 bei der Kirche. Im kirchlichen Bereich gab es im gleichen Jahr durch den Weggang des Hauptpastoren und Propsten M\u00fcller \u00c4nderungen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-86413\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Die K\u00f6niglich-D\u00e4nische Administratur Rantzau<\/h2><div id=\"ac-86413\" class=\"c-accordion__content\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"467\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/RekonstruktionSchlossinseln-1024x467.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1287\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/RekonstruktionSchlossinseln-1024x467.jpg 1024w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/RekonstruktionSchlossinseln-300x137.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/RekonstruktionSchlossinseln-768x351.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/RekonstruktionSchlossinseln.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Rekonstruktion der Bebauung nach 1756 aufgrund der Karte thor Stratens durch Helmut Trede. &#8222;Schlossinsel Rantzau. Ein geschichtlicher R\u00fcckblick&#8220; Bokel 2011<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hintere Insel: Das Schloss mit Seitenfl\u00fcgeln. Dahinter auf dem lang gestreckten Inselwurm, dem Rest des alten Ringwalls, der als Bleiche benutzt wurde, ein kleines Gartenh\u00e4uschen.<\/li>\n\n\n\n<li>Mittlere Insel: Gerichtsgeb\u00e4ude, davor die Baracke, in der u.a. manchmal Soldaten einquartiert wurden.<\/li>\n\n\n\n<li>Vordere Insel: Links das Amtsverwalterhaus, schr\u00e4g dahinter die &#8222;Remise&#8220;, ein kleiner Schuppen des Amtsverwalters. Rechts Pf\u00f6rtnerhaus mit Gef\u00e4ngnis auf der vorderen Insel, davor die Zugbr\u00fccke, dahinter &#8222;der gro\u00dfe Stall&#8220;. Von diesen Geb\u00e4uden blieb nur die Remise erhalten. Alle anderen wurden abgerissen und bis auf den Stall ersetzt.<\/li>\n\n\n\n<li>Vorwerk mit gro\u00dfem Wirtschaftsgeb\u00e4ude, kleinen Nebengeb\u00e4uden (unten) und dem Backhaus (rechts). Davon ist nichts mehr vorhanden.<\/li>\n\n\n\n<li>M\u00fchle mit M\u00fcllerhaus und Scheune. Beide Geb\u00e4ude inzwischen abgerissen und ersetzt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Schloss_Rantzau_1756-B100.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1278\" width=\"459\" height=\"294\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Schloss_Rantzau_1756-B100.jpg 800w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Schloss_Rantzau_1756-B100-300x192.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Schloss_Rantzau_1756-B100-768x492.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 459px) 100vw, 459px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schlo\u00df Rantzau Umbauzeichnung 1756<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>1738-1768 Administrator Georg Wilhelm Baron von S\u00f6hlenthal<\/strong> In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Wirtschaft auch aufgrund derartiger merkantilistischer F\u00f6rderma\u00dfnahmen in der Grafschaft recht stark. U. a. wurde durch eine k\u00f6nigliche &#8222;Resolution&#8220; das Hausierverbot f\u00fcr die Mitglieder der Elmshorner j\u00fcdischen Gemeinde 1741 aufgehoben, so dass f\u00fcr sie wieder Handel auf dem Lande an der Haust\u00fcr au\u00dferhalb von Wochen- und Jahrm\u00e4rkten in der Grafschaft Rantzau und der Herrschaft Pinneberg erlaubt war.<\/p>\n\n\n\n<p>S\u00f6hlenthal war wie K\u00f6nig Christian VI. Pietist und seit seiner Studienzeit Freund <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nikolaus_Ludwig_von_Zinzendorf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zinzendorfs<\/a>, des Gr\u00fcnders der Herrnhuter Br\u00fcdergemeine, einer konfessionell freien Gruppe, deren Mitglieder konsequent f\u00fcr den christlichen Glauben leben wollten. Den Kontakt zu dieser Gruppe hielt S\u00f6hlenthal durch den gemeinsamen Freund <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anton_Heinrich_Walbaum\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Anton Heinrich Walbaum<\/a>, der ihn auf Rantzau auch besuchte und dies ausf\u00fchrlich in seinem <a href=\"http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/ADB:Walbaum,_Anton_Heinrich\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tagebuch<\/a> festhielt. In S\u00f6hlenthals Amtszeit wurde 1757\/58 das Schloss um einen angebauten Fl\u00fcgel erweitert. Die nebenstehnde Zeichnung stammt von 1756 und liegt im Landesarchiv.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"831\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/18JhHaupt-1024x831.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1271\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/18JhHaupt-1024x831.jpg 1024w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/18JhHaupt-300x243.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/18JhHaupt-768x623.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/18JhHaupt.jpg 1376w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schlossinsel im 18. Jahrhundert. Das Haupthaus wurde 1804 durch einen Neubau ersetzt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1740 wurde in Preu\u00dfen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_II._%28Preu%C3%9Fen%29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Friedrich II. (der Gro\u00dfe) <\/a>(1712-1786) nach dem Tod seines Vaters, des &#8222;Soldatenk\u00f6nigs&#8220; Friedrich Wilhelms I., K\u00f6nig und gleich in den ersten Regierungsjahren zum aufkl\u00e4rerischen Reformer, indem er die Folter (weitgehend) abschaffte, die Wirtschaft durch Einrichtung von Manufakturen (Seidenraupenzucht u.a.) f\u00f6rderte und eine eingeschr\u00e4nkte Pressefreiheit f\u00fcr den nichtpolitischen Teil einf\u00fchrte. Er interessierte sich stark f\u00fcr die aufkl\u00e4rerische Philosophie, korrespondierte mit vielen ber\u00fchmten Denkern und machte anfangs einige von ihnen zu seinen Hofbeamten. Der ber\u00fchmteste unter ihnen war Voltaire, der zwei Jahre am Hof in Potsdam lebte, schlie\u00dflich aber im Streit ging. Friedrich II. begann allerdings auch im Jahr seiner Thronbesteigung bereits den <strong>ersten Schlesischen Krieg<\/strong>, in dem es ihm gelang, Schlesien zu annektieren. Dieser Angriff f\u00fchrte zum <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96sterreichischer_Erbfolgekrieg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00d6sterreichischen Erbfolgekrieg<\/a>, in dem mehrere europ\u00e4ische F\u00fcrsten Anspr\u00fcche auf das habsburgische Erbe erhoben. In seinem Verlauf waren fast alle europ\u00e4ischen M\u00e4chte beteiligt, wobei Frankreich und England ihn gegeneinander auch in Indien und Nordamerika f\u00fchrten. Er endete erst 1748 mit dem Frieden von Aachen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Michael_Richey_Gelehrter.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1286\" width=\"219\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Michael_Richey_Gelehrter.jpg 258w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Michael_Richey_Gelehrter-185x300.jpg 185w\" sizes=\"auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Michael Richey<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Michael_Richey_(Gelehrter)\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Michael Richey<\/a> , einer der wichtigsten Helfer Rhodes bei der \u00d6ffnung und Dokumentation der H\u00fcgelgr\u00e4ber in Barmstedt und jetzt ordentlicher Professor am Akademischen Gymnasium in Hamburg, gab 1743 sein \u201eIdioticon Hamburgense\u201c heraus und listete darin den Hamburger Wortbestand seiner Zeit auf.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/426px-Antronov_Petr_3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1272\" width=\"224\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/426px-Antronov_Petr_3.jpg 426w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/426px-Antronov_Petr_3-213x300.jpg 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gottorfer Gro\u00dff\u00fcrst und russischer Zar Peter III.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>1742 wurde der 14-j\u00e4hrige Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peter_III._%28Russland%29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Karl Peter Ulrich<\/a>, der bisher noch in Kiel lebte, zum russischen Thronfolger und zeitgleich zum Gro\u00dff\u00fcrsten ernannt. Damit wurden die <strong>Herzoglichen Anteile zu Gro\u00dff\u00fcrstlich Gottorfer Anteilen<\/strong>. Peter heiratete 1745 seine Cousine Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst-Dornburg, die wiederum von der Linie Holstein-Gottorf-Eutin abstammte. Seine Frau trat wie er der russisch-orthodoxen Kirche bei und nahm den Namen Katharina an. Peter war gl\u00fchender Bewunderer des preu\u00dfischen K\u00f6nigs Friedrich II., musste aber im Siebenj\u00e4hrigen Krieg hinnehmen, dass Russland sich mit den Kriegsgegnern verb\u00fcndete. Als er 1761 den Zarenthron \u00fcbernahm, wechselte er die Seite und unterst\u00fctzte fortan Preu\u00dfen. Er f\u00fchrte ebenfalls einige Reformen wie Abschaffung der Folter und Aufhebung der Leibeigenschaft der Kirche durch, wurde aber 1762 durch ein Komplott zum Thronverzicht gezwungen und schlie\u00dflich ermordet. Seine Frau Katharina konnte die Zarenw\u00fcrde erreichen und herrschte jetzt als Katharina II. (die Gro\u00dfe).<\/p>\n\n\n\n<p>1744 wurde der ehemalige Rantzauische Besitz, das Gut Drage bei Itzehoe, von K\u00f6nig Christian VI. an seinen Schwager, den Statthalter f\u00fcr Schleswig-Holstein Friedrich Ernst von Brandenburg-Kulmbach, verschenkt, der es als <strong>Friedrichsruh<\/strong> bis 1751 zu einem repr\u00e4sentativen Schloss ausbaute. Nach dem Tod des Markgrafen wurde das gesamte Areal jedoch sofort verkauft, um die Schulden des k\u00f6niglichen Schwagers zu decken. Das Schloss wurde 1787 abgebrochen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"354\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Friedrichsruh_Drage_Stich.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1277\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Friedrichsruh_Drage_Stich.jpg 800w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Friedrichsruh_Drage_Stich-300x133.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Friedrichsruh_Drage_Stich-768x340.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schloss Friedrichsruh auf Drage<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/JohanHE_Bernstorff.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1284\" width=\"245\" height=\"325\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/JohanHE_Bernstorff.jpg 374w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/JohanHE_Bernstorff-226x300.jpg 226w\" sizes=\"auto, (max-width: 245px) 100vw, 245px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Johann Hartwig Ernst von Bernstorff<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nach dem fr\u00fchen Tod Christians VI. wurde sein Sohn als <strong>Friedrich V.<\/strong> (der Gute) K\u00f6nig von D\u00e4nemark (1746-1766). Seine wichtigsten Berater waren <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Hartwig_Ernst_von_Bernstorff\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Johann Hartwig Ernst von Bernstorff<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adam_Gottlob_von_Moltke\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Adam Gottlob von Moltke<\/a>. Bernstorff wurde 1751 Chef der schleswig-holsteinischen Kanzlei und Au\u00dfenminister, sp\u00e4ter auch Vorsitzender des Commerzkollegiums. Er vertrat eine aufgekl\u00e4rt pietistische Haltung und setzte sehr umsichtig auf vorsichtige merkantilistische Reformen und Neutralit\u00e4t in den europ\u00e4ischen Konflikten. Er war Literaturliebhaber und pers\u00f6nlich befreundet mit dem auch von Friedrich V. gef\u00f6rderten Dichter <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_Gottlieb_Klopstock\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Friedrich Gottlieb Klopstock<\/a>. Dieser vertrat wie er eine pietistische Grundhaltung und war durch seinen Messias und die gef\u00fchlvollen Oden sehr ber\u00fchmt geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>1761 wurde auch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinrich_Carl_von_Schimmelmann\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heinrich Carl Schimmelmann<\/a> zur politisch einflussreichen Figur in Kopenhagen. Er wurde d\u00e4nischer Commerzintendant, nachdem er &#8211; durch Kriegsgesch\u00e4fte mit dem preu\u00dfischen K\u00f6nig reich geworden &#8211; sich fluchtartig aus Sachsen nach Hamburg begeben hatte und dort seine au\u00dferordentlichen finanziellen F\u00e4higkeiten bewiesen hatte. D\u00e4nemark beteiligte sich unter dem Dr\u00e4ngen Schimmelmanns am Dreieckshandel, von dem er selbst am meisten profitierte. Dabei wurden v.a. Waffen aus der eigenen Gewehrfabrik und billige Tauschware an die afrikanische Westk\u00fcste geliefert, dort wurden Sklaven geladen und haupts\u00e4chlich in der Karibik verkauft, wo wiederum Zuckerrohr und Rum geladen und nach D\u00e4nemark transportiert wurde. Schimmelmann galt am Ende seines Lebens als reichster Mann Europas und kaufte bzw. baute mehrere G\u00fcter und Schl\u00f6sser (u.a. Schloss Ahrensburg von der Familie Rantzau und Schloss Wandsbeck), auf denen er nach fortschrittlichen Gesichtspunkten Manufakturen errichtete.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/483px-Heinrich_Carl_Schimmelmann_1773.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1275\" width=\"332\" height=\"412\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/483px-Heinrich_Carl_Schimmelmann_1773.jpg 483w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/483px-Heinrich_Carl_Schimmelmann_1773-242x300.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Heinrich Carl von Schimmelmann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>1761 fiel auch das Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg-Pl\u00f6n mit den \u00c4mtern Pl\u00f6n, Ahrensb\u00f6k, Traventhal, Reinfeld und Rethwisch durch den Tod des letzten Herzogs an den d\u00e4nischen K\u00f6nig.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Agrarfrage<\/strong> wurde von der Jahrhundertmitte an in der Reformpublizistik z. B. Altonas ausf\u00fchrlich diskutiert. Einige Adlige befreiten ihre Bauern aus der Leibeigenschaft, an vielen Stellen wurden Flurbereinigungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt. Ab 1766 wurden \u00fcber Dekrete gro\u00dfr\u00e4umige <strong>Verkopplungen<\/strong> durchgef\u00fchrt. &#8222;Dabei wurde das Bauernland in Parzellen aufgeteilt und diese an die einzelnen Hufner (Hofst\u00e4ttenbesitzer) verteilt, wobei die Feldgemeinschaft und der Flurzwang aufgehoben wurden. Die Parzellen mussten durch Gr\u00e4ben oder Hecken (<strong>Knicks<\/strong>) eingehegt werden, wodurch sich das gesamte Landschaftsbild grundlegend wandelte. Die alten d\u00f6rflichen Siedlungsstrukturen blieben aber, anders als in D\u00e4nemark, \u00fcberwiegend erhalten. [\u2026] K\u00e4tner und Insten hatten von all diesen Reformen kaum einen Nutzen, da sie den Hufnern weiterhin als Arbeitskr\u00e4fte zur Verf\u00fcgung stehen sollten. Neben diesen Ma\u00dfnahmen wurde die <strong>Einf\u00fchrung physiokratischer Methoden<\/strong> und <strong>neuer Fruchtsorten wie der Kartoffel<\/strong> f\u00fcr alle Landesteile vorangebracht. Die Besiedlung der Geest durch Kolonisten aus S\u00fcddeutschland schlug jedoch weitgehend fehl.&#8220; (Bohn, S.80)<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-86418\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">H\u00f6rnerkirchen wird ausgegliedert &#8211; 1752<\/h2><div id=\"ac-86418\" class=\"c-accordion__content\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Brander_Kirche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1276\" width=\"473\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Brander_Kirche.jpg 800w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Brander_Kirche-300x225.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Brander_Kirche-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 473px) 100vw, 473px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kirche in H\u00f6rnerkirchen<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>1752 entstand das Kirchspiel H\u00f6rnerkirchen<\/strong> durch die Ausgliederung des n\u00f6rdlichen Gebiets aus dem Kirchspiel Barmstedt. Administrator Baron von S\u00f6hlenthal f\u00f6rderte diese Gr\u00fcndung, da die Entfernung der Geh\u00f6fte von der Barmstedter Kirche mit meist weit \u00fcber 10 km auf den schlechten Wegstrecken gro\u00dfe Probleme bot und dar\u00fcber hinaus die Bauern sich zu finanziellen Beitr\u00e4gen und Hand- und Spanndiensten verpflichteten. Er selbst organisierte Spendengelder, weitere Mittel entstammten einer Hamburger Lotterie, so dass die Baugenehmigung 1750 durch K\u00f6nig Friedrich V. erteilt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Inmitten einer unbesiedelten Heidefl\u00e4che zwischen den Vogteien Osterhorn, Westerhorn, Bokel, Bokelse\u00df und Brande entstand jetzt ein f\u00fcr die damalige Zeit hochmoderner achteckiger, barocker Zentralbau einer Kirche mit einem zeltf\u00f6rmigen Dach. Der Architekt war <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cay_Dose\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Cay Dose<\/a>, der 1734 in Kopenhagen die Frederiksberg-Kirche und das Kirchenschiff der St.Trinitatis-Kirche in Altona neu erbaut hatte. Neben der Kirche erbaute Dose auch das K\u00fcsterhaus mit einer Schulklasse und das Pastorat. Erster Pastor wurde Johann Daniel Hermes (bis 1765). Einen oktogonalen Bau nach dem Vorbild der Kirche der H\u00f6rner D\u00f6rfer konnte er 1754 in wesentlich gr\u00f6\u00dferen Dimensionen in Rellingen verwirklichen. Auch f\u00fcr die Kirche in Niendorf (Hamburg) von 1769\/70 stand der H\u00f6rnerkirchener Zentralbau Pate. Er galt als Ideal f\u00fcr evangelische Sakralbauten in der Mitte des 18. Jahrhunderts, weil hier Gl\u00e4ubige von allen Seiten gleich gute Sicht zum Kanzelaltar haben, wodurch Luthers Forderung, das Wort in den Mittelpunkt des Gottesdienstes zu stellen, in idealer Weise verwirklicht wurde. Der separate h\u00f6lzerne Glockenstuhl war notwendig geworden, da die Dachkonstruktion mit dem Dachreiter darauf das Gewicht von zwei Glocken nicht tragen konnten. Er wurde erst 1781 vor dem Portal errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Name der neuen Kirche ergab sich aus der N\u00e4he der Vogteien Osterhorn und Westerhorn. Anstatt eines traditionellen Namens wie in Barmstedt mit der Heiligen-Geist-Kirche 34 Jahre zuvor erhielt die Kirche &#8211; eher aus Verlegenheit &#8211; die Bezeichnung &#8222;H\u00f6rnerkirche&#8220;. Die nach und nach entstehende Siedlung rundherum wurde deshalb &#8222;bei der H\u00f6rnerkirche&#8220; genannt, woraus irgendwann &#8222;H\u00f6rnerkirchen&#8220; wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Die Innenausstattung der Kirche fiel recht bescheiden aus, da die finanziellen Mittel begrenzt waren. Dennoch strahlte der Innenraum in seiner Schlichtheit Ruhe und Geborgenheit aus. Dominierend war die Altarwand mit ihrer barocken Kanzel, geschm\u00fcckt mit dem Wappen Friedrichs V. und gekr\u00f6nt von einem gefl\u00fcgelten Puttenkopf unter dem Schalldeckel. Sei wurde eingerahmt von drei Gem\u00e4lden mit Darstellungen aus der Bergpredigt, dem Gleichnis vom verlorenen Sohn und der Begegnung Jesu mit der kanaan\u00e4ischen Frau. [\u2026] Zu beiden Seiten der Kanzel befanden sich zwei &#8222;Kirchenst\u00fchle&#8220;, abgeschlossene R\u00e4ume, die von Familien gegen eine besondere Spende erworben werden konnten. Wesentlich gro\u00dfz\u00fcgiger und heller, abgetrennt durch hohe Schiebefenster, war der &#8222;Grafenstuhl&#8220; neben der Orgelempore.&#8220; (Magdalene und Hedwig Dahl, S.6. Viele der weiteren Informationen sind dieser Schrift entnommen.) Die Orgel besa\u00df ebenso wie die pr\u00e4chtige Barmstedter Orgel einen Zimbelstern.<\/p>\n\n\n\n<p>1934 brannte die Kirche nach einem Gewitter bis auf die Grundmauern nieder. Sie wurde vom Architekten Otto Schnitger bis 1936 wieder aufgebaut, wobei die alten Grundmauern mit roten Ziegeln au\u00dfen und innen ummantelt wurden. Trotz gro\u00dfer \u00c4hnlichkeit zum Vorg\u00e4ngerbau wurde aus dem Zelt- jetzt ein Mansardendach. Der Innenraum erhielt statt des Rokoko-Stils in Wei\u00df und Gold jetzt m\u00e4chtige Pfeiler und Rundb\u00f6gen aus roten Ziegeln sowie dunkle B\u00e4nke mit hohen Bankwangen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Altar_mit_Grafenstuhl-1024x762.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1281\" width=\"485\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Altar_mit_Grafenstuhl-1024x762.jpg 1024w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Altar_mit_Grafenstuhl-300x223.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Altar_mit_Grafenstuhl-768x571.jpg 768w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Altar_mit_Grafenstuhl.jpg 1516w\" sizes=\"auto, (max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Innere der Heiligen-Geist-Kirche mit dem ausgemalten Tonnengew\u00f6lbe und dem Grafenstuhl auf der rechten Seite<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Auf Rantzau wurde 1753 der <strong>gro\u00dfe Stall<\/strong> f\u00fcr 12 Pferde mit Wagenremise und f\u00fcr K\u00fche neben dem Pf\u00f6rtnerhaus neu errichtet. Er stand bis 1868 und wurde dann ersatzlos abgerissen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1754 bis 1756 bemalte der Elmshorner Maler Hans Hinrich Mordhorst das Tonnengew\u00f6lbe in der Barmstedter Kirche mit alttestamentarischen Szenen.<\/strong> Das Tonnengew\u00f6lbe der Decke war urspr\u00fcnglich gipsverputzt und musste schon jetzt mit einer Holzkonstruktion erneuert werden. (Eine ausf\u00fchrliche Beschreibung der Geschichte und der Innenausstattung der Kirche findet sich <a href=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=1001\" data-type=\"post\" data-id=\"1001\">hier<\/a>) 1755 wurde f\u00fcr den <strong>Organisten F. Schl\u00fcter<\/strong> die \u00e4lteste der aufgefundenen Grabkammern unter dem Fu\u00dfboden der Kirche angelegt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"349\" height=\"440\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Rode-Apotheke1806.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1288\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Rode-Apotheke1806.jpg 349w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Rode-Apotheke1806-238x300.jpg 238w\" sizes=\"auto, (max-width: 349px) 100vw, 349px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Rodesche Apotheke, Neubau 1806<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am 1. Mai 1759 wurde die <strong>Privilegierte Apotheke in Barmstedt gegr\u00fcndet<\/strong>. Der Arzt und Apotheker Johann Gerhard Rode, der in Hamburg geborene Enkel des durch die H\u00fcgelgr\u00e4ber-Forschungen ber\u00fchmt gewordenen Pastors Christian Detlev Rode, hatte im September 1758 vom d\u00e4nischen K\u00f6nig Friedrich V. das Privileg dazu erhalten. Damit war gleichzeitig dessen Monopol f\u00fcr den Flecken ausgesprochen, aber auch die Verpflichtung, &#8222;alles \u00fcberfl\u00fcssigen Gebrauchs der Artzeneyen bey seinen Patienten g\u00e4ntzlich zu enthalten, indem widrigenfalls, wenn er durch eine schn\u00f6de Gewinnsucht sich hiezu verleiten lassen sollte, er unausbleiblich gew\u00e4rtigen kann, da\u00df ihm entweder dieses Unser Privilegium genommen, oder ihm die erlaubte Praxis medica geleget werden solle.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher hatte die n\u00e4chste Apotheke in Elmshorn gelegen, und auch die war erst knapp 20 Jahre vorher gegr\u00fcndet worden. Jetzt waren die Wege der Fleckensbewohner und umliegender Vogteien sehr viel k\u00fcrzer geworden. Die Apotheke lag s\u00fcdlich der Kirche, etwa da, wo heute das Kirchenb\u00fcro steht. 1802 kam es zu einem Neubau an gleicher Stelle und 1907 zog die Apotheke in ein neues Geb\u00e4ude am jetzigen Standort, in der Reichenstra\u00dfe 2. Der sp\u00e4tere Minister Struensee, damals Landphysikus (Amtsarzt) der Grafschaft Rantzau und der Herrschaft Pinneberg, gab \u00fcber diese Apotheke einen Revisionsbericht, in dem es hei\u00dft: &#8222;Die Apotheke in Barmstedt habe ich, so wie in den vorigen Jahren, auch dieses Mal von so guter Beschaffenheit gefunden, als man nur von einer Apotheke auf dem Lande erwarten kann.&#8220; (D\u00f6ssel u.a., S. 139) Diese Apotheke blieb bis 1912 in der Hand eines Erben.<\/p>\n\n\n\n<p>1756-1763 <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Siebenj%C3%A4hriger_Krieg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Siebenj\u00e4hriger Krieg<\/a> auch &#8222;Dritter Schlesischer Krieg&#8220; genannt: In diesem Krieg k\u00e4mpften alle europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte in zwei Koalitionen gegeneinander, wobei es einerseits um den Einfluss und territorialen Besitz in Europa ging, zwischen England und Frankreich jedoch auch um deren Besitzungen in Nordamerika und Indien.<\/p>\n\n\n\n<p>D\u00e4nemark blieb weitgehend neutral, schloss allerdings mit Schweden und Russland Vertr\u00e4ge, durch die beiden L\u00e4ndern freie Schifffahrt garantiert, den Engl\u00e4ndern aber der Zugang zur Ostsee versperrt wurde. Mit Frankreich wurde ein Beistandspakt geschlossen und Truppen an die Elbe geschickt, um Holstein, Hamburg und L\u00fcbeck zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bettelndes_Soldatenweib.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1282\" width=\"320\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bettelndes_Soldatenweib.png 400w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bettelndes_Soldatenweib-300x268.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u201eDas bettelnde Soldatenweib\u201c Kupferstich von Daniel Chodowiecki 1764<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der Siebenj\u00e4hrige Krieg war 1763 f\u00fcr Preu\u00dfens K\u00f6nig Friedrich II. relativ gl\u00fccklich ausgegangen. In einer Situation drohender Niederlage gegen die Allianz aus \u00d6sterreich, Frankreich und Russland war es durch die politische Kurs\u00e4nderung Russlands nach dem Tod der Zarinmutter Elisabeth zum Frieden von Hubertusburg gekommen. <strong>Preu\u00dfen war jetzt neben den drei ehemaligen feindlichen M\u00e4chten und Gro\u00dfbritannien zur f\u00fcnften europ\u00e4ischen Gro\u00dfmacht geworden<\/strong>, so dass der <strong>deutsche Dualismus Preu\u00dfen-\u00d6sterreich<\/strong> von jetzt an die Politik in Deutschland \u00fcberlagerte. Dieser Gewinn war aber mit einem hohen Verlust an Menschenleben (allein 180.000 preu\u00dfische Soldaten starben, dazu eine unbekannte Zahl unter der Zivilbev\u00f6lkerung) und einer Zerr\u00fcttung der Staatsfinanzen erkauft. Friedrich hatte zu deren Bew\u00e4ltigung unter anderem eine geheime M\u00fcnzverschlechterung vorgenommen und den gesamten Lagerbestand des erbeuteten Mei\u00dfener Porzellans aus Kursachsen an den Kaufmann Heinrich Carl Schimmelmann verkauft, der diesen riesigen und immens wertvollen Warenbestand nach Hamburg verschiffte und ihn dort in einer Aufsehen erregenden Auktion versteigerte. In Preu\u00dfen unternahm die k\u00f6nigliche Regierung jetzt intensive merkantilistische Ma\u00dfnahmen, um die Finanzlage wieder zu stabilisieren. U. a. wurde die <strong>Kartoffel<\/strong> fl\u00e4chendeckend eingef\u00fchrt, Landausbau und Besiedlung urbar gemachter Fl\u00e4chen durchgef\u00fchrt, die K\u00f6nigliche Porzellan-Manufaktur Berlin 1763 gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Frankreich war aus dem Krieg gegen Gro\u00dfbritannien ebenfalls hochverschuldet, zus\u00e4tzlich aber noch als Verlierer im Kampf um die nordamerikanischen und indischen Besitzungen herausgekommen. Aus dieser Niederlage begr\u00fcndet war die Unterst\u00fctzung der rebellierenden Kolonien im <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amerikanischer_Unabh%C3%A4ngigkeitskrieg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg<\/a> 1775-1783 durch Frankreich. Die nicht mehr zu bew\u00e4ltigende franz\u00f6sische Staatsverschuldung gilt als eine der Ursachen f\u00fcr den Ausbruch der franz\u00f6sischen Revolution von 1789.<\/p>\n\n\n\n<p>Im <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottorper_Vertrag\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gottorper Vertrag<\/a> von 1768 wurde in einem Ausgleich zwischen der d\u00e4nischen Krone und dem durch das russische Zarenhaus vertretenen gottorfischen Haus ein Gebietsaustausch vorgenommen und dabei das seit dem 16. Jahrhundert existierende Problem der von D\u00e4nemark nicht anerkannten <strong>Reichsunmittelbarkeit Hamburgs als Freie Reichsstadt<\/strong> gel\u00f6st. Unter Vermittlung Heinrich Carl Schimmelmanns und Bernstorffs erkannte D\u00e4nemark diesen Hamburger Status an, gab bisher holsteinische Gebiete &#8211; u. a. die Elbinseln &#8211; an Hamburg ab und erhielt daf\u00fcr einen Schuldenerlass von mehr als 1,3 Millionen Reichstalern.<\/p>\n\n\n\n<p>1762 begann der pietistische Prediger <a href=\"http:\/\/www.deutsche-biographie.de\/sfz47350.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Johann Michael Ladensack<\/a> mit seinen &#8222;Herrnhuter Versammlungen&#8220; in Altona, nachdem Administrator von S\u00f6hlenthal ihm trotz fehlender Eidesleistung das dortige B\u00fcrgerrecht verschafft hatte. Er geh\u00f6rte zu den &#8222;Separatisten&#8220;, war aber manchen von ihnen nicht kirchenfeindlich genug, so dass sie sich wieder von ihm trennten und eigene Gemeinschaften bildeten.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In Pinneberg wurde 1765-1767 die <strong>Drostei<\/strong> gebaut.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>1768 starb der Administrator <strong>von S\u00f6hlenthal<\/strong> und wurde in einer <strong>Grabkammer in der Heiligen-Geist-Kirche<\/strong> beerdigt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>1768-1784 Administrator Christian von Brandt<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-86422\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Struensees Zeit (1769-1772)<\/h2><div id=\"ac-86422\" class=\"c-accordion__content\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/480xJohannFriedrichStruensee.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1274\" width=\"432\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/480xJohannFriedrichStruensee.jpg 480w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/480xJohannFriedrichStruensee-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Johann Friedrich Struensee<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Der Physikus Johann Friedrich Struensee aus Altona wird m\u00e4chtigster Minister in Kopenhagen<\/strong>: Nach dem Tod seines Vaters, des d\u00e4nischen K\u00f6nigs Friedrich V., musste sein 17-j\u00e4hriger Sohn als <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christian_VII._%28D%C3%A4nemark_und_Norwegen%29\" target=\"_blank\">Christian VII.<\/a> (1766-1808) die Rolle als absolutistischer Monarch \u00fcbernehmen, obwohl er dazu aufgrund seiner psychischen Konstitution und geistigen F\u00e4higkeiten nicht in der Lage war. Zun\u00e4chst erhob er zwar den Minister J. H. E. Bernstorff noch in den Grafenstand, machte aber im Jahr 1769 nach einer gemeinsamen einj\u00e4hrigen Reise durch Frankreich und Englandseinen Leibarzt und Vertrauten, den aus Altona stammenden <strong>Landphysikus der Grafschaft Rantzau<\/strong> und der Herrschaft Pinneberg <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Friedrich_Struensee\" target=\"_blank\">Johann Friedrich Struensee<\/a> zum Wirklichen Etatrat, seinem wichtigsten Minister. Struensee, Sohn des eher antiaufkl\u00e4rerischen Generalsuperintendenten f\u00fcr Schleswig-Holstein Adam Struensee, wurde schnell zur m\u00e4chtigsten Person im K\u00f6nigreich, indem er sich alle Regierungsvollmachten des K\u00f6nigs Christian VII. verschaffte. Dieser war ja trotz seines Geisteszustandes (er erhob unter anderem seinen Lieblingshund in den Adelsstand) absoluter Monarch. Struensee setzte in schneller Folge eine Reihe fortschrittlicher, aufkl\u00e4rerischer Gesetze durch (Entmachtung des Adels, Meinungs- und Pressefreiheit, Abschaffung der Folter, Reform des Schulwesens und Kontrolle des Getreidehandels), blieb aber ohne B\u00fcndnispartner und hatte auch im B\u00fcrgertum wenig Unterst\u00fctzung. Durch die Abschaffung des geheimen Staatsrats wurden alle Minister au\u00dfer dem Schatzmeister Schimmelmann entlassen. Premierminister Graf Bernstorff ging daher 1770 nach Hamburg. Klopstock folgte ihm. (Ritschl, s. 20) Der nun allm\u00e4chtige Struensee machte sich auf diese Weise viele m\u00e4chtige Feinde, die unter der F\u00fchrung der Stiefmutter des K\u00f6nigs eine Intrige gegen ihn betrieben. Struensee erlie\u00df als Geheimer Kabinettsminister viele hundert Dekrete, mit denen er das Finanz- und Gerichtswesen v\u00f6llig reformieren wollte, er lie\u00df Findelh\u00e4user und Hospit\u00e4ler errichten und setzte die Gleichstellung unehelicher mit ehelichen Kindern durch. M\u00e4chtige Feinde machte er sich aber auf Seiten des Adels mit dem Ausfuhrverbot f\u00fcr Getreide, als eine Hungersnot drohte, und der Lockerung der Frondienste und Abschaffung der Leibeigenschaft. Die Staatskirche, die auch durch seinen Vater, den Generalsuperintendenten, repr\u00e4sentiert war, br\u00fcskierte er mit massiven Eingriffen in deren Privilegien. Durch die Abschaffung der merkantilistischen Schutzzollpolitik f\u00fchrte er zudem den Zusammenbruch von Manufakturen herbei, die bis dahin auf Kosten des Staaates k\u00fcnstlich am Leben erhalten worden waren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Struensee_beheading.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1279\" width=\"566\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Struensee_beheading.jpg 800w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Struensee_beheading-300x225.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/800px-Struensee_beheading-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 566px) 100vw, 566px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00d6ffentliche Hinrichtung Struensees<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Durch eine konservative Gegenpartei, bestehend aus der K\u00f6niginmutter Juliane, dem Prinzenerzieher Guldberg, Graf Rantzau u.a., kam es am 25. April 1772 zum <strong>Sturz Struensees<\/strong> und einem Geheimprozess. Besonders wurde gegen ihn verwendet, dass er eine Beziehung zur K\u00f6nigin hatte, aus der eine Tochter hervorgegangen war. Er wurde zusammen mit seinem Altonaer Freund von Brandt, den er nach Kopenhagen geholt hatte, um den K\u00f6nig zu unterhalten, in einem kurzen Prozess zum Tode verurteilt, \u00f6ffentlich vor einer gro\u00dfen Menschenmenge gek\u00f6pft, gevierteilt und aufs Rad geflochten. Die Leichen wurden zwei Jahre lang zur Schau gestellt. Die K\u00f6nigin wurde zeitlebens verbannt, wohl nur deshalb nicht zum Tode verurteilt, weil ihrer Verurteilung als einer Schwester des englischen K\u00f6nigs schwerste Konflikte mit Gro\u00dfbritannien gefolgt w\u00e4ren. Sie musste sich von Christian VII. scheiden lassen und wurde ins Hannoversche Celle geschickt, wo sie zwei Jahre sp\u00e4ter starb. Einer von Struensees Kritikern, der pietistische Kronprinzenerzieher Hoegh-Guldberg, vom Beruf her ein Kandidat der Theologie, leitete daraufhin die Regierung und machte die meisten Reformen Struensees r\u00fcckg\u00e4ngig. Er bekam jedoch ein Gegengewicht durch die Berufung <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andreas_Peter_von_Bernstorff\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Andreas Peter von Bernstorffs<\/a>, des Neffen von J.H.E.Bernstorff, als neuen Au\u00dfenminister, der bald die Ans\u00e4tze seines Onkels fortsetzen sollte.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-86425\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">D\u00e4nischer Gesamtstaat auf dem H\u00f6hepunkt seiner Macht<\/h2><div id=\"ac-86425\" class=\"c-accordion__content\">\n<p>Kurz nach Struensees Entmachtung und Hinrichtung kam es au\u00dfenpolitisch zu einem gro\u00dfen Erfolg und zur endg\u00fcltigen Arrondierung des D\u00e4nischen Gesamtstaats. Der seit 150 Jahren bestehende Konflikt mit dem Haus Schleswig-Holstein-Gottorf war 1762 fast in einen erneuten Krieg eskaliert, als der zum russischen Zar gewordene Karl Peter Ulrich von Schleswig-Holstein-Gottorf sofort nach Regierungsantritt zum Krieg gegen D\u00e4nemark ger\u00fcstet hatte, um seine Anspr\u00fcche in Schleswig und Holstein durchzusetzen Doch bevor es zur Schlacht kam, war dieser Zar Peter ermordet worden. Eine Palastrevolte hatte seine Witwe Katharina zur neuen Herrscherin gemacht, die &#8211; um den R\u00fccken frei zu haben f\u00fcr ihren Krieg im S\u00fcden des Zarenreichs &#8211; im Jahre 1773 mit D\u00e4nemark unter dessen neuen Au\u00dfenminister Andreas Peter von Bernstorff den <strong>Vertrag von Zarskoje Selo<\/strong> schloss, in dem das russische Zarenhaus seine Anspr\u00fcche auf den gottorfischen Anteile in Holstein endg\u00fcltig aufgab und daf\u00fcr die Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst erhielt.<\/p>\n\n\n\n<p>1779 folgte als letzter Flecken auf der Landkarte das kleine Herzogtum Gl\u00fccksburg mit der Landschaft Sundewitt unter die d\u00e4nische Krone. <strong>Der Flickenteppich Schleswig-Holstein war so im Laufe des 18. Jahrhunderts wieder unter einem Landesherrn vereinigt worden, der zugleich K\u00f6nig von D\u00e4nemark, Norwegen, Island und Gr\u00f6nland war.<\/strong> &#8222;Im Laufe einer Generation verwandelte sich die Monarchie Mitte des 18. Jahrhunderts in einen modernen, zentralistisch geordneten Verwaltungsstaat, in dessen Beh\u00f6rden- und Kollegiensystem auch die Herzogt\u00fcmer trotz ihrer weiterbestehenden staatsrechtlichen Sonderstellung integriert und von der Deutschen Kanzlei in Kopenhagen administriert wurden.&#8220; (Bohn, S.78) Die Landesregierung von Schleswig war jetzt in Gottorf angesiedelt, die holsteinische in der Gl\u00fcckst\u00e4dter Kanzlei, die 1773 in Holsteinische Landesregierung umbenannt worden war. Die obere Instanz f\u00fcr beide Regierungen war die Deutsche Kanzlei in Kopenhagen. Neben dieser gab es eine D\u00e4nische Kanzlei. Gemeinsam f\u00fcr den Gesamtbereich der Monarchie war die Rentekammer und das Generalzollkammer- und Kommerzkollegium, das f\u00fcr Wirtschaft, Post und Verkehr im ganzen K\u00f6nigreich zust\u00e4ndig war. Der K\u00f6nig setzte f\u00fcr beide Herzogt\u00fcmer gemeinsam einen Statthalter ein, der seinen Sitz in Schleswig hatte und die Aufsicht \u00fcber die gesamte Verwaltung in den Herzogt\u00fcmern hatte. <strong>Damit war der merkantilistisch gepr\u00e4gte, aufgekl\u00e4rt-absolutistische d\u00e4nische Gesamtstaat entstanden, der bis 1864 Bestand haben sollte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nur die kleine Grafschaft Rantzau [mit ihrem Administrator an der Verwaltungsspitze] spielte eine Sonderrolle. Sie unterstand der Regierung in Kopenhagen unmittelbar.&#8220; (Theilig 1999, S.22) Nat\u00fcrlich wurden auch hier die Reformen des Gesamtstaats durchgef\u00fchrt, teils fr\u00fcher als in anderen Landesteilen, <strong>die Verkoppelung fand in Bullenkuhlen bereits 1772 statt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die politische Reform und die \u00f6konomischen Neuerungen in der Landwirtschaft, v. a. die Bauernbefreiung und die Verkopplung, hatten eine wichtige Ursache auch im starken Preisanstieg f\u00fcr Agrarprodukte infolge des stetigen <strong>Bev\u00f6lkerungsanstiegs<\/strong>, aber auch des Siebenj\u00e4hrigen Krieges. In den Herzogt\u00fcmern war die Bev\u00f6lkerungszahl im letzten Drittel des Jahrhunderts um ein F\u00fcnftel angewachsen, bis 1803 auf 631.000. 80&nbsp;% lebten noch auf dem Lande, die St\u00e4dte waren zwar stark gewachsen, aber die nach Kopenhagen zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt im d\u00e4nischen Gesamtstaat, n\u00e4mlich Altona, hatte erst 23.000 Einwohner, Flensburg hatte 13.000, Schleswig und Rensburg jeweils 7.500. Der <strong>Standort Altona<\/strong> war nach der Anerkennung der Hamburger Reichsfreiheit durch D\u00e4nemark 1768 &#8211; und damit dem Ende der jahrhundertew\u00e4hrenden Rivalit\u00e4t der beiden Orte &#8211; aufgebl\u00fcht und hatte aufgrund der d\u00e4nischen Neutralit\u00e4t viele Hamburger Reeder dazu gebracht, ihre Schiffe in Altona zu registrieren und sie so vor (meist) englischen Kaperfahrern zu sichern. F\u00fcr diese Schifffahrt war auch von Bedeutung, dass der Eiderkanal von Kiel nach Rendsburg, der Vorl\u00e4ufer des Nord-Ostsee-Kanals, jetzt endlich nach Planungen, die auf das 17. Jahrhundert zur\u00fcckgingen, im gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Bauprojekt seiner Zeit verwirklicht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>geistigen Mittelpunkte<\/strong> der Herzogt\u00fcmer waren Altona und Kiel. Seit 1768 mussten alle h\u00f6heren Staatsbediensteten mindestens zwei Jahre in Kiel studiert haben, was einerseits die Professionalisierung der Verwaltung und andererseits die geistige Bindung an die d\u00e4nische Krone und deren aufkl\u00e4rerische Linie f\u00f6rderte. Das elementare <strong>Schulwesen<\/strong> war durch die Gr\u00fcndung von Lehrerseminaren in Kiel und Tondern modernisiert worden, so dass die allgemeine Lesef\u00e4higkeit stark verbessert wurde. In Preu\u00dfen wurden demgegen\u00fcber von Friedrich II. ehemalige Soldaten, die selbst oft nicht des Lesens m\u00e4chtig waren, als Dorfschullehrer eingesetzt. Die <strong>Presselandschaft<\/strong> entwickelte sich deshalb sehr g\u00fcnstig. Besonders Altona, wiederum durch seine N\u00e4he zu Hamburg, gewann hier als Standort von Zeitungs- und Buchverlegern, aber auch von <strong>patriotisch-gemeinn\u00fctzigen Soziet\u00e4ten und Lesegesellschaften<\/strong> gro\u00dfes Gewicht. Diese wiederum wurden zu Ausgangspunkten &#8211; noch &#8211; privater sozialpolitischer Ma\u00dfnahmen b\u00fcrgerlicher Aufkl\u00e4rer und im 19. Jahrhundert des Vereinswesens.<\/p>\n\n\n\n<p>Antiaufkl\u00e4rerische Kr\u00e4fte sammelten sich gleichzeitig um den Grafen Friedrich Reventlow, dem Wortf\u00fchrer der schleswig-holsteinischen Ritterschaft, und seine Gattin Julia im <strong>Emkendorfer Kreis<\/strong>. Hier bildete sich ein literarisch-musischer Kreis, der der &#8222;romantisch-pietistischen Schw\u00e4rmerei anhing und ab 1789 in dezidierter Gegnerschaft zur Franz\u00f6sischen Revolution stand. Anfangs geh\u00f6rte Klopstock, sp\u00e4ter auch Matthias Claudius zu den regelm\u00e4\u00dfigen G\u00e4sten.&#8220; (Bohn, S. 85) Der Bruder Julia Reventlows wiederum war <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ernst_Heinrich_von_Schimmelmann\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ernst Heinrich von Schimmelmann<\/a>, der geistig den revolution\u00e4ren Idealen nahestand, gleichzeitig aber als d\u00e4nischer Finanzminister (1784-1814) und Kopf des weitverzweigten schimmelmannschen Privatunternehmens f\u00fcr deren Prosperit\u00e4t zu sorgen hatte. Er sorgte u.a. daf\u00fcr, dass der d\u00e4nische Staat Friedrich Schiller eine \u00fcppige Pension f\u00fcr die Zeit seiner Krankheit anbot.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Wolfgang_von_Goethe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Johann Wolfgang Goethe<\/a> (1749-1832) wurde 1774 durch die &#8222;Leiden des jungen Werther&#8220; schlagartig weltber\u00fchmt und sp\u00e4ter mit Friedrich Schiller zusammen Vertreter der Weimarer Klassik<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolfgang_Amadeus_Mozart\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wolfgang Amadeus Mozart<\/a> (1756-1791) geh\u00f6rte zu den wichtigsten Komponisten der Wiener Klassik<\/p>\n\n\n\n<p>1776 erscheint &#8222;An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations&#8220; (Der Wohlstand der Nationen) von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adam_Smith\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Adam Smith<\/a> (1723-1790), in dem dieser, sich gegen die bis dahin herrschende merkantilistische Wirtschaftstheorie wendend, die klassische National\u00f6konomie begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>1781 wird Christian Reichenbach neuer Propst.<\/p>\n\n\n\n<p>In Barmstedt lie\u00df 1783 der Schmied Humburg in der Stra\u00dfe &#8222;In de H\u00f6rn&#8220; (heute Chemnitzstra\u00dfe) ein neues Zweist\u00e4nderhaus errichten mit angrenzender Schmiedewerkstatt auf der linken Seite, das heutige <a href=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/?p=781\" data-type=\"post\" data-id=\"781\">Humburghaus<\/a>. Das auf dem Foto von ca. 1910 links sichtbare Haus stammt aus sp\u00e4terer Zeit, als die Schmiede abgerissen wurde, weil der Erbe sich einem anderen Gewerbe zuwandte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"665\" src=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Humburg-Haus_Chemnitzstrca1900.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1283\" srcset=\"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Humburg-Haus_Chemnitzstrca1900.jpg 1024w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Humburg-Haus_Chemnitzstrca1900-300x195.jpg 300w, https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Humburg-Haus_Chemnitzstrca1900-768x499.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">1783 wurde das &#8222;Humburg-Haus&#8220; erbaut<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1784 wurde der erst 16-j\u00e4hrige Kronprinz Friedrich, der Sohn des nicht regierungsf\u00e4higen Christian VII, zum Mitregenten erkl\u00e4rt. Er entlie\u00df Hoegh-Guldberg und seine Regierung und berief Andreas Peter Bernstorff zur\u00fcck, der 1780 zur\u00fcckgetreten war, aus Protest gegen das von der K\u00f6niginmutter durchgesetzte Indigenatsgesetz, das den deutschen Einfluss in der Verwaltung des d\u00e4nischen Staates zur\u00fcckdr\u00e4ngen sollte. Ernst Schimmelmann blieb Finanzminister (Schatzmeister) und Handelsminister.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1784-1789 Administrator Johann Otto Niemann<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1786 wird Christian August Valentiner neuer Propst. Als Administrator Niemann 1789 starb, wurde er in der letzten der Grabkammern im Mittelgang vor dem Altar bestattet.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pb-accordion-item c-accordion__item js-accordion-item no-js\" data-initially-open=\"false\" data-click-to-close=\"true\" data-auto-close=\"true\" data-scroll=\"false\" data-scroll-offset=\"0\"><h2 id=\"at-86427\" class=\"c-accordion__title js-accordion-controller\" role=\"button\">Literatur<\/h2><div id=\"ac-86427\" class=\"c-accordion__content\">\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Barmstedt 100 Jahre. Hrsg.: Stadt Barmstedt. Mit Beitr\u00e4gen von Solveig Sch\u00f6nfelder, Heinz Starken, Rudolf Schr\u00f6der, Harry D. Schurdel, Barmstedt 1995<\/li>\n\n\n\n<li>Robert Bohn: Geschichte Schleswig-Holsteins, M\u00fcnchen 2006<\/li>\n\n\n\n<li>Magdalene Dahl, Hedwig Dahl: Die Kirche zu H\u00f6rnerkirchen, Selbstverlag 2014<\/li>\n\n\n\n<li>Christian Degn: Schleswig-Holstein &#8211; eine Landesgeschichte, Neum\u00fcnster 1994<\/li>\n\n\n\n<li>Hans D\u00f6ssel: Barmstedt &#8211; Geschichtliche Schau, Hrsg. Stadt Barmstedt, Husum 1988<\/li>\n\n\n\n<li>Wilhelm Ehlers: Geschichte und Volkskunde des Kreises Pinneberg, Elmshorn 1922, Nachdruck 1977<\/li>\n\n\n\n<li>Eckart Klessmann: Geschichte der Stadt Hamburg, Hamburg 1981<\/li>\n\n\n\n<li>Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt: Die Erhebung Elmshorns zum zunftberechtigten Flecken im Jahre 1737, in: Beitr\u00e4ge zur Elmshorner Geschichte, Bd.1, 1987<\/li>\n\n\n\n<li>Erich Maletzke: Schimmelmann. Schatzmeister des K\u00f6nigs (Roman), Neum\u00fcnster 2009<\/li>\n\n\n\n<li>Hubertus Neusch\u00e4ffer: Das Amt Barmstedt und ehemalige Grafschaft Rantzau. In: Schleswig-Holstein 11\/1987<\/li>\n\n\n\n<li>Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1800-1866. B\u00fcrgerwelt und starker Staat. M\u00fcnchen 1984<\/li>\n\n\n\n<li>Michael Plata: &#8222;Das habe ich nur getan wegen der D\u00f6sigkeit&#8220;. Auswirkungen des Heimatrechtes und eine Geburt auf offener Landstra\u00dfe 1860. in: Jahrbuch f\u00fcr den Kreis Pinneberg 2011<\/li>\n\n\n\n<li>Matthias Heinrich Theodor Rauert: Die Grafschaft Rantzau. Ein Beitrag zur genaueren Landeskunde. Mit einem Anhang \u00fcber Barmstedt von H.D\u00f6ssel. Wortgetreuer Abdruck der Auflage von 1840, Barmstedt 1936, Neuauflage Elmshorn 1983<\/li>\n\n\n\n<li>Hans Wilhelm Ritschl: August von Hennings 1746-1826. Ein Lebensbild aus Holstein, Kopenhagen und Hamburg in bewegten Zeiten, Hamburg 1978<\/li>\n\n\n\n<li>Petra Steltner: Kirchen erz\u00e4hlen vom Glauben, in: Beitr\u00e4ge zur Elmshorner Geschichte Nr.15: Die St. Nikolaikirche, Elmshorn 2002<\/li>\n\n\n\n<li>Bernhard Theilig: Die sieben Epochen in der Geschichte unserer engeren Heimat. Ein \u00dcberblick, in: Jahrbuch f\u00fcr den Kreis Pinneberg 1999<\/li>\n\n\n\n<li>Bernhard Theilig: Die Heilig-Geist-Kirche in Barmstedt und ihre Geschichte. in: Jahrbuch f\u00fcr den Kreis pinneberg 1980<\/li>\n\n\n\n<li>Helmut Trede: Schlossinsel Rantzau. Ein geschichtlicher R\u00fcckblick. Im Selbstverlag 2011 (Zu erhalten u. a. in der Buchhandlung Lenz)<\/li>\n\n\n\n<li>Helmut Trede: Die H\u00f6rner D\u00f6rfer &#8211; Aus der Geschichte von Bokel, Bokelse\u00df, Brande-H\u00f6rnerkirchen, Osterhorn und Westerhorn (Selbstverlag 1989)<\/li>\n\n\n\n<li>Andreas Voigt: Die Lebenden und die Toten. Eine Einf\u00fchrung in die Geschichte der Nikolaikirche, in: Beitr\u00e4ge zur Elmshorner Geschichte Nr.15: Die St. Nikolaikirche, Elmshorn 2002<\/li>\n\n\n\n<li>Ernst Adolf Wiechers\/Bernhard Theilig: Der G\u00e4nsejunge aus Lutzhorn und der K\u00f6nig, in: Jahrbuch f\u00fcr den Kreis Pinneberg 1999<\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Verfasser: Michael Teilig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verfasser: Michael Teilig<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":853,"menu_order":7,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-864","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/864","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=864"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/864\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1312,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/864\/revisions\/1312"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/853"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/barmstedt-geschichte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=864"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}